Zitat von Schneeliese:Aber dass er sich da seine Welt gebaut hat um selbst mit seinem tun klar zu kommen ist ja offensichtlich.
Ersetze "er" mit "Ich" und es passt auch.
@Schneeliese es tut mir unglaublich weh deine Geschichte zu lesen, weil ich zuviele Parallelen zu mir sehe.
Du baust dir ein unglaubliches Konstrukt auf. Du sagst, du möchtest IHN und SEINE Verhaltensweisen verstehen. Warum? Damit du dich noch besser einpassen kannst, wie damals mit deinem Vater? Damit du noch besser funktionierst und dir einbildest, damit seine nächsten Ausraster besser vorauszusehen und diese vorzubeugen?
Bist du verantwortlich für SEIN Handeln? NEIN!
Aber du bist verantwortlich für dich und DEIN Handeln. Und du überlegst die ganze Zeit, was mit IHM ist. Was ist mit dir? Hast du schon angefangen, dich ein wenig zu spüren? Es gibt soviele gute Tipps hier in den threads, diverse Bücher (Das Kind in dir will Heimat finden, z.B.) etc. Aber da bist du noch nicht.
Als meine Ehe damals vorbei war, hatte ich auch nur IHN im Kopf, was er wohl als nächstes machen könnte, damit ich entsprechende Schritte des Schutzes für mich einleiten könnte. Aber die Fragen meiner Kollegin, "was ich vorhätte?" habe ich einfach nicht verstanden. Ich habe Jahre gebraucht, um zu kapieren, dass ich nicht immer nur zu RE-agieren habe - auf toxische Personen, sondern auch selber ein Recht auf Leben habe.
Von daher hoffe und bange ich mit dir, dass dir die Augen aufgehen und du akzeptieren kannst, dass du in einer 'Angst- und Schrecken Ehe' steckst, egal ob räumlich gerade bei ihm oder nicht. Du bist gefühlt immer noch massiv an ihn gebunden und mit Gedanken eh nur bei ihm. Und selbst wenn es gute Zeiten gibt, bist du immerzu auf Hab Acht, weil er jederzeit in unberechenbarer Form ausrasten könnte. Immerzu musst du voll beherrscht und kontrolliert sein, damit du alles berücksichtigst, was ihn wieder zum ausrasten veranlassen könnte.
Ist das nicht traurig? Im Grunde kreisen alle deine Gedanken nach wie vor um diese Angst- und Schreckenkombination. Immerzu geht es nur darum, diese entweder zu verstehen, wie diese umgehen, abfedern, oder wie damit klar kommen, wenn es doch wieder daneben ging und du NATÜRLICH Schuld warst, dass er wieder ausgerastet ist.
Wache auf. Sieh dir meine Signatur an. Das ist ein seeehr alter Erfahrungswert. Und es mag erst einmal sehr weh tun. Aber dann wird es wesentlich besser, als du dir jemals hast vorstellen können. Bitte, sei es dir selber wert, und schaue nicht mehr wie das verschreckte Kaninchen nur noch auf die Schlange. Hoppel weg, so schnell du kannst.