Zitat von Zimtschnecke93: er ist mir mit der Zeit sehr ans Herz
Ihr kanntet einander erst wenige Wochen. Rein zeitlich also kein epochaler Lebensabschnitt. Aber natürlich kann auch so schon viel getriggert werden.
Zitat von Zimtschnecke93: wir verstehen uns auf allen Ebenen
Nein, eben nicht.
Ich glaube Dir aber gern, daß es so auf Dich gewirkt hat, nachdem sein Verhalten Dir zunächst mal keinen Anlaß gegeben hatte, dies in Frage zu stellen.
Zitat von Zimtschnecke93: Das sagte er ja selbst, dass es auch für ihn auf allen Ebenen passt. Ich weiß nicht, warum er dann jetzt so reagiert und das Ganze so geendet ist.
Was er sagt und was er tut passte aber zuletzt nicht mehr zusammen. Wenn es wirklich so wäre, hätte er sich nicht zurückgezogen.
Zitat von Zimtschnecke93: Da kann ich ihm leider nicht helfen
Das mußt Du auch nicht.
Du hattest ihn beim Einkaufen kennengelernt, und er hatte Dir damals seine Nr gegeben, richtig? Schüchtern ist er demnach also schon mal nicht, und auch während der Spaziergänge habt Ihr Euch ja gut vertragen.
Der Rückzug setzte schlagartig ein, als Du von der Freizeitpartnerschaft weg auf eine andere Ebene wolltest. Offenbar will er weder eine Freundschaft, noch eine Paarbeziehung mit Dir.
Ob das an einer generellen Bindungsangst liegt oder schlicht daran, daß er mit Frauen im allgemeinen oder mit Dir im Besonderen generell keinen Umgang pflegen will, der über ein paar Hundespaziergänge hinausgeht - wir wissen es nicht. Theoretisch könnte ihm der Kontakt auch schlicht zu fad geworden sein, ohne daß er sich das hat anmerken lassen. In jedem Fall ist es seine freie Entscheidung, die es nun zu akzeptieren gilt.
Mehr mag ich zu ihm nicht sagen, denn aus meiner Sicht hat er sich schlüssig genug verhalten. Vor allem aber scheint er mir auch nicht das Problem zu sein, sondern das liegt in Dir selbst:
Warum trifft sein Rückzug aus Eurer Kurzbekanntschaft Dich so sehr, daß es regelrecht zu Schmerzen scheint? Wie konnte ein wildfremder Mensch Dir binnen kürzester Zeit und ganz ohne jedes Techtelmechtel so wichtig werden, daß Du seine Nähe (nicht: ihn) so dermaßen vermißt?
Gibt es denn sonst niemand in Deinem Leben, mit dem Du Dich (so) gut verstehst?
Hast Du Dich vor Eurer Begegnung auch schon jemals so traurig gefühlt und wenn ja, bei welcher Gelegenheit? (Mußt Du nicht hier im Forum breiteren, nur ein Denkanstoß). Wenn ja, wie bist Du seinerzeit damit umgegangen?
Oder erlebst Du diesen Abschiedsschmerz buchstäblich zum ersten Mal im Deinem Leben?
In der Tat wachsen Herzensfreunde ebensowenig auf den Bäumen wie wirklich große Lieben im Leben. Daher tut es natürlich sehr weh, wenn so jemand plötzlich fort ist und das auch noch von sich aus.
Aber Du kannst nur lernen, damit umzugehen. Dazu gehört auch, sich neuen Bekannten erst nach und nach zu öffnen und ein paar Dinge ganz tief im eigenen Herzen nur für sich selbst zurückzubehalten. Niemals irgendwen oder irgendwas als gegeben hinzunehmen, sondern jeden Moment bewusst im Gedanken zu genießen, es könne der letzte sein.
Erinnere Dich mal an die Zeit im Juli zurück, als Ihr einander begegnet wart. Du warst erst gar nicht so angetan von ihm - geh ruhig nochmal in Dich, warum. Erinnere Dich auch, wie Du Dich vor der Begegnung gefühlt und gelebt hast - es ging Dir besser als jetzt und das ganz ohne ihn, richtig?
Mach Dir klar, inwiefern er da einen Unterschied gemacht hat. Waren es die Gespräche, seine Aufmerksamkeit, sein Verständnis? Vielleicht auch sein Wissen?
Wenn ja, wo könntest Du sowas in halbwegs ähnlicher Form erneut finden - und halten? Wie wäre es beispielsweise mit einem Tagebuch? Oder mit einer Freizeitgruppe, einem Stammtisch, einem Verein, einem VHS-Kurs?
Vielleicht findest Du es nicht in einer einzigen Person - aber verteilt auf mehrere jeweils etwas von dem, was Du aktuell vermisst?
Ich finde es wichtig, daß man erst mal ein zufriedener Single ist, ehe man sich auf neue Freund- und Liebschaften einläßt. Das eigene Wohlbefinden sollte nicht komplett davon abhängen, ob bestimmte Menschen in unserem Leben sind oder nicht.
Natürlich ist jeder Mensch etwas ganz besonderes und insofern auch unersetzlich. Aber wieviel Zeit uns mit anderen vergönnt ist, das können wir nur bedingt selbst beeinflussen. Deshalb sollte man sich IMO auch nicht zu früh, viel zu schnell, viel sehr an andere Menschen hängen und ihnen so eine Bedeutung fürs eigene Leben verleihen, die ggfs unangemessen ist.
Letztlich tun wir ihnen damit keinen Gefallen und schaden uns auch selbst damit. Aber sei versichert: darin bist Du nicht allein. Wir alle haben das durch, auf die eine oder andere Weise...