mariposasopiram
Mitglied
- Beiträge:
- 13
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 1
- Mitglied seit:
da ich nicht mehr weiter weiß und mich über einen Rat von "Außenstehenden", die mich nicht kennen, freuen würde, habe ich mich hier angemeldet und möchte euch meine Situation schildern. Ich versuche, mich kurz zu fassen.
Ich bin w, 29 Jahre alt und seit etwas mehr als 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Seit 3 Monaten wohnen wir in einer gemeinsamen Wohnung (eigentlich haben wir aber die komplette Beziehung bereits "zusammengewohnt", also wir waren immer zusammen, entweder in seiner Wohnung oder in meiner).
Unsere Beziehung lief anfangs sehr schön (so ist das aber ja wahrscheinlich immer
Ich habe aber einfach kein Bedürfnis nach (mehr) Sex (mit ihm?). Seit wir zusammen wohnen, ist das Thema eigentlich noch schlimmer geworden. Ich merke natürlich auch, dass er nicht zufrieden ist (obwohl er sagt, dass er glücklich ist, aber das nehme ich ihm nicht ab, sonst würde er ja nicht immer wieder das Gespräch mit mir suchen), und es tut mir leid, dass ich ihm nicht das geben kann, was er braucht.
Er ist ein Mensch, der sehr viel Anerkennung, Lob, Aufmerksamkeit etc. braucht, aber mich engt das ein.
Ich muss dazu sagen, dass ich seit ein paar Jahren selbstständig arbeite und "nebenbei" auch noch studiere, ich habe also ziemlich viel Stress und fühle mich (vor allem im Moment), als würde von allen Ecken und Enden an mir "gezerrt". Jeder will etwas von mir, und ich weiß nicht ein noch aus.
Auch muss ich dazu sagen, dass ich in den letzten Jahren bereits sehr oft umgezogen bin, aufgrund von gescheiterten Beziehungen. Mit meinem ersten "richtigen" Freund war ich 4 Jahre zusammen, davon haben wir 3 Jahre zusammen gewohnt. Ganz am Ende stellte sich heraus, dass er mich nach Strich und Faden belogen (und, "vermute" ich, auch betrogen) hat. Mit dem Freund, den ich danach hatte, bin ich zu schnell zusammengezogen und habe es im Nachhinein bereut. Dumm - mein Fehler. Und zwischendurch immer wieder die Suche nach einer eigenen Wohnung, Umzüge.
Wahrscheinlich wurmt es mich deshalb auch so sehr, dass wir doch "gerade" erst zusammengezogen sind und jetzt so vehemente Probleme auftauchen. Ich frage mich, ob ich es (mal wieder) hätte besser wissen müssen (aufgrund der vielen Gespräche, die wir bereits wegen der Nähe-Distanz-Aufmerksamkeit-Sex-Thematik geführt haben) und meine eigene Wohnung behalten?
Warum ich nun aber in dieses Forum hier schreibe. Ich bin schon seit ein paar Monaten bei einer Sprachen-Tandem-App angemeldet, da ich auf der Suche nach Muttersprachlern der Sprache bin, die ich studiert habe (Spanisch) und nicht "aus den Augen verlieren" möchte. Ich habe dort viele Leute kennengelernt, mein Freund weiß auch, dass ich dort angemeldet bin. NIE war meine Intention, dort jemanden kennenzulernen, der mich umhaut! Ich habe dort auch mit vielen Frauen Kontakt aufgebaut, weil es mir wie gesagt nie darum ging, einen Mann kennenzulernen, sondern einzig um diese Sprache. Ich kenne leider sonst niemanden, der diese Sprache spricht, "liebe" diese Sprache aber sehr, hatte leider nie die Möglichkeit, mal eine gewisse Zeit in Spanien (oder einem spanischsprachigen Land) zu leben, und habe einen Weg gesucht, meine Sprachpraxis nicht zu verlieren. Getroffen habe ich mich (natürlich) nie mit jemandem von dort, auch dies war nicht meine Intention, ich wollte einfach diese Sprache etwas mehr in meinen Alltag integrieren. Man könnte sagen, wie andere Leute Hobbys wie Fahrradfahren, Golf, Puzzeln haben, sind mein Hobby Sprachen, insbesondere spanisch.
Nun habe ich bei dieser App vor 2 Wochen einen Mann kennengelernt, der mich tatsächlich "aus den Socken gehauen" hat. Ich weiß wirklich nicht, wie das passieren konnte, aber wir sind (trotz Sprachbarriere) dermaßen auf einer Wellenlänge, dass ich manchmal glaube, das gibts doch nicht! So auf einer Wellenlänge bin ich teilweise nicht mal mit Menschen, die mit mir die gleiche Muttersprache teilen. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, aber ich denke, das tut hier auch nichts zur Sache. Es geht einfach "nur" darum, dass ich mich (leider) sehr zu ihm hingezogen fühle und immer glücklich bin, wenn wir schreiben, weil ich dann ICH bin und von Herzen lachen kann.
Er kommt aus Spanien, wohnt aber schon eine gewisse Zeit in Deutschland (etwa 2 Std. von mir entfernt). Getroffen haben wir uns nicht, und ich möchte das auch nicht, bzw. ich könnte es nicht. Nicht, solange ich nicht Single bin. Aber ja, prinzipiell habe ich schon die Vorstellung in meinem Kopf, wie es wäre, wenn ich Single wäre und mich mit ihm treffen könnte. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das "derjenige welcher" sein könnte, auch wenn das verrückt klingt (und wahrscheinlich auch ist).
Mit meinem Freund hatte ich erst vor einigen Tagen ein Gespräch, wieder mal über die bekannte Thematik. Diese Gespräche führen wir aber bereits seit Monaten immer wieder. In diesem Gespräch vor einigen Tagen sagte er übrigens, O-Ton, dass er "*beep*" sei und deshalb oft schlecht gelaunt, und dass ihm das leidtue. Ich weiß, dass auch ich ihn mit meinem Verhalten verletze, und das tut mir wirklich leid. Ich weiß auch, dass er es nicht verdient hat, (emotional) hintergangen zu werden, weiß aber nicht, wohin mit mir. Im wahrsten Sinne des Wortes - meine Familie und Freunde würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich schon wieder umziehen würde/müsste.
Am liebsten wäre ich einfach glücklich mit ihm, so, wie ich es mal war. Aber wenn ich so recht darüber nachdenke, hat vor allem die Sexebene nie wirklich "gestimmt" - und ist das nicht das, was eine Partnerschaft ausmacht? Ich spüre einfach kein richtiges Verlangen nach ihm, und fühle mich immer mehr eingeengt, je mehr Gespräche wir führen.
Warum bin ich so ein schlechter Mensch? Bin ich beziehungsunfähig?
Eigentlich "weiß" ich, dass ich alleine gerade glücklicher wäre. Ich habe das Gefühl, dass ich an einem Punkt in meinem Leben angelangt bin, an dem ich mein Leben erst mal "regeln" muss. Ich bin sehr auf meine Arbeit fixiert (ich flüchte mich teilweise in meine Arbeit, um mich nicht mit meinem Freund auseinandersetzen zu müssen), möchte mein Studium endlich mal beenden. Mir ist einfach alles zu viel, und ich habe das Gefühl, dass ich "ausbrechen", die Zelte hinter mir abreißen muss. Andererseits möchte/kann ich aber doch nicht alles, was ich mit meinem Freund aufgebaut habe, einfach wegwerfen? Die Wohnung? Wir haben es uns hier gerade erst so schön eingerichtet.
Und dann kommt da auch noch dieser Mann in mein Leben, der mich unerwartet dermaßen umgehauen hat, so etwas habe ich wirklich noch nie erlebt .
Mir fehlen die Worte dafür.