Hallo,
in den letzten Tagen habe ich versucht meine Gedanken etwas zu sortieren. Die Situation hat mir die Füße unter dem Boden weggezogen. Eure Beiträge haben mir so einige Handlungsmöglichkeiten und neue Gedankengänge gezeigt.
Auf die Gefahr hin jemanden vor den Kopf zu stoßen. Meiner Meinung nach sollte man nicht alle "Fälle" in einen Topf werfen.
Dazu sind die Situationen und die beteiligten Personen sicherlich zu unterschiedlich. Wie Kopfkino geschrieben hat ist das (meist) Neuland für uns. Wir sind total am Boden und können keinen klaren Gedanken fassen.
Ich wusste erst einmal gar nichts mehr.
Was ist da los? Bin ich im falschen Film? Was bedeutet das? Kann es überhaupt eine einfache Erklärung geben? Meine "Beweise" sind ja eindeutig, kann man die überhaupt anders sehen? Was mach ich nun? Ziehe ich aus? Stelle sie zur Rede? Oder schreie ich sie zuvor erst noch an? Liebe ich sie noch? Selbst wenn es eine harmlose Erklärung geben sollte, kann ich ihr jemals wieder vertrauen.
Und es war alles ganz "frisch" - Neuland eben. Eure Hinweise haben mich auf jeden Fall etwas weiter gebracht. Ob es nun der einfachere oder der schwierigere Weg ist. Ich wollte meiner Frau die Chance geben sich zu erklären, bevor ich sofort die endgültigen Konsequenzen ziehe.
Es soll von ihr nur ein ausgearteter Flachs gewesen sein. Das möchte ich ihr glauben. Restzweifel bleiben immer noch.
Dass auf jeden Fall eine Grenze überschritten wurde, habe ich ihr klar gemacht. Und nur weil ich ihr soweit vertraue bzw. vertrauen möchte gab es noch keine Trennung. Trotz der Zweifel und des Misstrauens möchte ich es noch einmal versuchen. Mir ist klar geworden, wir haben einiges in unserer Beziehung aufzuarbeiten.
Für andere Fälle oder Zeitpunkte der Auseinandersetzung mag eine Distanz oder vorübergehende Trennung auf jeden Fall der richtige Weg sein. Ob für uns jetzt eine emotionale Nähe oder Distanz besser ist, darüber grübel ich noch nach.
Kann man den Vorschlag von Kätzchen, sich etwas (emotional) zu distanzieren, so verallgemeinern? Auf so einen einfachen Nenner bringen? Ist die Lösung so einfach? Funktioniert die immer? Warum wird der Vorschlag dann nicht immer angewandt? Sind alle Frauen (und Männer) so?
Zitat von Kaetzchen:Und dazu gibt es viele Wege, aber alle Wege führen darüber, dass man sich verstärkt um sich selbst kümmert, in Teilen egoistischer wird, dem anderen seine Grenzen aufzeigt und sich klar und deutlich abgrenzt.
Und das fürchte ich ist bei uns passiert. Sie hat sich etwas mehr um sich gekümmert. Zusammen mit der mehr wie unangemessenen Kommunikation, habe ich alles anders als sie aufgefasst und es ist sehr heftig eskaliert. Daher sehe ich den Vorschlag eher skeptisch.
Zitat von Kaetzchen:Und deshalb tut sie das, was sie eben tut, weil sie es kann und weil er es zulässt. Menschen, die mit dieser Abgrenzung kein Problem haben
Kann die Distanz nicht dazu führen, dass der Partner dann erst recht eine Legitimation hat sich "anderweitig" umzusehen und sich weiter emotional zu entfernen?