Arnika
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Mir tut er vor allem leid. Was davon Dichtung und Wahrheit ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Vermutlich noch nicht mal er selbst. Klar ist, dass er sich alle paar Tage neue/alte Strategien zulegt in einer Welt zu handeln oder nicht-zu-handeln, die er offensichtlich nicht begreifen kann, damit handlungsunfähig wird bzw komplett falsch handelt und falsch interpretiert, meint, die Welt und die Frauen wären ihm was schuldig und schätzt sich falsch ein bei der Annahme, er ist ja gar so nett und gut. Und alle Strategien haben weniger was mit kämpfen, sondern mit wegducken zu tun.
So lieb und gut wie er meint ist er aber nicht: Er hat seiner Ex und auch dem "Geldopi" den Tod gewünscht, selbst Jahre nach der Trennung, er hat einen Hass auf die Kids, weil die auf der Seite ihrer Mutter standen, einen Hass auf die "Gesellschaft" und Frauen, die je nach Tagesverfassung schon ins Radikale geht, er meint, man müsse ihn hinterm Ofen hervorlocken, oder Unterwerfung der Frau und Tilgung der Emanzipation wäre das einzig Wahre und die Lösung all seiner Probleme. Eine Frau, die abhängig ist, kann ihm schließlich nicht weglaufen. Egal, wie er ist. Ja, eh auch ein Ansatz. Aber dass er den Gnadenhof nur mit der finanziellen Unterstützung seiner Frau halten konnte, und er auch damals alles andere als der Ernährer war, blendet er halt - wie so vieles andere auch - komplett aus. Armer Tropf.
Dann läuft er davon, duckt sich weg, teilt beleidigt aus und sitzt schmollend im Winkerl, weil die Welt nicht so ist, wie er es gern hätte und selbst in der Retropie, die er sich zusammenspinnt, er ja auch alles andere als der starke Mann und Ernährer etc wäre. Er kommt ja selbst nur grad so über die Runden. Wie soll er dann auch noch zusätzlich und allein Frauen und Kinder ernähren? Aber das sieht er nicht. Denn wenn Frau auf die von ihm so verehrte Rollenverteilung (die es ja in weiten Teilen der Gesellschaft selbst 1900 nie so gab) pochen würde, sie Hausfrau ist und er in der Ernährerrolle, dann wäre sie ja wieder nur hinter seinem Geld her. Das er nicht hat. Damit gerade für vor-emanzipatorische Frauen, die abhängig vom finanziellen Einkommen eines Mannes sind, keine Partie, die man auch nur andenken könnte.
Also wünscht er sich eine Frau, die kein Geld verdient und abhängig ist von ihm, und gleichzeitig sich selbst durchbringen kann, weil er finanziell nicht für sie sorgen kann. Eine Frau, die er gemäß Rollenverteilung ansprechen muss, aber die gleichzeitig ihn anspricht, wenn er sich nicht traut. Eine Frau, die sein Gejammer und seine Opferhaltung erträgt und akzeptiert, dass er um 21 Uhr schlafen geht und Verständnis zeigt, aber die gleichzeitig unternehmungslustig ist und ihn als "starken Fels in der Brandung" sieht. Dazwischen 5 Slavewalks. Wird eng. Ich begreife seine Not, aber bei seiner ver-rückten Weltsicht tut man sich etwas schwer mit der Logik.
Mir kommt er vor wie einer, der im Teich herumpaddelt, panisch ist und rumschreit, aber nicht checkt, dass das Wasser nur 100 cm hoch ist und er nichts anderes tun müsste, als ruhig zu bleiben, die Lage zu begreifen und sich aufzurichten. Arm ist er.