Zitat von Birkai: Wenn der Ex dir die Verantwortung überlässt es den Kindern zu erzählen, obwohl er sich getrennt hat hört für mich der Spaß auf. Zumal mein Sohn dann der Meinung war, es war meine Entscheidung.
Das ist unschön und unfair von ihm. Dahinter steckt die Feigheit, denn er müsste es den Kindern erklären. Und dann kommen Rückfragen wieso, weshalb, warum. Das wird unbequem und daher vermeidet er es. Wahrscheinlich schämt er sich auch vor den Kindern.
Ich habe eine Freundin, deren Mann sich vor Jahren auch getrennt hat. Sie lag noch mit den Nachwehen einer Migräne auf der Couch. Gnädiger Herr trabte an und sagte: wir müssen reden, ich ziehe aus.
Das war es im Wesentlichen. Er packte ein paar Sachen und fuhr zu Nextie, die ihm ein watteweiches Verwöhndasein mit Rundum-Sorglos-Paket geschnürt hatte. Natürlich wusste meine Freundin nichts von der neuen Flamme.
Ob er mit den Kindern geredet hat, weiß ich nicht. Die wurden halt informiert vermutlich seitens der Mutter, denn er war ja innerhalb von einer Stunde weg..
Die Älteste wollte dass er mit ihr darüber spricht, was er nicht tat. Wenn sie was will, soll sie sich melden.
Es herrschte Funkstille und gnädiger Herr hatte von da an wenig Zeit für seine Kinder. Die Söhne besuchten ihn mal, fühlten sich aber nicht wohl dort. Wie denn auch?
Der Kontakt beschränkte sich auf gemeinsames Essen auf neutralem Terrain , aber das geschah auch nicht oft.
Die Tochter ging dann ins Auslandsstudium nach Schottland. Er wusste dass sie das tun würde. Als sie schon einige Wochen dort war, traf eine Mail des Vaters ein. Wann sie denn fahren würde.
Ich bin schon seit 4 Wochen hier, lautete ihre Antwort.
Er hat sich einfach nicht dafür interessiert. Alles haben die Tochter und meine Freundin gemanagt, was ein nicht unerheblicher Aufwand war - organisatorisch und finanziell.. Er hätte es sich leicht leisten können, ihr ein paar Hunderter zu geben. Ein guter Vater hätte das getan, aber das war er halt nicht. Er zahlte genau den Unterhalt, den er zahlen musste. Der Rest war ihm egal.
Die Tochter wujrde in Schottland krank. Sie hatte Morbus Crohn, der sich in Darmkrebs verwandelt hatte. Wer sich um sie kümmerte, war ihre Mutter. Der Vater lebte ja 50 km entfernt und wie er sich auch in dieser schrecklichen Lage so absentieren konnte, ist mir unbegreiflich.
Sie starb mit 23, ohne nochmals mit ihrem Vater gesprochen zu haben. Das hätte nicht sein dürfen, aber es war so. Und auch beim Trauergottesdienst war er nicht anwesend, nicht mal da. Es ist unvorstellbar und doch wahr.
Meine Freundin hat vor 3 Jahren wieder geheiratet und hat jetzt einen Mann, der sie auf Händen trägt. Und der Ex. Das mit Nextie hielt nicht, allenfalls ein paar Jahre. Er lebt wieder allein und ist in eine andere Stadt gezogen.
Wer weiß, was Du noch mit Deinem Krisenpatienten erlebst. Dir können noch die Augen rausfallen weil Du Dich fragst: ist das der Mann den ich mal geheiratet habe?