Zitat von Thüringer87: Mein Einkommen liegt bei ca 3000Euro netto, habe aber immer viele Überstunden gesammelt, da wir das geld brauchten, Auslöse , da weit weg zur Arbeit und arbeite öfter mal am We oder nachts. Dies geschieht aber freiwillig, ist nicht berufstypisch. Baustelle in der Nähe würde bedeuten, keine Auslöse, keine Nachtzuschläge etc, dann hätte ich netto etwa 2500Euro. Vll kann mir hier jemand weiter helfen, was alles mit eingerechnet wird, Einkommen ist ja sehr variabel.
Aus deinem Einkommen der letzten 12 Monate wird der Durchschnitt errechnet, davon berufsbedingte Aufwendungen abgezogen, dies noch um private Altersvorsorge und gegebenenfalls um ehebedingte Kredite bereinigt, das gilt als Basis für die Berechnungen des Unterhalts für die Kinder und den Trennungsunterhalt. Hast du einen Firmenwagen bekommst du diesen als fiktives Einkommen raufgerechnet. Das ganz grob. Näheres kannst du aus den Unterhaltsleitlinien deines OLG herauslesen.
Zitat von Thüringer87: Die Kinder werden alle 2 Wochenenden bei mir sein, anders lässt es mein Beruf nicht zu.
Trennungsunterhalt wird bei euren Einkommensdifferenzen sicher anfallen, nachehelicher Unterhalt vermutlich bei den kleinen Kindern auch, zumal für die Dreijährige auch noch Betreuungsunterhalt zu zahlen ist. Wird deine Frau weiterhin ihr Einkommen erzielen können, wenn du die Betreuung auf Wochenendspaßpapi reduzierst? Der Selbstbehalt deiner Frau gegenüber beläuft sich auf 1.600 Euro, die dir bleiben müssen. Kindergeld und -unterhalt werden den Kindern zugerechnet, nicht dem Einkommen des betreuenden Elternteils.
Zitat von Thüringer87: Will mir selbst wieder etwas aufbauen und nicht für sie arbeiten gehen.
Dieses Argument könnte ich verstehen, wenn du das Wechselmodell anstrebst und nicht fröhlich tönst, etwas anderes als jedes zweite Wochenende kommt wegen deines Berufs nicht infrage. Die beiden Kinder sind nun einmal da. Entweder beteiligst du dich aktiv und fair an der Betreuung, so dass deine Frau auch ein vernünftiges Einkommen generieren kann oder du wirst sie finanziell für die Betreuung eurer Kinder unterstützen.
Euer Einkommen wird sich durch die Trennung nicht vermehren. Euer beider Vogel-Strauß-Politik wird am Ende des Tages irgendwann zu einem heftigen Aufwachen führen. Meine Empfehlung, setzt euch zusammen, schaut euch eure finanzielle Lage ganz konkret an, macht eine Einnahmen-Ausgaben Aufstellung und rechnet verschiedene Szenarien -Haus halten, Haus verkaufen, Betreuung der Kinder, sie stockt ihre Arbeitszeit auf, du reduzierst soweit für die Betreuung nötig- durch. Ihr habt zwei Kinder, ohne Kompromisse wird es nicht gehen. (Erst)Beratung durch einen Fachanwalt ist immer gut, die besten Lösungen solltet ihr gemeinsam im Sinne eurer Kinder treffen. Euer aktuell gemeinsames Haushaltseinkommen von 4.200 Euro wird sich spätestens im nächsten Jahr durch Wechsel der Steuerklasse nochmal drastisch reduzieren, davon sind dann zwei Haushalte mit allen Konsequenzen zu finanzieren. Bevor da jemand in öffentliche Töpfe greifen kann, müsst ihr alle Möglichkeiten ausschöpfen. Also. Kopf aus dem Sand nehmen, an einen Tisch setzen und rechnen. Vor dem bösen Erwachen.