Zitat von weltwanderer: Ich sehe keine Motivation oder Bedürfnis dahinter sondern eine Entwicklung die zu weit gegangen ist.
So? Genau das glaube ich nicht. Diese Hinwendung, diese Idealisierung einer anderen Person, diese Verwirrtheit ist meiner Ansicht nach ein klares Indiz, dass in Deinem Leben etwas nicht passt und zu kurz kommt.
Wärst Du mit Dir und dem Leben rundum zufrieden, wärst Du niemals so getriggert und aus der Bahn geworfen worden.
Wer ein einigermaßen ausgefülltes Leben hat und eine zufriedenstellende Beziehung führt, ist nicht so empfänglich für fremde Reize.
Es geht hier nicht um die junge Frau, es geht um Dich. Geh mal zu einem Therapeuten und Du wirst staunen, wie unwichtig die Kollegin auf einmal ist.
Ich war mal bei einem Therapeuten nach meiner Trennung von einem AP und wollte über ihn reden. Dieser elende Mistkerl der mich schnöde abserviert hat.
Erstaunt registrierte ich, dass der PT nur Fragen zu meiner Person stellte und der AP allenfalls ein Indiz für tiefer liegende Ursachen war. Ich erfuhr kein mitfühlendes Wort, aber auch kein abwertendes. Der PT war völlig neutral und das tat mir erstaunlich gut. Es gab keine Bewertungen, kein Gut und kein Schlecht. Aber es ging um mich und nur um mich und der AM war Nebensache, allenfalls.
Ich habe von den wenigen Gesprächen damals viel für mich profitiert, auch wenn es oft lange dauert, bis etwas einsickert in die Bewusstwerdung. Da erkannte ich vieles, beschämend vieles, was bei mir im Argen gelegen hat, wie ich es kompensieren wollte und wie ich den AM für eigene egoistische Zwecke "missbraucht" hatte ohne dass es mir bewusst geworden war. Das kam alles erst viel später hoch als ich mich völlig entliebt hatte.
Affären sind keine Lösung. Fremdverliebtheit kann passieren, hat aber auch immer Ursachen im persönlichen Bereich. Und Affären mit Kollegen sind die schlechtesten aller Lösungen.
Und Dein Abschieben auf eine Situation, die aus dem Ruder gelaufen ist, ist meiner Ansicht nach ein klarer Verdrängungsmechanismus. Damit schiebst Du das weg von Dir und kannst Dir sagen: ich kann nichts dafür, ich habe nicht aufgepasst und Grenzen gezogen. Es war die Situation die mich aus der Bahn gewofen hat.
Nein, das warst Du selbst, der sich aus der Bahn werfen ließ und das hat Ursachen!