Zitat von thegirlnextdoor:Das würde ich dann den Therapeuten entscheiden lassen. Der ist diesbezüglich geschult und kann das am besten beurteilen. Ja, hier im Forum wirkt er ...
Du, ich möchte dem Therapeuten auch nichts abnehmen, aber ich darf für mich durchaus feststellen, dass ich bahnbrechende Erfolge für unwahrscheinlich halte. Wir haben Playmobil hier über einen außergewöhnlich langen Zeitraum erlebt und bemerkt, wie er Runde um Runde in seinem eigenen Hamsterrad dreht. Er kommt keinen My vorwärts und das nicht aus zwingenden äußeren Umständen, sondern vordergründig aus Gründen der Bequemlichkeit. Weil es toll ist, zwei Frauen an der Angel zu haben. Weil es toll ist, die Familie daheim und eine Gspusi für besondere Stunden bei sich zu wissen. Weil der Druck von beiden Seiten noch erträglich genug ist, damit die Vorteile überwiegen.
Selbst jetzt stellt er ja nur nebeneinander fest, dass a.) Alles beim Alten bleibt und b.) Es ihm nicht gut geht. Die Verknüpfung, die Schlussfolgerung, mindestens eine der beiden Beziehungen als Stressor zu eliminieren, trifft er nicht. Im Gegenteil, für ihn ist es jetzt ganz angenehm, vom Therapeuten bescheinigt zu bekommen, dass er ja
wirklich so gestresst ist wie er sich fühlt. Und ich habe eine dumpfe Ahnung, dass er den Therapeuten auch zukünftig in diese Richtung interpretieren wird, selbst wenn der ihm metaphorisch den Allerwertesten aufreißt. Weil er in seiner Diktion nicht eigenverantwortlich handelt, sondern von beiden Seiten als Punchingball benutzt wird. Weil nicht er das Heft des Handelns in der Hand halten will, sondern die Verantwortung dafür abdrücken.
Normalerweise befürworte ich eine Therapie, egal welche, fast uneingeschränkt, weil ich weiß, wie sehr sie Menschen helfen kann. Nur hier sehe ich sie, wie andere User auch, als moralisches Feigenblatt, Playmobils Gewissen beruhigend und ihm den Druck von den Schultern nehmend, die seit mindestens einem Jahr überfällige Entscheidung zu treffen, von der er weiß, wie notwendig sie ist. Sein Therapeut hat ihm das einstiegsweise eröffnet und er gibt das hier wieder, als wäre es etwas neues. Tatsächlich ist das aber nur der Anfang, denn, wie du ganz recht sagst: Erste Stunde. Da fasst man erstmal alle denklogisch passablen Handlungsalternativen grob zusammen, und auf diese wurde er hier schon längst gestoßen.
Wir können uns hier ja gerne rund um Weihnachten wiedertreffen und schauen, was entstanden ist. Wie die Therapie gefruchtet hat. Ich halte den Acker für ausgedörrt und erwarte dementsprechend keine Ernte. Wenn du Recht hast, dann essen wir unterm Tannenbaum Maiskolben.