Zitat von MissGeschick: Die Bibel kenne ich insofern, als das ich sie mehrfach gelesen habe (schon aus Interesse an diesem Kulturgut) und auch in verschiedenen Gruppierungen interpretiert habe. Zuletzt in einem Alpha Kurs. Für Scheidung gibt es mE vier Gründe die anerkannt werden 1. Impot.. 2. Untreue (wobei derjenige der untreu war nicht wieder wird heiraten können oder 3 Blutsverwandschaft
, sowie 4. Jemand war zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits verheiratet oder zölibatär verpflichtet.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, trifft nichts davon auf dich und deine Frau zu, ausgenommen deine Untreue?
Entscheidend ist nicht was irgendeine Kirche lehrt, sondern was wirklich in der Bibel steht. Und das habe ich bereits
geschrieben. Eine theologische Diskussion erübrigt sich daher meiner Ansicht nach. Ich habe hier nur über meine
Schuld berichtet, nicht über die meiner Frau. Weil ich aus Erfahrung weiß, welche Antworten dann meistens kommen.
Lassen wir es daher bitte an dieser Stelle gut sein. Falls die Frage Dich deshalb drängt, weil Du an einer wichtigen
Wegkreuzung stehst, schreib mich gerne per PM an. Dann werde ich ggf. etwas detaillierter antworten.
Zitat von MissGeschick: Meinst du damit die Zeit nach deiner Ehe? Dann ist das sicher irgendwie kongruent mit einem christlichen Lebensstil.
Ja. Es war vor allem eine Art Wüstenwanderung und Läuterung für mich. Auch um zu sehen, was wirklich zu mir gehört
und was nicht.
Zitat von MissGeschick: Allerdings bin ich auch weder untreu, noch schaue ich P, noch würde ich jemals Prost. unterstützen. (Das widerspricht mE auf mehr als eine Art einem moralischen Lebensstil) Dafür brauche ich aber garkeinen Gott, sondern nur ein gesundes Herz und einen gesunden Geist und den Wunsch, meine Ehe erfüllt und loyal zu leben. Sex habe ich allerdings auch und hauptsächlich zum Spass, was katholischen Wertvorstellungen widerspricht.
Ich würde sagen Du bist gut erzogen und ethisch daher entsprechend vorgeprägt. Das ist sicherlich lobenswert,
doch vor Gott bist Du deshalb nicht gerechtfertigt. Kein Mensch kann durch gute Werke gerecht werden. Gute
Werke sind daher eine Wirkung der Erlösung nicht ihre Ursache. Niemand kommt an Jesus vorbei (siehe Joh. 14,6).
Ich hoffe sehr, dass Du guten Sex mit viel Spaß hast und die katholischen "Wertvorstellungen" zu diesem Thema
getrost als Menschengebote zur Seite legst. Die Bibel fordert nämlich Ehepaare zum regelmäßigen Sex auf:
Zitat:Keiner von euch darf sich seinem Ehepartner entziehen, es sei denn, ihr beschließt gemeinsam, eine Zeitlang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch ganz auf das Gebet zu konzentrieren. Aber danach sollt ihr wieder zusammenkommen; sonst könnte euch der Satan in Versuchung bringen, weil es euch schwer fallen würde, euer sexuelles Verlangen zu kontrollieren. 1. Kor. 7,5 (NGÜ)
Zitat:Hast du eine erfüllende Sexualität mit einem Menschen? Oder entsagst du jeglicher Sexualität?
Derzeit nicht wirklich. Die Frau auf die ich hier hoffte, hat einen Rückzieher gemacht.
Zitat von MissGeschick: Soweit ich weiß (aus dem Gespräch mit einigen Theologen) traut ein katholischer Pfarrer nur wieder, wenn die erste aus oben genannten Gründen als ungültig erklärt wurde. Das trifft auf dich nicht zu, oder?
Ich habe mit der katholischen Pfarrerpraxis nichts mehr zu tun, da ich schon lange dort ausgetreten bin.
Zitat von MissGeschick: Und hier ist ein Satz, den ich nicht mag und weshalb ich auch Mühe habe, meine Kinder katholisch zu erziehen. Ich bin eher für Selbstverantwortung und begrüße es, wenn meine Kinder (und ich sowieso ) in erster Linie an sich selber glauben und aus einem tiefen Vertrauen in sich selbst, die eigenen Werte und aufgrund der eigenen Bedürfnisse handeln. Dieses "Jesus leitet mich" und "Das Böse verführt" ist eine Lebenswelt die ich ganz schrecklich finde. Und ich kenne diese Aufteilung auch nur aus fundamentalen Glaubensgemeinden wie zB Opus Dei oder dem Neokatechumenat. Da gibt es auch so krasse Handlungen wie die Beichte vor allen Anwesenden, wo man wirklich beschämt und gedemütigt wird und andere bizarre Rituale, die ich einer Sekte zuordnen würde. Darf ich fragen welcher Gemeinde du angehörst?
Das Problem bei all diesen von Dir geschilderten Dingen ist, dass sie Menschen den Glauben madig machen und
im Endeffekt alles was mit Gott und Jesus und der Bibel zu tun hat, in einen Topf geworfen wird. Zwischen christlicher
und katholischer Erziehung kann demnach ein großer Unterschied bestehen. Die katholische Kirche ist v.a. an Rom
gebunden, die christliche Erziehung an die Bibel. Wobei es auch hingebungsvolle Christen unter den Katholiken
geben kann und bei den Protestanten und Freikirchen auch nicht alles Gold ist, was glänzt. Ich möchte hier daher nicht
über Konfessionen oder Gläubige richten, das überlasse ich Gott, der jedes Herz kennt. Ich bin heute in der ev. Landeskirche, in einer sehr bibelorientierten Gemeinde, jedoch auch z.T. überkonfessionell unterwegs, wenn es um Mission
und Bibelstudium geht.
Jetzt muss ich jedoch in's Bett, da schon stundenlang hier am Schreiben. Bitte daher um Verständnis, wenn ich nicht jedes Mal so ausführlich antworten werde.
LG