Zitat von Corbian:Man kann verlorenes nicht nachholen. Der Alltag, die Routine wird schnell den Nimbus der grossen Liebe abwaschen und übrig werden nur 2 zerstörte Familien bleiben.
Weil weder die TE noch der AM wissen was sie tun oder wollen.
Das große Liebesgefühle irgendwann im Alltag verblassen, ist nachvollziehbar, da gebe ich dir Recht, allerdings scheinst du diese Aussage als Argument gegen eine neue Liebe zu benutzen.
Das ist aber insofern wiedersprüchlich, weil es einfach auf jede Partnerschaft zutrifft und man mit diesem Argument auch raten könnte niemals eine langfristige Bindung einzugehen - oder einfach gesagt: ob der Alltag mit ihrem Mann oder der neuen Liebe einkehrt macht keinen Unterschied, er wird einkehren, egal für wen sie sich entscheidet. Somit kann dieses Argument nicht gegen die Entscheidung für die neue Liebe und gleichzeitig für das Verbleiben in der Ehe verwendet werden.
Auch mit der Aussage, dass im Falle einer Trennung Familien zerstört werden wäre ich vorsichtig. Es suggeriert für mich, dass man aus Rücksicht bei seinem Partner bleiben sollte, nur um niemanden zu verletzen, was meiner Meinung nach brandgefährlich ist.
Sicherlich kann und sollte man versuchen an der Partnerschaft zu arbeiten, aber letztendlich ist es eben keine rationale Entscheidung. Wenn nicht mehr genug Gefühle für den Partner da sind, hilft auch irgendwann keine Paartherapie und kein gemeinsamer Urlaub mehr. Gefühle kann man nicht herbei zaubern und ab einem gewissen Punkt muss man das akzeptieren. Es schadet doch der Familie nur, wenn man unglücklich zusammen bleibt und heile Welt spielt. Das wäre auch kein gutes Vorbild für die Kinder.
Zum anderen sollte jedem bewusst sein, dass er keinen Anspruch darauf hat, dass der Partner für immer mit einem zusammen bleibt. Eine Trennung ist jederzeit legitim, egal warum. Gefühle können sich nun mal ändern und wer will schon, dass der Partner nur aus Mitleid oder Pflichtgefühl bleibt? Zudem sollte man sein persönliches Glück nicht abhängig von einer anderen Person machen. Unter diesem Aspekt bleibt eine Trennung sicher weithin sehr schmerzhaft, aber relativiert die Vorstellung das eigene Leben sei dadurch zerstört worden.
Damit plädiere ich keineswegs für eine Trennung. Ich glaube nur nicht, dass eine reine Kopfentscheidung in Liebesangelegenheiten sinnvoll ist noch langfristig glücklich macht.
Manche brauchen auch einfach Zeit sich ihrer Gefühle bewusst zu werden. Ihr Mann muss das doch nicht mitmachen, er hat doch jederzeit auch das Recht, eine Trennung auszusprechen.