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Emotionale Manipulation in Frauenfreunschaften

E
Zitat von merretich:
Manchmal muss man so Verträge ganz klar aufkündigen ggf. auch die Freundschaft.



Absolut. Das mit dem Abendessen war sehr frech, Fisch ist ja nicht gerade günstig.
Da kam vermutlich kurzfristig "was Besseres" rein...

x 1 #91


P
Zitat von Chrome:
Du musst halt wissen wozu diese Freundin taugt.sag ich immer. Ist sie ein Seeleneimer und das meine ich nicht abwertend in dem Fall. Eine Freundin die man anruft und dich in den Arm nimmt aber auch in schönen Zeit da ist etc.. Oder ist sie da für Party, oberflächlicher gehalten etc...

Puh, bist du meine ex Schwägerin? Die hat mich genau so behandelt. Für ihren seelischen Müll war ich gut genug, durfte alles stehen und liegen lassen, damit es ihr wieder besser bzw gut geht "weil ich so gut zuhöre und mich auf sie einstellen kann" - nur um dann urplötzlich zu hören, daß sie jetzt keine Zeit mehr hätte, sie wolle noch mit anderen ausgehen.
Dankeschön.
Das hat danach nicht mehr bei mir geklappt, so eine "Benutzung".

x 2 #92


A


Emotionale Manipulation in Frauenfreunschaften

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E
Ich habe die Tendenz, mich von Leuten mit unfairen Verhalten zu distanzieren, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass kaum jemand noch übrig bleibt....

Ich "erwarte" dass man zumindest darüber spricht, wenn Unstimmigkeiten, Missverständnisse oder was auch immer passieren. Ist das zu viel verlangt?!?

x 2 #93


FrauDrachin
Zitat von merretich:
Ich hab gestern gedacht, es war mein Fehler, das bisher zuzulassen, auch wenns jetzt erst so massiv wurde. Damals beim Grillen hab ich gemerkt, dass mein Partner über die kurzfristige Absage sauer war, weil wir hatten gerade den Fisch gekauft, und dann "fühlt sie sich nicht danach" die Verabredung einzuhalten für die wir bereits eingekauft hatten (keine Krankheit oder so).
Ich denke, danach dachte sie, sie kann das als Muster etablieren, weil es passiert ja nix.
Manchmal muss man so Verträge ganz klar aufkündigen ggf. auch die Freundschaft.
Das zeigt sich dann im Verlauf. Mangelnde Klarheit kann man mir jetzt jedenfalls nicht mehr vorwerfen.

Irgendwie ja. Irgendwie nein. Jein...

Weißt du, ich bin auch oft wie deine Freundin. Ein klein wenig deprimiert und komplett energielos. Zusagen fühlt sich schwierig an, weil ich oft nicht sagen kann, ob ich ein paar Tage später die Energie haben werde. Absagen fühlt sich falsch an, weil mir die Freundschaft schon wichtig ist. Und so sage ich manchmal gar nichts, verschiebe manchmal, gehe manchmal, obwohl ich eigentlich nicht die Kraft habe, und bin noch Tage später gestresst. Wohlgemerkt obwohl die Treffen an sich sehr schön und mir sehr wichtig sind. Aber aufgrund von Depression und Energielosigkeit kosten sie trotzdem machmal Energie und Kraft, die ich eigentlich nicht habe. Und ich schäme mich dafür sehr, weil alle anderen scheinen das so völlig ohne Probleme hinzbekommen, und so viel Energie zu haben, und für mich sind schon die selbstverständlichsten Sachen manchmal total überfordernd. Es ist auch sehr schwer, das anderen wirklich zu erklären, weil man es mir von außen nicht ansieht und zutraut, weil wenn ich da bin, funktioniere ich auch.
So wie du es schilderst, könnte es bei deiner Freundin ähnlich sein.
Und warum sollte sie sich dann entschuldigen, sie hat ja wirklich nur halbwegs auf sich geachtet.

Ich denke, so ähnlich wie in einer Beziehung ist es auch in einer Freundschaft ganz wichtig, dass beide das Beste voneinander annehmen und davon ausgehen, dass der andere schon gute Gründe für sein Verhalten haben wird, auch wenn wir es vielleicht gerade nicht verstehen und der andere es vielleicht nicht so gut ausdrücken kann.
Deswegen ist es natürlich trotzdem ärgerlich und enttäuschend, wenn du Essen gekauft hast, und eine kurzfristige Absage bekommst, oder dir Zeitfenster für ein Treffen offenhältst, das dann nicht stattfindet. Und wenn du wegen solcher wiederholter Sachen die Freundschaft nicht weiter verfolgen willst, ist das auch sehr verständlich.
Ich wäre trotzdem sehr zurückhaltend mit Labeln wie "respektlos" oder "emotionale Manipulation" usw.

x 4 #94


M
Zitat von FrauDrachin:
Irgendwie ja. Irgendwie nein. Jein... Weißt du, ich bin auch oft wie deine Freundin. Ein klein wenig deprimiert und komplett energielos. Zusagen fühlt sich schwierig an, weil ich oft nicht sagen kann, ob ich ein paar Tage später die Energie haben werde. Absagen fühlt sich falsch an, weil mir die Freundschaft schon ...

Weisst Du, ich habe früher jahrelang unter Depressionen gelitten und war auch bereits körperlich in meinem Leben schwer krank (Krebs) aufgrund traumatischer Erfahrungen in der Kindheit.
Ich war trotzdem immer verbindlich und wollte andere nie schlecht behandeln.
Respekt ist für mich eine Haltung und Entscheidung.
Daher gilt so eine Rechtfertigung für mich nicht.
Abgesehen davon, dass sowas hier nicht vorliegt, sondern lediglich das Dogma nur zu machen worauf man gerade Lust fühlt. Ich glaube Du vermischst da gerade Deine Geschichte mit meinem Strang.

Das eine ist keine Energie zu haben und daher abzusagen. Absolutes Verständnis.
Das andere ist sich aufgrund von Labilität und Unentschlossenheit alles offen zu halten und andere den Preis dafür zahlen zu lassen. Und bei entsprechendem Feedback die Opferkarte zu spielen.
Das geht nicht.
Ich kenne Menschen die haben echte schwere Päckchen und verhalten sich trotzdem respektvoll und rücksichtsvoll. Das geht. Eigene Erfahrung. Und spätestens in der Lebensmitte hab ich kein Verständnis wenn jemand seine psychische Verfasstheit als Legitimation nimmt, anderen zu schaden. Weil das ist perfide.
Noch perfider als wenn jemand einfach ein A. ist. Denn man soll noch Mitleid haben mit jemand, der selber keine Rücksicht auf andere nimmt. Und ja, das nennt man emotionale Manipulation. Und das schadet der ganzen Gesellschaft, weil Empathie gegen den Träger derselben eingesetzt wird. Daher verhärten soviele. Aber das finde ich falsch.

x 2 #95


FrauDrachin
@merretich puh, ok, sehr, sehr klare Haltung, sagen wir mal so.

Du hast starke Zweifel an ihrem Charakter, und du fühlst dich von ihr nicht freundschaftlich behandelt. Dann ist alles klar, oder?

x 5 #96


Löwenzeh
Zitat von merretich:
Das andere ist sich aufgrund von Labilität und Unentschlossenheit alles offen zu halten und andere den Preis dafür zahlen zu lassen. Und bei entsprechendem Feedback die Opferkarte zu spielen.

Klare Worte, stark.
Vielleicht muss sie das mal hören. Die unangenehmsten Wahrheiten bringen einen voran. Ich war rückblickend Menschen für harsches Feedback dankbar, wenn es so klar und ehrlich war.
Falls sie nochmal angewandt kommt und fragen sollte, was los ist.
Letzter Freundschaftsdienst eventuell

x 1 #97


Heloise
Zitat von merretich:
hat mir an fünf Tagen hintereinander ein angedachtes Treffen abgesagt ( Donnerstag keine Zeit-dann morgen, Freitag keine Lust-dann morgen, Samstag:eine andere Freundin hat mich gefragt- ich mach heute lieber was mit ihr- dann morgen, Sonntag: höre ich nichts, als ich nachfrage ist ihre Tochter krank: also heute und morgen geht auch nicht).

Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.


Zitat von merretich:
Ihre Reaktion: sie ist VOLL in die Opferrolle: weinend, das kind sei ja so krank (war ja erst am Ende der Grund), sie sei so überfordert, es sei ja alles so schlimm. blablabla. keine Entschuldigung.
Nur Rechtfertigung und Tränendrüse


Was willst du mit so ner „Freundin“?

Zitat von merretich:
Ich weiss garnicht, wie ich damit umgehen soll.


Mach nichts mehr aus mit ihr. Stuf sie herab zur „Bekannten“.

Zitat von merretich:
Was würdet ihr in der Situation machen?


Genau das. Siehe oben.


Zitat von merretich:
Sie hat viele andere gute Eigenschaften. Aber


Mag sein. „Bekannte“ Können auch gute Eigenschaften haben. Bei Freunden muss mehr Qualität her.

x 4 #98


E
Zitat von Heloise:
Bekannte“ Können auch gute Eigenschaften haben. Bei Freunden muss mehr Qualität her.

Sehr gut auf den Punkt gebracht, danke.

x 3 #99


Sienna
Liebe merretich,

ich halte das ziemlich einfach. Ich spiegele die Priorität die mir mein Gegenüber einräumt. Wenn mir jemand sagt, dass er die Gesellschaft von jemand anderem vorzieht (was für eine Unhöflichkeit!) und nicht mal fragt ob ich vielleicht mitkommen möchte, ist meine Wertschätzung auf dem selben Level angekommen. Das wäre in deinem Fall hier der Punkt, an dem für mich die Sache klar ist.

Entschuldigen kann sich tatsächlich nicht jeder, ändert aber nichts daran, dass ich deiner Meinung bin und auch finde, dass ein 'Es tut mir Leid' in vielen Situationen hilft, weil es eben ausdrückt, dass es einem nicht egal ist wie sich der andere fühlt.

Es liest sich so, als hättest du auch andere nette Menschen um dich. Lass dich nicht an der Nase herumführen. Menschen die Zeit mit dir verbringen wollen, werden es tun. Ein Gedachtes 'ja,ja' beim nächsten Kontakt hilft da vielleicht ganz gut.

Alles Liebe 🍀

x 2 #100


Shum
Hier! Ich bin so ein Exemplar, die im Leben danach geht, was die stärkste Resonanz erzeugt und zwar ohne Erwartung an das Ergebnis.

Meiner Auffassung nach kann der Outcome aber sowohl schlecht als auch gut sein, je nachdem welchen Weg die Person dabei geht.
Schlecht ist es, wenn das System als Flucht vor Verantwortung oder als Sucht nach dem nächsten Kick missverstanden wird. Gut ist es, wenn es als ein Zustand tiefen Eingetauchtseins verstanden und umgesetzt wird, der Sinn stiftet statt nur flüchtiges Vergnügen.

Ich bin stets Fraktion tiefes Eintauchen anstelle irgendwelcher schnellen Kicks.

Als was versteht sie es? Als authentisch sein im Sinne von super spontan was zu entscheiden? Weil ja so gerne auch propagiert wird, dass die Menschheit eigentlich innerlich tot ist, weil wir alle nur unsere Pflichten erfüllen und uns gesellschaftlichen Normen unterwerfen. Also was hilft in solchen Fällen? Jaaa, der klassische Ausbruch aus dem gesellschaftlichen Gefängnis und der ach so bösen Konditionierung.

Na dann gibt es noch die, die Stille nicht mögen. Und manche Situationen und Menschen lassen einen still fühlen. Aber wo ist dann die ganze Aufregung? Da herrscht ja nur Frieden, aber der Kick fehlt.
Bleibt die Frage, woher dieser Aufregungswunsch kommt. Aus dem Bauch oder aus dem Kopf? Ist es stille, tiefe Begeisterung oder Erregung, die ganz viel Lärm macht, also eine stete Suche im Außen?

Dieses Modell kann ein echt guter Kompass sein, wenn man Begeisterung nicht mit Vergnügen verwechselt, sondern mit Integrität und Sinn.

Deine Freundin ist schin auch ihrer stärksten Resonanz gefolgt, aber ganz schön auf egozentrische Weise. Die Absage wegen der anderen Freundin ist hier mein Ankerpunkt, denn hier hat sie dir ganz klar die Hierarchie ihrer Prioritäten mitgeteilt. Du warst halt Option B. Dann versucht sie durch das erkrankte Kind die ganzen Tage davor unter den Teppich zu kehren. Da fehlt mir persönlich die Kommunikation auf Augenhöhe. Es geht dann nicht mehr um ihr Fehlverhalten, sondern vermeintlich irgendwie um dich als Problem. Kann man schon so machen, wenn man sich der Rechenschaftspflicht entziehen mag.
Dann betont sie noch wie wertvoll du bist. Hm, ja. Was sagt sie damit? Danke, dass du beliebig verfügbar oder verschiebbar bist?
Dann setzt du ihr eine Grenze und wirst dafür auch noch implizit verurteilt. Hmmmmm

Ich würde meinen, deine Freundin strebt hier nachj Hedonia.

Ich bin Eudaimonia Bubble.

x 1 #101


M
Zitat von FrauDrachin:
@merretich puh, ok, sehr, sehr klare Haltung, sagen wir mal so. Du hast starke Zweifel an ihrem Charakter, und du fühlst dich von ihr nicht freundschaftlich behandelt. Dann ist alles klar, oder?

Ja das habe ich ---reduziert und weicher, aber dennoch klar ja auch so rückgemeldet.

Ich denke ich sehe das auch aufgrund meines Jobs so klar. Ich finde wir haben hier als Gesellschaft ein Problem. Weil immer mehr Menschen abhärten und egozentrisch werden, weil sie die Erfahrung machen, dass ihre Empathie als Waffe gegen sie verwendet wird um ihre Grenzen einzuweichen. Und so ordne ich das hier ein.

Spätestens seit der 68 Jahre Psychologie haben wir hier ein Problem, denke ich.
Oder hat schonmal jemand gehört, dass ein Holocaust Überlebender seine Vergangenheit benutzt hat, respektlos oder unfair mit anderen umzugehen? Ich denke im Gegenteil. Wer wirklich schlimmes erlebt hat, ist aufgerufen, anderen EBEN nicht dasselbe anzutun oder sie abzustrafen für das eigene unaufgearbeitete.
Und oft sind die am stärksten traumatisierten Menschen die sanftesten. Ist meine Erfahrung. Weil sie wissen wie sich die Hölle anfühlt, wollen sie andere gut behandeln.
Wobei sicher jeder Fehler macht. Wie gesagt. Eine kurze Entschuldigung und ich wäre ja ruhig gewesen und es wäre erledigt gewesen.

Aber gerade weil ich weiss, dass ich ein mitfühlender Mensch bin, möchte ich mir diese Eigenschaft bewahren für Menschen, die es NICHT gegen mich verwenden, um mich zu schwächen, unfaires Verhalten durchzusetzen oder meine Grenzen einzureissen.
Ich hoffe Du verstehst was ich meine.

Weil das eine ist die Vergangenheit oder eine Verfasstheit (daran kann man arbeiten)
Das andere ist Verantwortung für das was man tut. Und das würde ich mal strikt trennen.
Zumindest wenn jemand nicht gerade in einer Psychose ist. Und wie gesagt erst recht ab über vierzig.
Da hatte man nämlich dann unabhängig von der Herkunft einige Zeit sich zu überlegen, wie man mit anderen umgehen möchte.

x 4 #102


M
Zitat von Shum:
Hier! Ich bin so ein Exemplar, die im Leben danach geht, was die stärkste Resonanz erzeugt und zwar ohne Erwartung an das Ergebnis. Meiner Auffassung nach kann der Outcome aber sowohl schlecht als auch gut sein, je nachdem welchen Weg die Person dabei geht. Schlecht ist es, wenn das System als Flucht vor ...

Interessanter Text.
Die Grundhaltung ist folgende: die Gesellschaft, der Exmann und die Eltern haben mich in solche Zwänge gesteckt, dass ich jetzt nur noch das mache, was ich spontan "fühle". Ich meine das hat sie oft genug gesagt, ich kenne ihre Denke.
Es handelt sich hier um zwei Extreme. Das eine ist sich zu unterwerfen. Das andere ist andere zu unterwerfen, indem man losgelöst von Verbindlichkeit, Respekt oder Gegenseitigkeit egozentrisch agiert.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie in paar Jahren wieder die Balance findet, wenn sie genug Abstand zu ihrer Ehe hatte und wieder Beziehung will oder merkt, dass sie Leute damit vor den Kopf stößt.
Ich hatte mit Anfang zwanzig auch so ne Phase, da wollte ich nur machen, worauf ich Bock hatte, nachdem die Eltern gestorben waren, wenn auch nur sehr kurz und es bezog sich eher auf berufliche Verpflichtungen/Studium denn auf soziale Kontakte.
Aber wir sind hier beide in der Lebensmitte, da gewichte ich das anders.

Prinzipiell will ich mich auch nicht regelmäßig zu etwas zwingen wenn mir nicht danach ist.
Dennoch versuche ich im sozialen Kontext auch die Position der Gegenseite mit zu berücksichtigen.
Ich finde das auch authentisch. Denn authentisch heisst für mich nicht um jeden Preis und ohne Rücksicht auf andere aus dem Bauch spontan zu agieren. Sondern bewusst.

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Shum
Also befindet sie sich aktuell einfach in einer Art 2. Pubertät, in der sie in ihrem Lustprinzip feststeckt, während du in der Realität angekommen bist und bewusst zwischen innerem Impuls und sozialer Realität abwägst.

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P
Zitat von merretich:
weil ich weiss, dass ich ein mitfühlender Mensch bin, möchte ich mir diese Eigenschaft bewahren für Menschen, die es NICHT gegen mich verwenden, um mich zu schwächen, unfaires Verhalten durchzusetzen oder meine Grenzen einzureissen.

Danke, sehr gut in Worte gefasst, was ich auch empfinde.

#105


A


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