Zitat von Helli:Der Abschied vom leidigen "Beziehungsmarkt" ist nachvollziehbar und konsequent. Ich wünsch Dir aber trotzdem auch angenehme Erfahrungen vielleicht in anderen Kontexten, mit Männern und Frauen
Was verstehst Du unter anderen Kontexten? Alltag? Im Hobby beim Sport? Falls den so ist, da habe ich keine allzu auffällig negativen Erfahrungen gemacht. Aber ich denke auch, die Spreu wird vom Weizen getrennt, wenn man sich näher kommt und hinter die Fassade blickt. Dann weiß man erst, was da abläuft und ob die äußere Hülle innen mit gleichem Leben ausgefüllt ist oder nicht.
Zitat von Helli:Mir schoss sofort der Begriff "Retterfantasie" durch den Kopf. Ich möchte Dir aber nicht zu nahe treten und gehe daher nicht weiter darauf ein.
Kein Problem, dass war damals auch mein Fehler, ich lief blind in die "Falle" und übersah, was sich mir da bot und was das mal bedeuten könnte. Blind vor Liebe, würde ich mal behaupten. Obwohl es viele Jahre sehr gut lief, kam irgendwann der Punkt, an dem das alte Leben meiner Ex durchkam - und dann wurde deren Gehirn "umgepolt". Oder lief anders, wie auch immer. Der krönende Höhepunkt war dann die Affäre mit Geld-Opi und dann war´s auch vorbei.
Letztlich muss ich wohl noch einiges dazulernen über Frauen. . . . .
Zitat von Helli:Daher: Allgemeines zum Thema Geld:
Ich verabscheue es, wenn mir ein Mann im zweiten Satz erzählt, was er nicht für einen tollen Job hat und wieviel Geld er damit macht. Ich weiß, dass ist ungerecht, denn mit irgendwas wollen Männer ja werben. Und es stimmt (leider?) auch, dass einige Frauen Wert darauf legen.
Frauen legen da mehr Wert drauf, als Du vielleicht sagen magst/tust. Was ist denn das wichtigste Element, was ein Mann einer Frau bieten kann?
Liebe? Ist, wie wir hier im Forum zuhauf zu lesen ist, irgendwann vergänglich.
Leidenschaft, ein guter Part im Bett? Das ist keine individuelle Qualität, zumal sich irgendwann wohl auch im Bett mal Langeweile einstellt. Auch das wird im Forum ja auch oft genug thematisiert.
Ein interessantes spannendes Leben? Abenteurer sind in der heutigen modernen Welt des Kapitalismus und des Strebens nach Höherem und mehr die Ausnahmeerscheinung. Sie werden von Frauen bewundert, aber zumeist nicht als adäquate dauerhafte Lebenspartner angesehen.
Was bleibt also zumeist?
Geld, Vermögen, Ansehen, Reputation und - ganz wichtig - Ausbauperspektiven in diesem Bereich.
Ich möchte nicht alle Frauen über einen Kamm scherren, aber nach meinen Erfahrungen sind die meisten Frauen eben doch auf materielle Werte fixiert und streben Liebschaften und Beziehungen an, die sie voran bringen. Dieses "Getue"mit persönlicher Entwicklung und so meint letztlich fast immer nur: Wie kann der Stand jetzt verbessert werden, wie kann mehr angehäuft werden usw.?
Zitat von Helli:Und jemanden, der kein Einkommen hat würde ich als Partner nicht wählen und zwar nicht, weil er kein Geld hat, sondern weil er offensichtlich nicht so firm ist im Punkt "Lebensbewältigung".
Da übersiehst Du aber eine ganz große Thematik: Es gibt durchaus gute und nachvollziehbare Gründe, warum ein Mann mal nicht in Lohn und Brot steht. Ihn deshalb als einen Menschen zu bezeichnen, der sein Leben nicht bewältigen kann - was ist beispielsweise mit Menschen, die Frührentner sind? Sind die in Deinen Augen gescheitert?
Ich war bis letztes Jahr, bis zum Kollaps, gesetzlicher Betreuer, Nachlasspfleger und Jugendvormund, habe für viele Gerichte und Behörden gearbeitet. Nach dem Kollaps und den damit verbundenen Konsequenzen kann ich da nie wieder arbeiten, war auch infolge des Kollaps ein 3/4Jahr schwer krank, musste mein Leben umstellen und arbeite jetzt als Rezeptionist mit sehr überschaubarem Gehalt und Schichtdienst in einer Herberge. Bin ich deshalb gescheitert bzw. nicht gut genug, mein Leben zu bewältigen?
Es gibt ja auch viele Frauen, die z.B. auch ohne Job sind oder alleinerziehend oder wer weiß was. Sind sie im Leben gescheitert? Oder hat sich das Leben bei Ihnen wie bei mir gänzlich anders entwickelt, als zuvor geplant? Wer weiß das schon, wer kann sich anmaßen, es zu bewerten? Letztlich doch nur die Betroffenen selbst, wie ich finde.
So sehr ich unter der Trennung, Scheidung, den daraus folgenden Konsequenzen wie auch des Kollaps und der damit einhergehenden Konsequenzen gelitten habe, ich lebe, habe diese Probleme gemeistert bzw. bin dabei und musste mich komplett neu aufstellen. Ich hab´s geschafft, aber der Weg war lang, dornig und oft auch schmerzvoll. Versuch Dir vorzustellen, wie es ist, wenn man früher ein recht stattlicher, kräftiger und sportlicher Mann war und dann nach einem Schlaganfall erst mal wieder lernen muss, wieder richtig gehen und laufen zu können, sein Gehirn mit Gedächtnisübungen wieder auf Trab zu bringen (vor dem Kollaps kannte ich alle Rufnummern und Adressen aller Menschen, mit denen ich zu tun hatte, auswendig, nach dem Kollaps konnte ich mir nicht mal meine eigene Festnetznummer mehr merken!). Und dann die Gewichtszunahme, bedingt durch die nicht mögliche Beweglichkeit in den ganzen Monaten sowie die Medikamentencocktails en masse. All das will abgebaut werden und braucht hat Zeit. Ich bin noch nicht da, wo ich vor meiner bescheidenen Zeit war und ob ich diesen Stand jemals wieder erreichen werde, weiß niemand. Heute kann ich sagen:
Ich kann alles im alltäglichen Leben machen, habe schon einige Kilos abgenommen, mein Gedächtnis hat sich verbessert. Ich lebe in einer kleinen Mietwohnung im 5.Stock (ohne Fahrstuhl), habe noch einen kleinen Kater, ein Aquarium, einen interessanten Job, wo ich viele Menschen kennenlerne und betreibe meinen geliebten Hantelsport.
Damit kann ich keine Frau beeindrucken, will ich auch gar nicht. Aber mit "weltlichen Leistungen" kann ich eben leider nicht dienen, tut mir leid. Ich war ja lange ohne Job, bedingt durch den Ausfall und die "Karriereleiter" wird für mich nie wieder nach oben gehen. Das strebe ich auch gar nicht an, denn was hatte mir der einst so wichtige, intensive Job gebracht?
Meine Ex wird einen Teil meiner Rente irgendwann bekommen (nennt sich "Rentenausgleich", schönes Wort, oder? Dabei ist sie vermögend neu verheiratet?), ich bin insolvent, habe sehr viel verloren, hätte draufgehen können und baue mir derzeit ein neues Leben auf. Da wäre es wirklich sehr schön gewesen, da auch eine passende, tolle Partnerin zu finden, die ähnlich wie ich gestrickt ist. Aber nach fast vier Jahren Pleiten, Pech und Pannen kann ich nur konstatieren: Die müsste vermutlich wohl erst noch geboren werden, diese heutige "Generation Frauen" ist viel zu sehr monetär fixiert und wird sich zumeist nur an Männern orientieren, die nach außen viel zu bieten haben.
Ohne mich, kann ich nicht und will ich auch gar nicht. Darum bleibt dann wohl der eine oder andere Mann dann auch nicht mehr bei einer Frau, um mal wieder zum Thema zu kommen.
L.G.