Gastxyz
Gast
Dein Thema und Deine Geschichte beschäftigen mich und ich schaue kritisch auf meine bisherigen Beiträge in Deinem Thread.
Mein erster Impuls war klar auf den Fokus gerichtet, Deiner Partnerin keinen weiteren Schmerz zuzufügen und Eurer Beziehung nicht weiter durch eine Beichte zu belasten.
Ich sehe nach wie vor das Risiko einer weiteren Beichte, die großen Schmerz auslösen kann, was unter Umständen auch das Ende einer ansonsten guten Beziehung bedeuten könnte. Du hast nachvollziehbar gemacht, dass Du den Betrug und die nachfolgende Lüge zutiefst bedauerst und Du hohe Werte hast. Dass es Dir sehr zu schaffen macht, gegen Deine Werte gehandelt zu haben und dass Du daraus gelernt hast. Dass Du alles dafür tust, damit ihr ein gutes Miteinander habt.
Gleichzeitig und das ist die andere Seite, quält es Dich. Du weisst, dass sie etwas nicht weiss. Dass sie einen Teil nicht kennt, den Du ihr bewusst verborgen hast. In einer nahen Beziehung wünschen die meisten von uns es uns, ganz gesehen zu werden. Angenommen zu werden mit dem wie wir sind und wollen nicht, dass Mögen und Lieben auf Lügen und falschen Annahmen aufgebaut sind.
Sie kennt einen Teil von Deinem (zumindest früheren) Ich oder um es nicht zu dramatisch wirken zu lassen, Deinem früheren Verhalten, nicht. Sie hatte nicht die Chance sich aufgrund dessen was war, weiter für oder gegen Dich zu entscheiden.
Und nochmal gleichzeitig seid ihr jetzt an einem anderen Punkt. Seither sind Jahre vergangen, Du hast bereut, Dich mit Deinen Werten und der Erfahrung gegen Deine Werte gehandelt zu haben, auseinandergesetzt. Du hast bereits Konsequenzen gezogen, in dem Du mit Alk. anders umgehst und ihr ein guter Partner bist.
Auch überlege ich mir, was ist, wenn der Betrug/die Lüge irgendwann unkontrolliert herauskommt (z.B. über den Freund, eigenes impulsives Erzählen in einer "blöden" Situation, z.B. einem Streit oder aus eigener Eifersucht heraus).
Und ich überlege mir, was wollte ich an ihrer Stelle. Ich wollte es wissen wollen, aber es würde etwas mit mir machen. Wie ich damit klar käme und welche Konsequenzen ich daraus ziehen würde und/oder wie es mich langfristig fühlen/denken/handeln lassen würde, hätte viel mit meiner Geschichte/meiner Persönlichkeit und meinen anderen Erfahrungen mit Dir als Partner zu tun.
Jede Entscheidung die Du triffst, birgt Risiken.
Du bist ein Mann mit Werten. Vermutlich teilen die meisten hier im Forum ähnliche Werte. Die Wertestruktur/Priorisierung der Werte zeigt dennoch Variationen. Vielleicht findest Du Deine Entscheidung über das weitere Klarwerden Deiner Wertestruktur, auch mit Blick auf mögliche langfristige Konsequenzen, die die jeweilige Entscheidung mit sich bringen kann. Setz Dich damit auseinander wie es wäre, die Kosten tragen zu müssen. Hier sind nicht nur die kurzfristigen Kosten gemeint....
Was kannst Du aushalten? Was kann Deine Partnerin aushalten? Wo ist die gemeinsame Basis? Auch hier wo sind die gemeinsamen Werte?
Und neben der Entscheidung kommt es eben auch auf die Ausführung derselben an.