Du hast jetzt immerhin einen Blick auf Deine inneren Muster geworfen. Du bist derjenige, der die Beziehung am Leben hielt, indem Du sie immer wieder neu aufleben hast lassen.
Du hast ein schwaches inneres Ich und Dir fehlt so was wie Erdung und vor allem Selbstvertrauen und Selbstliebe.
Du lebst praktisch durch sie und Du mit Deinem Bedürfnissen existierst praktisch nicht als eigenständiges Wesen.
Denn Du bist der Spielball für einen anderen Menschen, der mit Dir verfährt, wie ihre Impulse ihr es gerade eingeben.
Ihr habt/hattet eine gewaltige Schieflage in der Beziehung. Sie oben auf dem Podest und für Dich blieb die Postiion zu ihren Füßen. Damit hast Du Dich zur Verfügungsmasse degradiert und darunter leidest Du auch. Aber Du hast keine Ahnung wie Du relativ schadlos da rauskommst.
Dabei kannst Du nur gewinnen! Ein Therapeutenbesuch kann nützlich, ja geradezu unverzichtbar sein, aber der Therapeut sollte Deine Verhaltensmuster in einen Kontext stellen. In den Kontext zu Deiner Kindheit, denn da haben viele Dinge ihren Ursprung.
Du müsstest eine Rückschau betreiben, die sehr weh tun kann, weil sie Dich wieder mit uralten Verletzungen konfrontiert. Du lebst mit ihr systematisch uralte Defizite, nie verheilte Verletzungen nach und das tust Du solange, solange Du nicht lernst, dass Du allein der Meister Deines Lebens und auch Deines Selbstgefühls bist.
Du hast die Dinge in der Hand, aber du legst die Verantwortung für Dich und Dein Wohlergehen in fremde Hände, die Dir das nicht etwa danken und pfleglich mit Dir umgehen, sondern Dich eigentlich misshandeln.
Was hast Du in der Kindheit erlebt? Zurückweisung? Das Gefühl nicht wichtig zu sein? Das Gefühl sogar lästig zu sein?
Wurdest Du ins Abseits gestellt, rumgeschoben und nicht beachtet? Ist man pfleglich und liebevoll mit Dir umgegangen?
Hattest Du oft Angst, Angst vor dem Verlassenwerden, vor der Einsamkeit, vor Unverständnis, vor mangelnder Akzeptanz? Hattest Du jemals das Gefühl dass Du in Ordnung bist wie Du bist?
Was hast Du damals oft empfunden?
Ich schätze, was Du mit dieser Tussi erlebst, ist ein Spiegelbild Deiner Kindheitserlebnisse. Du hast nie gelernt, dass Du wichtig bist und dass Deine Bedürfnisse zählen und Berücksichtigung verdienen. Statt dessen lässt Du Dich rumschieben wie auf einem Schachbrett, ausnützen und drangsalieren.
Hilft es, die inneren Muster zu erkennen? Ja, ich meine schon, denn es ist ein erster Schritt, sich dessen bewusst zu werden, wie selbstschädigend Du mit Dir umgehst.
Ein zweiter wichtiger Schritt ist die konsequente Trennung von dieser Frau. Keinen Kontakt mehr, nicht mehr einkniicken, völlige Fokussierung auf Dich! Sie ist nicht wichtig, sie ist nur der Spiegel Deiner Beschädigungen, aber sie kann sie auch nicht heilen. Selbst wenn sie besser mit Dir umginge, ist es allein Deine Verantwortung für Dich zu sorgen.
Das ist etwas was Du nicht gelernt hast. Ich bin es mir wert, dass ich gut mit mir umgehe. Wenn Du das ausstrahlen würdest, hätte eine defizitäre Frau wie sie keinen Adressaten. Da Du aber ausstrahlst, ich bin mir selbst egal und wenn ich dabei auf der Strecke bleibe, dann lebe ich halt damit und warte, bis sie mich wieder erhört und momentan rettet, bist Du eine Zielscheibe für sie.
Sie lebt ihre Defizite an Dir aus und Du Deine an ihr, nur mit dem kleinen Unterschied, dass Du in der ohnmächtigen Position bist.
Ein dritter Schritt wäre dann die Rückschau, der Blick zurück über Deine Schulter. Das ist dann Ursachenforschung und die ist der eigentliche Knackpunkt. Indem Du die uralten Verletzungen auf die bewusste Ebene holst und Dir dadurch Deiner selbst mehr bewusst wirst und sie zulässt und als einen Teil von Dir betrachtest, der zwar schmerzhaft ist, aber Dir nicht den Rest Deines Lebens vergällen musst, kann es besser werden. Du hast da einen kleinen, verängstigten, zaghaften Jungen in Dir, der nie an sich glaubt! Hol ihn zu Dir, integriere ihn in Dein Leben, schau ihn an und kümmere Dich ujm ihn.
Das ist ein Schlüssel zu einem besseren Leben, da Du unbewusste und unbeachtete Teile Deines Wesens zulässt.
Das ist ein langer Prozess, aber er lohnt sich auch. Ohne Tränen wird es nicht abgehen, ohne Rückschläge auch nicht. Der Weg ist steinig und hart , aber es wartet was auf Dich und das kannst nur Du allein Dir geben und Dir zugestehen: ein besseres Leben und eine bessere Einstellung zu Dir selbst als jetzt.
Begonie