DiesDasAnanas
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Bei ihm hingegen ist keine innere Reifung/Entwicklung zu erkennen.
Du schreibst, dir helfen die Gespräche bei der Verarbeitung. Zumindest denke ich waren sie sehr hilfreich um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass dieser Mann als Partner an deiner Seite ausgeschlossen ist. Er wird seine Familie nicht verlassen. Seine Gründe hierzu sind nebensächlich.
Dein Heilung-und Reifungsprozess ist gerade im Gang. Das ist wirklich eine großartige Sache, auch der Mut den du aufbringst um dich deinen Themen schonungslos ehrlich zu stellen. Es ist nicht immer einfach, aber wie du durch deine Tiefphase im Dezember erfahren durftest, wachsen wir in diesen Zeiten über uns selbst hinaus. Letztendlich ist deine Phase im Dezember auch eine Art Entzug gewesen und hat deinen Blick auf das Wesentliche gelenkt. Nämlich auf dich selbst, zurück zu dir und das ist wunderbar. Ich hoffe das klingt nicht blöd.
Deinen Entschluss bzw. die Erkenntnis dich in Selbstliebe zu üben und in Eigenverantwortung für ein erfülltes Leben zu treten, statt dich in die nächste Beziehung zu stürzen die dich letztendlich - wie du selbst sagst- von dir selbst und deinen Themen ablenkt, ist sehr sinnvoll und bewundernswert.
Was du schreibst ist an sich sehr schlüssig. Das ein oder andere möchte ich gerne aufgreifen. Das sind nur meine Gedanken dazu und auch wenn hier die ein oder andere Wertung dabei sein kann, möchte ich nicht verurteilen oder angreifen. Es schildert lediglich meinen Eindruck. Mal in chaotischen Absätzen:
Du bist zurecht fassungslos über sein Benehmen und seinen erneuten Versuchen die Affäre auch körperlich wieder aufleben zu lassen. Dieses Verhalten ist sehr unreflektiert und skrupellos beiden Frauen gegenüber. Es würde mich ebenfalls abstoßen.
Bitte die wöchentlichen Treffen zum Kaffee trinken oder spazieren gehen nicht bagatellisieren, sondern als das sehen was sie sind. Eine emotionale Affäre. Mir ist bewusst, dass du diese Treffen in deinem Text nicht beschönigst. Ich finde auch deine Einstellung bzw. deinen klaren Blick zu diesem Umstand der Treffen (Heimlichkeiten, Affäre wird auf emotionaler Ebene weitergeführt, Risiko, etc) erleichternd. Du erkennst die Problematik der Treffen eigentlich selbst. Schlecht bzw. Schade ist nur, dass du deine Konsequenzen daraus nicht ziehst.
Du schreibst dein Ex-Freund/AP kann dich nicht loslassen und im Zuge dessen kannst du von ihm nicht ablassen. Ich denke aber, auch hier bist du nicht Handlungsunfähig und es bedarf mehr Eigenverantwortung, Trennungskompetenz oder die Fähigkeit deine Grenzen zu kennen und dafür einzustehen.
Den ich denke, wenn du wirklich keine Kontaktaufnahme von ihm wünscht, dann findest du Wege, diese Grenze die du ihm gesetzt hast, durchzusetzen. Möglichkeiten gibt es hierzu viele
- Handynummer blockieren und löschen
- ihm schriftlich mitteilen, dass ein erneuter Kontakt Versuch egal auf welcher Ebene nicht erwünscht ist und wenn ihm jemals etwas an dir gelegen hat, er diesen Wunsch respektieren und endlich akzeptieren soll. Auch um dir die Möglichkeit zu geben endlich abschließen zu können und nach vorne zu blicken.
- ihn über Konsequenzen zu informieren die du bereit bist umzusetzen, sollte er sich nicht an das Kontaktverbot halten. Konsequenzen können sein:
a) seine Frau über den erneuten heimlichen Kontakt und den Wunsch auf körperliche Intimitäten zu informieren.
b) zugegeben hab noch nicht den gesamten Thread gelesen, kenne die Arbeits Konstellation nicht im genauen, ihr seid Kollegen(?) Hier gibt es die Möglichkeit sich an den Betriebsrat oder einen Vorgesetzen zu wenden um sich Unterstützung gegen die unerwünschten Kontaktversuche zu holen. Nicht angenehm, aber effektiv.
c) beim Anwalt beraten lassen und zur Not ein Schreiben vom Anwalt aufsetzen lassen.
Natürlich mögen diese Konsequenzen hart erscheinen, aber letztendlich dient es deinem Selbstschutz. Du hast zu Beginn der Trennung diese Anforderung der Kontaktsperre gestellt. Er hat diese nicht ernst genommen, respektiert oder wie auch immer man es betiteln möchte. Es wäre an dieser Stelle an dir gelegen deine Grenzen zu wahren. Dies ist nicht passiert, du lässt den Kontakt nach wie vor zu. Du beteiligst dich aktiv daran eine Verbindung zu ihm aufrecht zu erhalten. Der Kommunikationskanal ist noch nicht gekappt und das schafft Probleme. Mit der Feststellung möchte ich dich nicht angreifen, sondern lediglich mehr in eine handlungsfähigere Position bringen. Denn egal wie sehr der AP sich um Kontakt bemüht, WENN du bei deinen Standards bleiben und deine Grenzen wahren würdest, wären seine Versuche erfolglos.
Du schreibst er kann/will dich nicht los lassen und es fällt dir im Umkehrschluss schwer von ihm abzulassen. Okay, das ist zumindest ein ehrliches Eingeständnis. Es ist in Ordnung noch nicht hundertprozentig in der Lage zu sein den Kontakt völlig abzubrechen. Es zeigt aber auch deutlich, dass es hier noch Themen gibt die du dir anschauen und aufarbeiten solltest.
Persönlich glaube ich das euch beiden ein Null-Kontakt sehr helfen wird und um ehrlich zu sein halte ich einen Null-Kontakt in eurer Situation für unumgänglich.
Aus folgenden Gründen:
1. Er übernimmt nicht die Verantwortung für seine Entscheidungen und möchte die daraus resultierenden Konsequenzen nicht tragen. Soll heißen: Er entscheidet sich für seine Familie - > Als Konsequenz muss er die Beziehung/Affäre zu dir beenden und den Kontakt abbrechen. Sich voll und ganz dem Wiederaufbau der Ehe und dem Erhalt der Familie verschreiben.
Er entscheidet sich für eine Beziehung mit dir - > Als Konsequenz muss er in den ersten Monaten der Trennung mit starker Ablehnung rechnen und diese ertragen und aushalten können. Auch eine erneute Annäherung an die Kinder nach der Ablehnung wird Arbeit und Kraft kosten. Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit sind gefragt. Nicht umsonst sagt man, dass die eigentliche Feuerprobe für das Paar erst nach der Trennung in den Folgemonaten stattfindet. Je nachdem auch mit finanziellen Einbußen rechnen. Lernen auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst alleine aushalten können.
Wie du selbst erkannt hast verhält er sich egoistisch und unreif. Es gibt diesen Spruch "Wasch mich, aber mach mich nicht nass.", der kommt mir bei seinem Verhalten in den Sinn.
2. Er sabotiert sich selbst. Statt jetzt seine volle Aufmerksamkeit auf den Wiederaufbau der Ehe/Familie zu richten und dieser Entscheidung eine faire und ehrliche Chance zu geben, investiert er viel Mühe dafür den Kontakt zu dir nicht zu verlieren, legt weiterhin ein sehr illoyales Verhalten an den Tag, beginnt wieder ein Konstrukt aus Lügen zu flechten. Es gibt also wieder Dinge die er vor seiner Frau verheimlicht oder eher verheimlichen möchte (wiederholtes geplantes Fremdgehen/Betrügen) und diese Heimlichkeiten schaffen Distanz. Aus dieser Distanz heraus wird es ihm nicht möglich sein sich emotional erneut in dem Maß auf die Ehe einzulassen die es eigentlich brauchen würde.
Außerdem ist er so sehr damit beschäftigt beide Frauen warm zu halten und die für ihn beste Lösung umzusetzen, nämlich bei der Ehefrau zu bleiben, während er dich ebenfalls heimlich trifft, dass er sich nicht mit sich und seinen Themen auseinander setzt. Er kommt nicht an den Punkt aus dem innere Reife bzw. eine Persönlichkeitsentwicklung entstehen kann. Die Verhaltensmuster wiederholen sich einfach nur.
Was noch viel schlimmer ist, als das er sich selbst in seiner Entwicklung sabotiert ist, dass er deinen Entwicklungs-und schließlich auch Heilungsprozess sabotiert. Auch Du, sabotierst dich selbst indem du Kontakt zu AP pflegst. Den regelmäßiger Kontakt zum AP verlangsamt deinen Entwicklungsprozess oder lässt ihn im schlimmsten Fall komplett erliegen. Solange ein Kontakt besteht, vor allem wenn intensive Gespräche geführt werden die regelmäßig in einer bestimmte Richtung gelenkt werden, besteht immer die Gefahr rückfällig zu werden. Es hält in vielen Fällen auch unbewusst davon ab sich emotional aus der Affäre zu ziehen und somit schwindet die Möglichkeit wahrhaftig frei zu sein für die Fähigkeit sich auf einen anderen Mann einzulassen. Denn wenn wir körperlich und/oder emotional noch in unsere alten "Beziehungen" verstrickt sind, sind wir nicht (gänzlich) frei für etwas Neues. Damit meine ich nicht nur eine neue Beziehung, sondern auch ein erfülltes Single-Leben ohne das unsere Energie/Gedanken/Emotionen unbewusst an etwas altes und ungesundes gekettet sind. Deine Energie und deine Gedanken sind bei dir und für dich besser aufgehoben, als bei einem Mann der dich nur als seine Schattenffrau rekrutieren möchte. Das Licht und das Leben ist so viel schöner.
3. Risiko sich wieder in einer vollausgewachsenen Affäre zu verfangen.
Was erhoffst du dir von dem Kontakt mit AP?
Wohin soll die Reise führen?
Es hat dir geholfen zu erkennen, dass er sich nicht von seiner Frau trennen wird. Er wird seine Familie nicht verlassen. Er ist nicht in der Lage als erwachsener Mann erstmal auf eigenen Beinen zu stehen und die erste Zeit alleine zu wohnen. Gut, die wichtigen Infos hast du jetzt. Er hat Gefühle für dich, offensichtlich aber nicht stark genug um die Konsequenzen einer Trennung (er)tragen zu können. Verliebtsein/Liebe ist für mich kein Argument. Jedenfalls nicht wenn es mindestens einer Person Schmerz und Leid zufügt. An dem Punkt wart ihr ja schon. Also, was sind deine Ambitionen für die Zukunft?
Welche Rolle spielt er in deiner Zukunft? Spielt er dort überhaupt eine Rolle oder ist er in deiner Gegenwart eine Lernaufgabe des Universums an der du wachsen darfst?
Freundschaft? - Sind Freunde nicht Menschen von denen man seiner Familie und Freunden erzählen kann? Die man am Geburtstag nach Hause zum Kaffee einlädt, die man Trifft und der Partner ist darüber in Kenntnis gesetzt, wäre das bei euch gegeben? Wenn ich mit einem "Freund" mehr als Freundschaft will, ist es dann wirklich ein Freund oder wird der Name Freundschaft dann nur als Deckmantel benutzt um sich nah sein zu können und auf die nächste Gelegenheit für ein sexuelles Intermezzo zu warten? Ist der Wunsch Freunde zu sein, dann nur eine Ausrede um sich der Endgültigkeit der Entscheidung/Konsequenz nicht stellen zu müssen?
Seine Ambitionen und Vorstellungen von der Zukunft sind klar: Er wird seine Familie nicht verlassen. Dich möchte er als seine heimliche Geliebte halten. Du hast dich demnach so zurück zu stellen, dass seine Beziehung zur Ehefrau und damit das Familienleben nicht gefährdet ist. Statt dich frei zu geben, involviert er dich in eine Affäre und du bekommst die Krümmel ab. Er hat also alles, muss sich nicht entscheiden und solange ihr nicht aufliegt auch keine Konsequenzen zu tragen. Er möchte keine Freundschaft, sondern eine Affäre. Punkt.
Ich würde von diesem Gedanken dich lediglich sexuell auf ihn einzulassen sehr schnell Abstand nehmen. Einen riesen großen Abstand um ehrlich zu sein. Es ist Wunschdenken und Selbstbetrug sich einzureden, dass man selbst soweit emotional geheilt ist um sich nicht mehr zu verstricken. Dann bist nämlich du diejenige die blindlings ins verderben rennt und nicht er. Es wird dir nicht gut tun dich weiterhin und vor allem körperlich mit ihm einzulassen. Es wirft dich in deinem Prozess zurück und bedeutet im Grunde ein Rückschritt in deinem Erfolg.
Hör auf dein Bauchgefühl. Bleib bei Verstand und fang nicht an dir die Dinge schön zu reden um dir selbst irgendeine Genehmigung oder Rechtfertigung zu geben, dem körperlichen doch nachzugehen.
Sieh ihn mal realistischer. Damit hast du ja bereits begonnen.
Er ist illoyal, er lügt, er ist skrupellos genug um erneut zu betrügen, er ist nicht fähig seine Konsequenzen zu ziehen, er ist egoistisch, respektierte deine Bedingungen nicht und möchte stattdessen das Beste aus beiden Welten, auch das Leid das er seiner Frau und dir dadurch zufügt würden ihn nicht davon abhalten.
Ist der tolle Sex, den Schmerz, das Drama, die Möglichkeit die Chance auf einen "eigenen" Partner zu verpassen wirklich Wert? - ich kann mir das nicht vorstellen. Stattdessen denke ich es wird eher so wie es dir dein Bauchgefühl sagt. Die Sache wird zu intensiv du kommst aus der Affäre dann gar nicht mehr raus und zerbrichst daran oder nur schwer mit noch viel tieferen Wunden als du sie jetzt hast. Wenn ich so lese wieviel Jahre Lebenszeit viele Geliebte (Frauen wie Männer) in einer Affäre vergeudet haben, weil sie den Absprung nicht mehr geschafft haben und danach teilweise nochmal Monate/Jahre um das ganze zu verarbeiten. Lass es lieber und erfreue dich deinem aktuellen Fortschritt. Investiere deine Zeit und Energie lieber in deine Heilung statt in deinen Untergang.
Der Vorteil in deine Heilung zu investieren und auf den Null-Kontakt zu gehen ist, dass du dir selbst somit die beste Chance gibst zu heilen, weil du dich auf dich konzentrierst und zwar nur auf dich und Dinge dir die gut tun. In die Verantwortlichkeit für sich selbst zu gehen ist nicht immer leicht und manchmal muss man die Verantwortung für andere auch mittragen. Du magst für den weiteren Verlauf der Ehe des AP nicht verantwortlich sein, sehr wohl aber dafür ob du dich an einem weiteren Betrug beteiligst oder nicht. Bei einer Affäre 2.0 ist das Machtverhältnis nicht ausgeglichen. Er hätte dann die Bequemlichkeit die er sich wünscht und es besteht keine Notwendigkeit für ihn zur Veränderung. Er steht bei einer erneuten Affäre mit dir nicht unter Handlungsdruck, denn er hat dich im Sack. Er wird in seinem Leben nichts vermissen, du hingegen stehst im Grunde alleine da. Falls es in diesem langen Text nicht so deutlich raus kam: Ich rate dir von einer erneuten Affäre dringend ab. Stattdessen rate ich dir den Kontakt komplett abzubrechen und den Null-Kontakt durchzuziehen und standhaft zu bleiben. Denn ich glaube das dies sehr viel in deinem AP auslösen wird. Aktuell greift er nach jedem Strohhalm und jeder Möglichkeit dich wieder unter die Fittiche zu bekommen. Er scheint damit ja auch recht erfolgreich zu sein. Aber wenn der Kontakt zu dir komplett abbricht und er sich ganz ohne dich weiß, wird sich erst richtig zeigen was sich in ihm regt. Den bislang war ja völlig egal wie er sich benimmt, verloren hat er dich nicht, weil du trotzdem noch verfügbar für ihn bist. Der konsequente Abstand hilft euch vlt. auch heraus zu finden wie dauerhaft die Gefühle sind und inwiefern es sich um liebesüchtige Verhalten handelt das mit der Zeit verpufft.