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Eine Frage des Mutes!

Samantha40

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Hallo, liebes Forum,

sehr lange lese ich hier schon mit.
Ich begann damit zu einer Zeit, da es mir sehr, sehr schlecht ging.

Ich (verheiratet, Kinder) hatte ein gutes Jahr eine Affäre mit ihm (verheiratet, Kinder).
Natürlich der Klassiker: ein Kollege.
Auch der Klassiker: er beendete es, als die Sache aufflog, als er sich von seiner Frau trennen wollte.
Ebenso der Klassiker: er blockierte mich auf allen Kanälen. Ich denke, das nennt man neudeutsch ghosten.
Keine Aussprache mehr. Gar nichts mehr.
Und das, obwohl er mir noch kurz davor seine Liebe beteuert hatte.
Meine Welt brach zusammen. Ich vermisste ihn. Wahnsinnig. War aber gleichzeitig unglaublich verletzt.
Wie konnte er, der mit mir eine Zukunft wollte, plötzlich wieder zu seiner Frau zurück.
Er würde sie lieben, war das letzte, was ich von ihm hörte.
Ich dachte, mein Herz würde mir rausgerissen. Ich litt wie ein Tier. Ich dachte, ich überstehe das nicht. Glaubte, ich müsste innerlich sterben.

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Ich habe mein Leben neu geordnet. An mir gearbeitet. Mein Mann und ich haben unsere Ehe neu definiert. Die vielen Fragen, die ich noch gehabt hätte, die ich meinem AM noch gerne gestellt hätte, konnte ich nicht mehr stellen.
Auch eine letzte Aussprache, die mir damals sehr geholfen hätte, fand nie statt.
All das hat mich tief verletzt.
Aber heute weiß ich: man kann darüber hinwegkommen und gestärkt aus der Sache hervorgehen. Das ist wirklich möglich.
Und eins habe ich begriffen:
Zu einer Trennung -va wenn Kinder im Spiel sind- gehört sehr, sehr viel Mut. Diesen Mut hat nicht jeder. Mein AM hatte ihn nicht.
Da ist es dann leichter, auf das Altbewährte zurückzugreifen. Denn das war ja auch mal gut irgendwann und das beste daraus zu machen.
Heute weiß ich, dass mein AM mich sehr geliebt hat. Er hat von einer gemeinsamen Zukunft geträumt-ebenso wie ich.
Aber in dem Moment, als es aufflog, wurde ihm bewusst, welch weiter Weg das würde. Er war nicht bereit, sein Glück über das vieler anderer zu stellen. Und die Unsicherheit, ob wir im Alltag wirklich passen würden, war zu groß.
Und natürlich waren seine Gefühle zu mir nicht von jetzt auf gleich weg. Ebenso wie ich meine Gefühle nicht ausknipsen konnte. Dafür waren sie zu stark gewesen.

Heutzutage habe ich meinen Frieden gefunden und ich hoffe, mein AM hat ihn auch gefunden.

Ich will euch, die ihr noch am Anfang seid, Mut zusprechen: ihr schafft es und werdet es überwinden!

13.09.2020 10:57 • x 6 #1


SweetCookie

SweetCookie


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Zitat von Samantha40:
Zu einer Trennung -va wenn Kinder im Spiel sind- gehört sehr, sehr viel Mut. Diesen Mut hat nicht jeder. Mein AM hatte ihn nicht.
Da ist es dann leichter, auf das Altbewährte zurückzugreifen. Denn das war ja auch mal gut irgendwann und das beste daraus zu machen.


Höh, du bist doch auch noch mit deinem Mann zusammen, mit dem Altbewährten, traust dich doch genauso wenig wie dein AM, irgendwas in deinem Leben zu ändern und dafür, dass du das soooo super geschafft hast, klingst du immer noch ganz schon Finger zeigend in Richtung AM und anklagend. Du kannst dich doch trennen von deinem Mann, unabhängig von der Affäre...ich verstehe dieses selbstmitleidige Jammertal immer nicht. Man merkt, dass du nicht die Schokolade bekommen hast, von der du so lange im Laden kostenlos probieren durftest. Jetzt schreibst du hier, zeigts auf die Schokolade und meinst: ach Mädels, das geht auch ohne. Wow wow wow wow...bis zur nächsten Gefühlsexplosion..

13.09.2020 11:12 • x 16 #2



Eine Frage des Mutes!

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paulaner

paulaner


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Zitat von Samantha40:
Und die Unsicherheit, ob wir im Alltag wirklich passen würden, war zu groß.

Ich glaube ja, dass genau das der Hauptgrund ist, warum Affärenpartner so selten zusammenkommen.
Die Angst, oder vielleicht sogar die Sicherheit, dass man den einen Alltag mit einem anderen, zwangsläufig kommenden, Alltag tauscht.

13.09.2020 11:18 • x 4 #3


Samantha40


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Zitat von paulaner:
Ich glaube ja, dass genau das der Hauptgrund ist, warum Affärenpartner so selten zusammenkommen.
Die Angst, oder vielleicht sogar die Sicherheit, dass man den einen Alltag mit einem anderen, zwangsläufig kommenden, Alltag tauscht.


Das denke ich auch.
Und dafür, dass man evtl nur den einen Alltag gegen den anderen austauscht, hängt zu viel dran-Kinder, Haus, Geld. Also bleibt man lieber beim Altbewährten. Damit will ich das Altbewährte übrigens nicht abwerten. Es hat sich ja schließlich bewährt.
Ich will damit nur sagen, dass die Gefühle in der Affäre schon auch echt waren. Und dass dieser Mensch ein Partner hätte werden können-unter anderen Umständen eben.

Und deswegen bringt es meines Erachtens nichts, mit der Vergangenheit, mit dem Ende der Affäre zu hadern. Daran zu zweifeln, dass die Gefühle echt waren.
Natürlich waren sie das (außer der AM/die AF waren nur auf das Eine aus und emotional nicht dabei. Aber das spürt man ja). Aber für eine gelebte Beziehung bedarf es eben auch Mut.

13.09.2020 11:23 • #4


Isely

Isely


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Ja ach sicher , Kinder, Haus , Hamster.

Und du bist geblieben ?
Ach auch wegen der Kinder ?
Oder weil der AM nicht hin machte ?

Ja kann man machen.

Ist mir deutlich zu viel Rosamunde Pilcher momentan im Forum.
Fluchtwelten in der jede Menge Phantasien Platz haben.

Vor allem das nie wieder melden , passt so gut da rein.

Nix für ungut, ich gratuliere dir trotzdem das du es geschafft hast , auch wenn es nur mit einem rosa Mini Wölkchen ging.

13.09.2020 11:26 • x 6 #5


Samantha40


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Zitat von Isely:
Ja ach sicher , Kinder, Haus , Hamster.





Und du bist geblieben ?
Ach auch wegen der Kinder ?
Oder weil der AM nicht hin machte ?

Ja kann man machen.

Ist mir deutlich zu viel Rosamunde Pilcher momentan im Forum.
Fluchtwelten in der jede Menge Phantasien Platz haben.

Vor allem das nie wieder melden , passt so gut da rein.

Nix für ungut, ich gratuliere dir trotzdem das du es geschafft hast , auch wenn es nur mit einem rosa Mini Wölkchen ging.


Versteh nicht ganz, wie du das meinst, aber macht nichts.
Meinetwegen kann man sein Nicht-mehr-Melden auch als Mangel an Liebe interpretieren. Mag sein. Wenn dem so wäre, dann wäre es eben so. Inzwischen berührt mich das nicht mehr.
Ich glaube es nur einfach nicht.

Ach ja: und anfangs bin ich va wegen der Kinder geblieben. Aber auch eine Ehe kann man verändern-wenn beide dazu bereit sind.

13.09.2020 11:29 • x 1 #6


commitmentor

commitmentor


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Hallo Samantha, freut mich für Dich zu lesen, dass Du Dich von Deinem AM letztendlich wieder distanzieren konntest. Wieviel Zeit ist seit dem Abbruch seitens des AM vergangen? Ich konnte ähnliches aus der Perspektive des betrogenen Ehemanns bei meiner Frau beobachten. Sie hat exakt so einen Abbruch ihrer Affäre durch den AM ohne Aussprache erleben dürfen. Sie hat es ebenfalls irgendwie geschafft sich emotional zu distanzieren. Aber wichtiger als die fehlende Aussprache mit dem AM sollte sicherlich die Aussprache mit Deinem Ehemann sein. Wenn Du schreibst, dass Ihr die Ehe neu definiert habt, so ist dies hoffentlich im positiven Sinne zu verstehen und Ihr habt Euch ehrlich ausgesprochen, Du hast Ihm deutlich vermittelt wie Leid es Dir tut und er ist bereit zu vergeben? Hoffe es ist so zu verstehen und Deine Aussage ihr schafft es beinhaltet auch dies.

13.09.2020 11:31 • #7


Samantha40


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Zitat von commitmentor:
Hallo Samantha, freut mich für Dich zu lesen, dass Du Dich von Deinem AM letztendlich wieder distanzieren konntest. Wieviel Zeit ist seit dem Abbruch seitens des AM vergangen? Ich konnte ähnliches aus der Perspektive des betrogenen Ehemanns bei meiner Frau beobachten. Sie hat exakt so einen Abbruch ihrer Affäre durch den AM ohne Aussprache erleben dürfen. Sie hat es ebenfalls irgendwie geschafft sich emotional zu distanzieren. Aber wichtiger als die fehlende Aussprache mit dem AM sollte sicherlich die Aussprache mit Deinem Ehemann sein. Wenn Du schreibst, dass Ihr die Ehe neu definiert habt, so ist dies hoffentlich im positiven Sinne zu verstehen und Ihr habt Euch ehrlich ausgesprochen, Du hast Ihm deutlich vermittelt wie Leid es Dir tut und er ist bereit zu vergeben? Hoffe es ist so zu verstehen und Deine Aussage ihr schafft es beinhaltet auch dies.


Das Ganze ist gute zwei Jahre her. Und bei euch?
Für meinen Mann war es anfangs fast unerträglich, dass ich va wegen der Kinder bleibe. Wir hatten sehr viele Höhen und Tiefen.
Aber mein Mann hat mir verziehen und wir sind wieder glücklich miteinander.
Es ist anders als vorher! Ja! Aber das heißt nicht, dass es schlechter ist.

13.09.2020 11:37 • x 2 #8


commitmentor

commitmentor


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Zitat von Samantha40:
Das Ganze ist gute zwei Jahre her. Und bei euch?


Nun ich weiß es seit Januar und wir sind immer mal wieder in Auseinandersetzungen, aber es besteht die klare Möglichkeit, dass wir es schaffen. Danke für die Nachfrage. Da Dein Thread ja mit dem Ziel erstellt wurde Hoffnung zu schaffen lassen wir das mal so stehen. Ihr habt es geschafft und das freut mich für Euch

13.09.2020 11:49 • #9


Samantha40


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Zitat von commitmentor:

Nun ich weiß es seit Januar und wir sind immer mal wieder in Auseinandersetzungen, aber es besteht die klare Möglichkeit, dass wir es schaffen. Danke für die Nachfrage. Da Dein Thread ja mit dem Ziel erstellt wurde Hoffnung zu schaffen lassen wir das mal so stehen. Ihr habt es geschafft und das freut mich für Euch


Doppelte Hoffnung aber: für die Ehe. Nämlich dass sie wieder funktionieren kann.
Aber auch Hoffnung, dass die Gefühle während der Affäre echt waren.

Trauert denn deine Frau ihrer Affäre noch nach? Wenn ja: auch das ist normal. Das wird weniger und irgendwann ist es vorbei!

13.09.2020 11:52 • x 2 #10


Finii


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Zitat von Samantha40:
Wie konnte er, der mit mir eine Zukunft wollte, plötzlich wieder zu seiner Frau zurück.


Zitat von Samantha40:
Zu einer Trennung -va wenn Kinder im Spiel sind- gehört sehr, sehr viel Mut. Diesen Mut hat nicht jeder. Mein AM hatte ihn nicht.


Zitat von Samantha40:
Da ist es dann leichter, auf das Altbewährte zurückzugreifen


Im Grunde also wie du.

Zitat von Samantha40:
Mein Mann und ich haben unsere Ehe neu definiert.

13.09.2020 11:54 • x 3 #11


Samantha40


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Zitat von Finii:





Im Grunde also wie du.



Ja! Genau!
Ich meinte das ja auch nicht wertend.
Die Frau meines Ex-AM ist sicher sehr nett. Sie waren jahrelang zusammen, bevor wir die Affäre hatten. Sie ist die Mutter seiner Kinder. Und natürlich verbindet die beiden viel. Auf jeden Fall eine lange gemeinsame Vergangenheit.
Warum sollte er also nicht wieder glücklich mit ihr werden?
Ich wünsche es ihm von Herzen. Wirklich!
Nichtsdestotrotz waren seine Gefühle für mich aber dennoch echt.

13.09.2020 11:57 • x 1 #12


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Komisch, Dein AM lässt Dich fallen wie eine heiße Kartoffel und das war dann "Liebe"? Glaube ich eher nicht. Er konnte Sechs mit zwei Frauen gleichzeitig haben. Das war der Ego-Push. Leider waren danach Haus, Scheidungskosten und die tobende EF zu Hause dann doch wichtiger.

13.09.2020 11:59 • x 5 #13


Samantha40


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Zitat von Gorch_Fock:
Komisch, Dein AM lässt Dich fallen wie eine heiße Kartoffel und das war dann "Liebe"? Glaube ich eher nicht. Er konnte Sechs mit zwei Frauen gleichzeitig haben. Das war der Ego-Push. Leider waren danach Haus, Scheidungskosten und die tobende EF zu Hause dann doch wichtiger.


Ja! Das war Liebe!
Und ja: die anderen Verpflichtungen waren dann wichtiger. Ein Leben mit mir hätte Mut und Stress bedeutet. Dazu war er nicht bereit.
Seine Frau und seine Familie waren ihm wichtiger.
Aber das heißt nicht, dass ich ihm nichts bedeutet habe.

13.09.2020 12:03 • x 3 #14


Löwin45

Löwin45


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Liebe Samantha40

So ganz werde ich nicht schlau aus den deinen Beweggründen für dieses Thema.
Ist es, damit du dir noch einmal bestätigen kannst, die große Liebe deines ExAM gewesen zu sein?
Bestätigt zu bekommen, dass es sich um eine besondere Liebesgeschichte handelte, die profan an den äußeren Umständen scheiterte - aber auf gar keinen Fall, auf Grund der doch nicht so großen Liebesgefühle?
Möchtest du genau das erneut bestätigt bekommen?

Das wird dir hier nicht gelingen, da niemand von uns deinen ExAM kennt.
Du konntest ihn ja scheinbar selbst nie genau ergründen - wie soll es dann einem Außenstehenden gelingen?
Aber, warum hörst du ihm nicht zu.
Er hatte dir diese Frage doch eigentlich beantwortet - auch wenn dir die Antwort nicht gefällt.
Ob es sich dabei um eine Schutzbehauptung handelt, oder eine neue, tiefe Erkenntnis von ihm, kann dir niemand sagen.
Beides ist möglich.
Zitat von Samantha40:
Wie konnte er, der mit mir eine Zukunft wollte, plötzlich wieder zu seiner Frau zurück.
Er würde sie lieben, war das letzte, was ich von ihm hörte.
Ich dachte, mein Herz würde mir rausgerissen. Ich litt wie ein Tier.

Warum glaubst du ihm nicht?
Weil nicht sein darf, was in deinen Augen nicht sein soll?

Zitat von Samantha40:
Daran zu zweifeln, dass die Gefühle echt waren.
Natürlich waren sie das (außer der AM/die AF waren nur auf das Eine aus und emotional nicht dabei. Aber das spürt man ja). Aber für eine gelebte Beziehung bedarf es eben auch Mut.

Beflügelt dich der Gedanke, dass es nur an mangelndem Mut lag?
Warum ist das so?
Denn, ob es so ist, oder bei deinem ExAM einfach zu dem Zeitpunkt des Auffliegens, der Verstand wieder einsetzte und ihm klar wurde, dass er auf gar keinen Fall seine Frau verlieren möchte, wer weiß das schon.
Möglicherweise verflüchtigten sich dabei seine Verliebtheits-Gefühle.
Denn daraus wird nicht zwangsläufig Liebe.

Aber, spielt das heute noch eine so große Rolle für dich?
Warum kannst du nicht wirklich abschließen?
Ihr habt beide die Möglichkeit erhalten, um ohne die großen Zerstörungen, zu leben. Aber, ist es für dich "erfüllt leben"?
Denn dazu gehört auch Liebe, um damit letztendlich glücklich zu werden.
Liebst du deinen Mann noch?
Was hindert dich daran, um mit der Affäre wirklich vollständig abzuschließen?
Eure Partner hätten es verdient, wenn es auch dieses Kreiseln nicht mehr gäbe.
Möglicherweise hat dein ExAm das längst geschafft.
Gönne es ihm.
Zitat von Samantha40:
Heutzutage habe ich meinen Frieden gefunden und ich hoffe, mein AM hat ihn auch gefunden.

Es klingt zwar nicht danach - aber ich hoffe es sehr für dich.

13.09.2020 12:10 • x 4 #15



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