Zitat von Lichtstrahl1:Er geht zurück zu seiner Frau, obwohl die Kinder längst aus dem Haus sind! Dabei hätte er eine Alternative.
Zitat von Lichtstrahl1: Er kehrt zurück obwohl das Nest leer ist! Das tut er, weil er seine Frau liebt und weil sich das Leben mit ihr so viel besser anfühlt als mit dir.
Ich möchte dich damit nicht verletzen aber er wird die ganze Zeit während der Trennung das Leben mit dir und das Leben mit seiner Frau verglichen haben.
Er kehrt dorthin zurück, wo es warm herkommt.
Natürlich hat er das Leben mit mir mit seinem bisherigen Leben verglichen. Und das Leben mit mir wäre komplett anders als sein bisheriges, so wie mein Leben ja jetzt auch komplett anders ist und mein ganzer bisheriger Lebensentwurf dahin ist.
Das muss man wirklich wollen. Und zwar nicht wegen oder für einen anderen, sondern man muss den unbedingten Willen haben, sein Leben und sein Glück selbst in die Hand zu nehmen. Und ganz schnöde dürfen einem da insbesondere materielle Werte und sonstige Bequemlichkeiten nicht so wichtig sein, denn so eine Trennung kostet Geld und ist mit so einigen Entbehrungen verbunden.
Und sein neues Leben wäre anders als meines. Er hat immer gesagt, dass die Kinder kein Problem darstellen würden, er hätte ja von Beginn an gewusst, dass ich nur mit meinen Kindern zu haben bin. Und ich glaube ihm das durchaus hatte sogar das Gefühl, dass er sie gerne bald kennengelernt hätte, er hat immer nach ihnen gefragt, sich Bilder zeigen lassen, davon gesprochen, wie sie wohl reagieren und wie das alles werden würde. Aber so schnell wäre das alles nicht gegangen. Meine Kinder sind noch dabei, den Schock der Trennung zu verarbeiten, und wir sortieren uns gerade erst mit unserem neuen, getrennt erziehenden Familienleben. Da kann ich ihnen jetzt nicht direkt den nächsten Schock zumuten und ihnen den neuen Partner vor die Nase setzen, geschweige denn mit ihm zusammenziehen. Er hätte sich also erstmal selbst eine kleine Wohnung nehmen müssen, und da er ja bereits zu Hause ausgezogen und in ein Zimmer zur Untermiete gezogen war, hat er ja bereits gemerkt, was das bedeutet. Zwar sind die Kinder an zwei Tagen der Woche und jedes 2. Wochenende bei ihrem Vater, aber immer wenn sie bei mir waren, war mein Exfreund allein. Natürlich hat er Freunde, mit denen er sich getroffen hat, aber alleine leben - das hat er noch nie zuvor in seinem Leben gemacht. Er ist damals von zu Hause aus direkt in eine Studenten-WG gezogen, wo er auch seine Frau kennengelernt hat.
Ein ganz schöner Abstieg - vom schön renovierten Reihenendhaus mit Garten in eine Junggesellenbude, dazu eine Freundin, die noch in ihrer Familie eingebunden ist und jedenfalls vorerst nur die Hälfte der Zeit, die Hälfte der Ferien verfügbar ist (die ich ja im Übrigen auch nicht zu 100 % mit ihm verbracht hätte, ich hab ja auch noch meine Freunde und eigene Interessen), während die eigenen Kinder den Kontakt abgebrochen haben und er überall außen vor war. Als Krönung kam noch dazu, dass es vor ein paar Wochen Probleme mit seiner alten Mutter hatte, da hat sich dann auch die Frau gekümmert, das war natürlich ihre Stunde. Er ist ein Familienmensch. Und bis er mit mir wieder halbwegs ein Familienleben hätte führen können, wäre noch einige Zeit vergangen, eine ganz schöne Durststrecke.
Ich spüre ja selbst gerade, wie hart das ist, plötzlich allein zu sein, abgeschnitten vom bisherigen Leben, in einer neuen Umgebung, mit ganz viel Zeit, die man auf einmal irgendwie füllen muss. Und ich hab das ja nicht für ihn getan, sondern für mich, für mein Leben, das ich nur einmal lebe. Ich sehe das schon realistisch, seine Gefühle für mich sind nicht stark genug, um das durchzuziehen, ihn hat der Mut verlassen, der ihn anfangs getragen hat, und wahrscheinlich ging es ihm in seiner Ehe auch nicht so schlecht wie mir in meiner.