whynot60
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"Lachyoga" ist aber ein Gruppenphänomen - alleine wird man das kaum zuwege bringen.
Und so war mein Vergleich daher auch nicht gemeint - sonst hätte ich Gruppens6 (oder Gruppenliebe, wem es besser gefällt) damit vergleichen müssen
@Ente
Ja, letztlich ist die Liebe, denkt man sie sich einmal befreit von allem, die Legitimitation von allem. Wobei hier der Begriff "Legitimitation" ein unpassender, zu juristischer ist. Denn es geht nicht um Legitimitation, sondern um "Annahme" - nicht zuletzt auch um Verständnis (das ist gewissermaßen die Vorbedingung der Annahme). Alles, was geschieht, also auch alles Schmerzliche, hat ja seine eigene Geschichte - und je weiter man diese zurückverfolgt, so möglich, um so mehr versteht man auch, daß sich gar nichts anderes ereignen konnte als eben dieses Geschehen, dieses Ereignis.
Das Problem ist doch, daß man hinter allem einen (bösen) Willen vermutet, eine Absicht, die gegen einen gerichtet ist, die einem unmittelbar gilt. Aber selbst eine Absicht, welche immer es sei, hat ihre Geschichte.
Dieses sich Festkrallen an einzelne Ereignisse ist es doch, was einem das Leben schwerer macht als nötig. Und an welche Ereignisse man sich festkrallt (und das eben ganz verständnislos, ohne sich um deren Geschichte zu kümmern), das liegt nun einmal an einem selber. Bei dem einen mag es ein vergessener Einkauf sein, bei einem anderen ein "Betrug", bei wieder einem anderen die Ablehnung einer bestimmten Person, die man selber sehr schätzt, usw.
Was man einfach verstehe sollte, ist, daß all das mit einem selber zu tun hat. Ein verletzendes Ereignis hat ja nur deshalb diese Wirkung, weil man selber die Empfänglichkeit dafür besitzt.
Wenn - ganz banales Beispiel - jemand keine Ahnung hat, was ein erhobener Mittelfinger bedeuten soll, dann wird sich nicht das kleinste Wütchen in ihm regen. Ebenso nicht, wenn er ein gelassener Mensch geworden ist, den solche Dinge keineswegs aus der Ruhe bringen.
Was ich, allgemein, nicht ganz verstehe, ist: Wenn jemand schlimme Erlebnisse hatte, versteht man ganz allgemein, daß er verzweifelt, wütend, deprimiert usw. ist. Wenn es jemanden aber sozusagen in die andere Richtung verschlägt, er daraus seine Erkenntnisse gewinnt, positiv wird, die Energie quasi in die andere Richtung fließt - dann ist er gleich spirituell, Idealist, Träumer, Schwärmer?
Man sollte nicht eigenes Unvermögen zum Richter über Möglichkeiten machen. Denn so nimmt man sich nur selber die Gelegenheit, über sich hinauszukommen.