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Einmaliger Seitensprung nach Jahren noch beichten?

Aiyla
@Alexdontknow
Dein Thema und Deine Geschichte beschäftigen mich und ich schaue kritisch auf meine bisherigen Beiträge in Deinem Thread.
Mein erster Impuls war klar auf den Fokus gerichtet, Deiner Partnerin keinen weiteren Schmerz zuzufügen und Eurer Beziehung nicht weiter durch eine Beichte zu belasten.
Ich sehe nach wie vor das Risiko einer weiteren Beichte, die großen Schmerz auslösen kann, was unter Umständen auch das Ende einer ansonsten guten Beziehung bedeuten könnte. Du hast nachvollziehbar gemacht, dass Du den Betrug und die nachfolgende Lüge zutiefst bedauerst und Du hohe Werte hast. Dass es Dir sehr zu schaffen macht, gegen Deine Werte gehandelt zu haben und dass Du daraus gelernt hast. Dass Du alles dafür tust, damit ihr ein gutes Miteinander habt.

Gleichzeitig und das ist die andere Seite, quält es Dich. Du weisst, dass sie etwas nicht weiss. Dass sie einen Teil nicht kennt, den Du ihr bewusst verborgen hast. In einer nahen Beziehung wünschen die meisten von uns es uns, ganz gesehen zu werden. Angenommen zu werden mit dem wie wir sind und wollen nicht, dass Mögen und Lieben auf Lügen und falschen Annahmen aufgebaut sind.
Sie kennt einen Teil von Deinem (zumindest früheren) Ich oder um es nicht zu dramatisch wirken zu lassen, Deinem früheren Verhalten, nicht. Sie hatte nicht die Chance sich aufgrund dessen was war, weiter für oder gegen Dich zu entscheiden.
Und nochmal gleichzeitig seid ihr jetzt an einem anderen Punkt. Seither sind Jahre vergangen, Du hast bereut, Dich mit Deinen Werten und der Erfahrung gegen Deine Werte gehandelt zu haben, auseinandergesetzt. Du hast bereits Konsequenzen gezogen, in dem Du mit Alk. anders umgehst und ihr ein guter Partner bist.

Auch überlege ich mir, was ist, wenn der Betrug/die Lüge irgendwann unkontrolliert herauskommt (z.B. über den Freund, eigenes impulsives Erzählen in einer "blöden" Situation, z.B. einem Streit oder aus eigener Eifersucht heraus).

Und ich überlege mir, was wollte ich an ihrer Stelle. Ich wollte es wissen wollen, aber es würde etwas mit mir machen. Wie ich damit klar käme und welche Konsequenzen ich daraus ziehen würde und/oder wie es mich langfristig fühlen/denken/handeln lassen würde, hätte viel mit meiner Geschichte/meiner Persönlichkeit und meinen anderen Erfahrungen mit Dir als Partner zu tun.

Jede Entscheidung die Du triffst, birgt Risiken.

Du bist ein Mann mit Werten. Vermutlich teilen die meisten hier im Forum ähnliche Werte. Die Wertestruktur/Priorisierung der Werte zeigt dennoch Variationen. Vielleicht findest Du Deine Entscheidung über das weitere Klarwerden Deiner Wertestruktur, auch mit Blick auf mögliche langfristige Konsequenzen, die die jeweilige Entscheidung mit sich bringen kann. Setz Dich damit auseinander wie es wäre, die Kosten tragen zu müssen. Hier sind nicht nur die kurzfristigen Kosten gemeint....

Was kannst Du aushalten? Was kann Deine Partnerin aushalten? Wo ist die gemeinsame Basis? Auch hier wo sind die gemeinsamen Werte?

Und neben der Entscheidung kommt es eben auch auf die Ausführung derselben an.

x 3 #46


A
@justawoman was wäre für dich ein dunkles Geheimnis? Kurzen Qu*cki etwa nicht?

#47


A


Einmaliger Seitensprung nach Jahren noch beichten?

x 3


J
Zitat von Alexdontknow:
@justawoman was wäre für dich ein dunkles Geheimnis? Kurzen Qu*cki etwa nicht?

Nein, mit Sicherheit nicht. Ein dunkles Geheimnis ist für mich eine Straftat bzw. etwas richtig absichtsvoll Bösartiges, um jemand anderem Schaden zuzufügen. Du hast sie betrogen und gelogen, das ist nicht schön, aber auch kein Weltuntergang. Und du bist in meinen Augen nicht gleich ein schlechter Mensch deswegen.

Für mich ist ein einmaliger Ausrutscher auch etwas ganz anderes, als wenn jemand über längere Zeit seine*n Partner*in betrügt.

x 4 #48


meineMeinung
@Alexdontknow
wem sollte dieses Geständnis nutzen? Im schlechteden Fall trennt ihr euch in dee Folge. Geht es dir dann besser? Oder deiner Freundin. Solltet ihr zusammen bleiben könntest du dauernd unter Verdacht stehen, dass es imner wieder geschehen könnte. Das bisschen, wenn auch nicht grundloses, schlechte Gewissen ist der deutlich bessere Weg für Beide.

x 2 #49


S
"Für mich ist ein einmaliger Ausrutscher auch etwas ganz anderes, als wenn jemand über längere Zeit seine*n Partner*in betrügt."

Der TE hat seine Partnerin nicht dauerhaft mit einer Frau betrogen - allerdings dauerhaft um die Wahrheit.

x 2 #50


M
@Ragna
Zitat von Ragna:
er war jetzt 5-6 Jahre treu und die Beziehung war niemals in Gefahr.

Aus seiner Perspektive schon, aber auch aus ihrer? Warum dann nicht gleich die Wahrheit gestehen, wenn die Beziehung nicht in Gefahr ist? Und wer bestimmt den weiteren Verlauf?

x 3 #51


HeavyDreamy
Zitat von meineMeinung:
Das bisschen, wenn auch nicht grundloses, schlechte Gewissen ist der deutlich bessere Weg für Beide.

Und wohl auch der bequemere, leichtere Weg hm? Lachendes Gesicht

Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen fällt glaub ich vielen Menschen schwer - was ich schade finde.

x 3 #52


M
@justawoman
Zitat von justawoman:
Für mich ist ein einmaliger Ausrutscher auch etwas ganz anderes, als wenn jemand über längere Zeit seine*n Partner*in betrügt.

Ich sehe das anders. Auch wenn die Handlung einmalig war, die Lüge besteht trotzdem längere Zeit. Außerdem: Wer wertet, wie schlimm eine Lüge oder gewisse Tat ist? Seine Freundin hätte von Anfang an entscheiden dürfen, ob sie damit leben kann oder nicht. Es ist ihre Beziehung, nicht unsere. Und der Glaube, dass gewisse Taten verjähren, ist wohl ziemlich daneben. Selbst wenn sie erst in 10 Jahren davon erfahren sollte. Für sie wird es sich anfühlen, als wäre es heute passiert.

x 3 #53


Waris07
@Alexdontknow

Ich werde dir jetzt nicht einfach sagen: Beichte ja oder nein.
So einfach ist es hier nicht und es löst auch nicht dein eigentliches Thema - nämlich die Kluft zwischen deinem äußeren und inneren Selbstbild. Aufmunternde Emojis

Nach außen bist du der loyale, verlässliche Partner, innerlich bleibt die Erinnerung an diesen Moment im Vollrausch, der nicht zu deinen Werten passt. Genau diese Diskrepanz scheint dich zu belasten.

Der Drang zur Beichte wirkt weniger wie reine Ehrlichkeit, sondern eher wie der Versuch, diese innere Spannung nachträglich zu lösen und dein Selbstbild wieder stimmig zu machen.

Ich glaube nicht, dass das gelingt. Weder Schweigen noch Offenlegung schließen diese Kluft wirklich.

Und unterschätze nicht die Sprengkraft einer späten Beichte: Sie würde sehr wahrscheinlich nicht nur einen alten Vorfall offenlegen, sondern eure gemeinsamen Jahre und das gewachsene Vertrauen insgesamt neu in Frage stellen.

Vielleicht ist der schwierigere, aber ehrlichere Teil nicht die Beichte nach außen, sondern der Blick nach innen. Anzuerkennen, dass du nicht nur aus den Anteilen bestehst, die du gern sehen würdest. Sondern, dass es diesen Moment in deiner Geschichte gibt, der nicht zu deinem heutigen Selbstbild passt und den du trotzdem nicht ungeschehen machen kannst.

Das bedeutet auch, aufzuhören, diese innere Spannung durch beichten auflösen zu wollen. Du wirst diesen Widerspruch nicht wegentscheiden, nicht wegkommunizieren und nicht rückwirkend reparieren können. Aber du kannst lernen, ihn zu tragen, ohne dass er dein heutiges Handeln bestimmt.

x 5 #54


ElGatoRojo
Zitat von Manchmal_Hexe:
das Thema ist, dass du deiner Freundin vor Jahren die Möglichkeit genommen hast, selbst zu entscheiden, was sie will. Ob sie weiter eine Beziehung mit dir führen möchte oder gehen.

Zitat von Löwenzeh:
Zu anstrengend?
Dann sei lieber heute als morgen ehrlich und lass sie entscheiden, ob sie mit diesem Wissen weitermachen will.

Es ist doch eigentlich völlig unangebracht, eines abstrakten Ideales wegen eine Liebesbeziehung zu schrotten, nur damit die Fundamental-Wahrheitsfinder hier zufrieden sein können. Seine Freundin hat sich damit zufrieden gegeben, was er erzählte, sich ihren Teil dabei gedacht und weiter keine dummen Fragen gestellt. Wer kann denn ahnen, dass er Jahre später daraus sein Selbstdarstellungs-Drama macht.
Zitat von GreenTara:
Ich persönlich denke, dass ein reifer Mensch auch Dinge mit sich selbst ausmachen sollte.

🎯👍Genau das sollte man in seinem Alter verinnerlicht haben. Er muss endlich mal etwas Widerstandsfähigkeit haben und lernen, was wichtig im Leben ist und was nur Rumgehirne ist. Gelernt haben sollte er, für sein Handeln verantwortlich zu sein und die Folgen zu tragen und nicht per mimimi jemand anders zu belasten - in diesem Fall seine Freundin.
Zitat von Manchmal_Hexe:
Und der Glaube, dass gewisse Taten verjähren, ist wohl ziemlich daneben.

Aha. Dann ist unser Strafgesetzbuch ja ziemlich daneben in deinen Augen, oder? Von Verhältnismäßigkeit der "Strafe" haben die Super-Moralistinnen hier offenbar noch nichts gehört. "... der werfe den ersten Stein" und so.

x 5 #55


J
Zitat von Manchmal_Hexe:
@justawoman Ich sehe das anders. Auch wenn die Handlung einmalig war, die Lüge besteht trotzdem längere Zeit. Außerdem: Wer wertet, wie schlimm eine Lüge oder gewisse Tat ist? Seine Freundin hätte von Anfang an entscheiden dürfen, ob sie damit leben kann oder nicht. Es ist ihre Beziehung, nicht unsere. Und der ...

Naja, sie hat sich doch entschieden, vermutlich wohlwissend, dass da mehr gewesen sein könnte. Er hat ja gesagt, er könne sich kaum noch erinnern.

Inwieweit ist diese Sache denn überhaupt noch Thema in eurer Beziehung? Ist das etwas, das immer wieder hochkocht, musst du diese Lüge quasi immer wiederholen? Das fände ich dann auch nicht richtig. Ansonsten würde ich sagen: Ihr seid glücklich miteinander, wenn du ihr die Wahrheit sagst, zerstörst du ihr und dein Glück. Warum solltest du das tun?

x 2 #56


M
Zitat von Alexdontknow:
Hallo zusammen. Ich möchte mit euch meine Geschichte teilen. Es fällt mir sehr schwer, diese Zeilen zu schreiben. Gleichzeitig tut es irgendwie gut, einmal aus meinem Kopf herauszukommen und andere Perspektiven zu hören. Ich bin seit 2019 mit meiner Freundin zusammen. Wir sind seit Beginn sehr eng miteinander ...

Ich denke Deine Freundin ist tatsächlich nach sovielen Jahren die falsche Adresse für eine "Beichte".
Es soll DICH entlasten aber wie Du richtig schreibst, wird es sie sehr verletzen.

Wie wäre es mit einer "Beichte" bei einem Pfarrer oder Psychotherapeuten oder Freund wenn Du es loswerden musst?

x 1 #57


M
Zitat von ElGatoRojo:
Dann ist unser Strafgesetzbuch ja ziemlich daneben in deinen Augen, oder?

Manche Strafen empfinde ich persönlich tatsächlich als Sauerei. Ich wäre deshalb auch niemals eine gute Juristin geworden. Hat aber trotzdem nichts mit Thema zu tun, er steht nicht vor Gericht und es gibt in zwischenmenschlichen Beziehungen eben auch ein moralisches Empfinden.

Zitat von ElGatoRojo:
und weiter keine dummen Fragen gestellt.

Dumme Fragen, nachdem er fremdging? Ich nehme an, sie wird sich damit „zufrieden“ gegeben haben, weil ihr eine Ausrede aufgetischt worden ist.

Übrigens bezweifle ich die Gesundheit einer Beziehung, wenn nicht ehrlich miteinander umgegangen wird. Das hat nichts mit überidealisieren zu tun, sondern mit Mut und Vertrauen, an einer Situation zu wachsen. Das ist erwachsen, nicht das Schweigen zu seinen Gunsten.

x 4 #58


A
@justawoman es ist gar kein Thema mehr. Nein ich muss diese Lüge auch nicht wiederholen.
Sie sagte damals: wir schaffen das und ich liebe dich. Die Sache lebt eigentlich nur in meinem Kopf weiter.

x 1 #59


ElGatoRojo
Zitat von Manchmal_Hexe:
Dumme Fragen, nachdem er fremdging? Ich nehme an, sie wird sich damit „zufrieden“ gegeben haben, weil ihr eine Ausrede aufgetischt worden ist.

Meine Lebenserfahrung sdagt mir, dass sie sich bewußt war, dass ihr Typ da in Mallorca sicher mehr als einen verunglückten Kuss hatte - aber offenbar die ganze Sache bereute und gut ist. Und das ist eine durchaus angemessene und erwachsene Reaktion. Ja - hätte sie mehr wissen wollen, hätte sie schon insistiert. Hat sie aber offenbar nicht um weder sich noch ihn weiter zu verletzten.

Jetzt nach Jahren über "Wahrheit" zu philosofieren ist einfach nur emotionales Herumeiern und - ehrlich gesagt - dem Anlass überhaupt nicht angemessen. Wenn er denn gelernt hat nicht mehr so viel zu trinken ist es doch zumindest etwas positives für das Leben.

#60


A


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