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Ich bin an allem schuld

pisa9555

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Hallo,



ich habe mich zum Dritten mal von meinem Freund getrennt (Fernbeziehung). Das erste Mal waren wir im Urlaub und er hatte im Zug eine Panikattacke bekommen, weil er meinte, dass das Mädchen gegenüber von ihm ihn anstarren und attraktiv finden würde und der Junge neben ihm wahrscheinlich gleichgeschlechtlich wäre und ihn deswegen auch angestarrt hätte. Er ist dann aggressiv aufgestanden und hat sich woanders hingesetzt. Ein Tag später hat er einfach jemanden auf der Strasse angesprochen und ihm gesagt, dass er ihn nicht auslachen solle, obwohl der Typ einfach nur in der Gruppe mit anderen gelacht hat. Mir hat das Angst gemacht und ich bin an dem Abend weg, da es davor schon einmal passiert war und ich das gruselig fand. Ich war dann diejenige, die sich bei ihm entschuldigen musste, er hatte mir vorgeworfen, dass ich ihn in seinen schlimmsten Momenten alleine gelassen hätte. Wir haben uns dann wiedergesehen und dann hatte er sich auch zusammengerissen, aber irgendwie konnte ich mich nie neben ihm entspannen. Er ist nach dem Urlaub zurück in die USA geflogen, wo er wohnt und wo wir uns kennengelernt hatten. Bevor ich die USA verlassen hatte, wusste er, dass ich mein Medizinstudium in Riga anfange. Er hatte dies auch seiner Familie erzählt. Zudem ist seine Familie gläubig. Als ich dann in Riga war und ihm erzählt habe, wie glücklich mich das Studium hier macht, meinte er nur und was ist mit uns, er würde keine 6 Jahre lang warten, zudem müsse ich ja auch noch konvertieren , da er jüdisch ist und er würde auch schon bald eine Familie gründen wollen, als Ärztin arbeiten und Kinder haben wäre zu schwierig usw. Habe mich nach diesen Sätzen von ihm getrennt, weil ich einfach nur fassungslos war, wie viel er von mir erwartet und mich so null unterstützt. Ich hatte einen Riesen Schmerz in mir und wusste nicht, ob ich das richtige mache, ob ich nicht zu ihm kommen soll, ob Medizin das Richtige ist, er hat mich komplett verunsichert. Er reagierte dann auch wieder komplett eingeschnappt und meinte, wenn ich ihn so behandeln würde, könne er mir ja jetzt auch die kalte Schulter zeigen und ich war wieder diejenige, die darum gekämpft hat, dass wir irgendwie wieder miteinander reden. Am Valentinstag meinte er dann nur, dass er mir ja theoretisch etwas hätte nach Riga schicken können, aber das wäre ja sowas von ein *beep*, da würde es drei Wochen dauern, bis etwas ankäme.

Ich habe wegen ihm das alles fast abgebrochen, bin für zwei Wochen zu meiner Mutter, um einen klaren Kopf zu bekommen und habe ihm dann eine lange Mail geschrieben, dass wir wohl zu unterschiedlich sind und ich andere Lebenspläne habe als er, ich fühle mich nicht unterstützt und alleine gelassen. Habe ihn daraufhin blockiert, weil ich einfach so wütend war. Mir tat es dann leid, dass ich ihn einfach so ignoriert habe und habe mich dann bei ihm entschuldigt. Er meinte dann nur, ich wäre es selber schuld, er hätte noch nie eine so unstabile Beziehung mit einer Frau gehabt, er hätte innerhalb einer Woche alle Gefühle für mich verloren und es wäre ja gut, dass ich meinen Fehler einsehen würde, aber er würde jetzt ohne mich weiterziehen, strike one wäre in dem Moment gewesen, wo ich ihn im Urlaub mit seinen Attacken alleine gelassen hätte, er hat die Person dann auch noch als strange Inder herablassend bezeichnet (war ein Inder) und meinte ja, so würde er diese Leute eben ansehen, strike zwei in Riga und das wäre jetzt strike 3 gewesen, wir würden nie wieder zusammenkommen und ich wäre ja kein schlechter Mensch. Ich habe ihm mehrmals versucht zu erklären, wie ich mich unter Druck gesetzt gefühlt habe und er meinte nur es wäre alles meine schuld und ich solle ihm jetzt nicht so kommen, diese Diskussionen hätten wir so oft gehabt und er wäre es einfach leid darüber zu reden und meinte er müsse ins Bett, ich solle ihn nicht mehr kontaktieren. Er hätte mir so viel bezahlt, 90 Prozent im Urlaub Dinge für mich ausgegeben, mir Klamotten gekauft, die teuren Flüge nach Europa, usw.


Ich sitze jetzt hier und fühle mich als diejenige, die an allem Schuld ist und mich macht es wütend, dass ich ihm auch noch hinterher gerannt bin, weil ich dachte, er ist wirklich krank und er stand mir auch immer bei, leide auch an Panikattacken, aber eher Richtung soziale Phobie und ich hatte nie solche Attacken vor ihm. Er meinte nur, ich sollte mich mal in seine Lange hineinversetzen, wenn ich solche Attacken gehabt hätte, wäre er auch nicht einfach von mir weggelaufen. Ich muss aber dazu sagen, dass er eben sowas schon mal gemacht hatte, er hatte einem Typen im vorbeifahrenden Auto einfach so gesagt: hey, was guckst du so, und meinte zu mir, dass man in Vegas eben besser aufpassen müsse, das wären Maffia-Typen, etc. Als wir mal auf einem Weihnachtsmarkt waren und in der Schlange standen, meinte er zu den Leuten vor uns: hey, woher kommt ihr jetzt plötzlich? Er meinte, dass die sich vorgedrängelt hätten, was aber überhaupt nicht stimmt und es gab keine Anzeichen dafür. Später hatte er sich dann selbst an einem anderen Stand vorgedrängelt. Als wir mal im Fitness waren, hatte er einfach seine Wasserflasche in die Ecke geschmissen und später meinte er, dass das eben so ein "Gym-Hussle" wär, das würde man so machen. Diese kleinen Sachen haben eben dazu geführt, dass ich immer unsicherer um ihn herum wurde.

Habe ihm als letzte Nachricht nur noch geschrieben, was für ein Narzisst er wäre und alles würde sich nur um ihn drehen, dass ich angeekelt von ihm bin nach unserem letzten Telefongespräch, er sich null in andere hineinversetzen kann usw. Ich habe gedacht, dass er wirklich gute Seiten hat, aber mich macht es so wütend. Er meinte, dass er als Kind geschlagen worden ist usw. und ein Trauma davon hat, er hätte in Dorms leben müssen und wurde ich der Schule gemobbt, deswegen dachte ich, das kommt alles daher und war verständnisvoll. Seine Ex Freundinnen würden ihm anscheinend auch hinterher rennen, stimmt auch tatsächlich, und ich dachte mir, er kann ja nicht so schlimm dann sein. Seine eine Schwester hat jedoch Dro., seine anderen Geschwister kenne ich nicht, aber die ganze Familie scheint etwas komisch zu sein, obwohl auf Bildern im Facebook alles sehr herzlich aussieht.

Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie ich mit diesem Schmerz umgehen soll, ich fühle mich erniedrigt und fertig gemacht, wie kann jemand innerhalb ein paar Tagen Gefühle verlieren? Ich weiss, dass ich es teilweise schuld bin, so einen Kerl nicht früher verlassen zu haben, aber es war meine erste Beziehung und es war so schön, endlich jemanden zu haben, der für einen doch irgendwie da war. Denkt ihr, dass die Trennung gut war und wie kann ich mir das verzeihen, mich selbst so klein gemacht zu haben?

05.03.2019 19:19 • #1


Grinch


Zitat von pisa9555:
Bevor ich die USA verlassen hatte, wusste er, dass ich mein Medizinstudium in Riga anfange.


Zitat von pisa9555:
leide auch an Panikattacken, aber eher Richtung soziale Phobie


Du solltest besser wissen was das für einer ist! Klingt nach Verfolgungswahn/Psychose.

Ob deine Berufswahl so optimal ist, müsste man auch noch einmal überdenken.

05.03.2019 19:31 • x 1 #2


pisa9555


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Doch, das Studium mache ich schon gut.

Aber jemand der eine Psychose hat, kann einen sowieso bei so einem langen Studium nicht unterstützen. Ich brauche jemand, der gesünder ist...

05.03.2019 19:46 • x 1 #3


Grinch


Zitat von pisa9555:
Doch, das Studium mache ich schon gut.

Aber jemand der eine Psychose hat, kann einen sowieso bei so einem langen Studium nicht unterstützen. Ich brauche jemand, der gesünder ist...


Du hast da ja schon 3 Threads die sich um diesen Typen drehen. Man kann das natürlich nicht genau diagnostizieren, aber da liegt definitiv eine pathologische Störung vor. Du leidest selbst an Sozialphobie und ich glaube nicht das dass alles ist.
Wenn Du für deine Berufswahl nicht absolut Stabil bist, wirst du da später von morgens bis abends auf Benzos durch den Tag flitzen. Hast du eine Vorstellung was das für eine Belastung ist? Anyway, man könnte auch sagen das sich 2 emotionale Krüppel hier zu Stützen versuchen. Das auch noch über eine enorme Distanz. Du solltest das beenden. Das ist alles viel zu kompliziert.

05.03.2019 19:53 • x 1 #4


mitsubi


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Hm, als angehende Medizinerin über jemanden mit psychischen Problemen zu sagen, er könne oder solle sich zusammenreißen. Befremdlich.

Dieser Thread klingt anders als Dein erster. Hier war mein erster Gedanke, das da wohl zwei instabile Persönlichkeiten aufeinander getroffen sind.

05.03.2019 19:55 • x 2 #5


pisa9555


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2 emotionale Krüppel. Vielen Dank. Ich werde mir hier wohl kaum von Fremden sagen lassen, ob meine Berufswahl richtig für mich ist oder nicht, gehts noch? Ich habe hart dafür gearbeitet, diesen Studienplatz zu bekommen. Es geht ja auch gar nicht um meine Berufswahl, sondern was zwischen ihm und mir passiert ist, was hat das mit meiner Fähigkeit zu tun, eine gute Ärztin zu werden. Eine Sozialphobie kann man überwinden, das ist eine Erkrankung, die man am einfachsten behandeln kann.

Bitte? Wo habe ich gesagt, dass er sich zusammenreissen soll? Ich habe gesagt, dass ich mich unwohl gefühlt habe und ich mir wünschen würde, dass er mir bescheid geben soll, wenn er sich nicht gut fühlt. Er kann es sehr wohl kontrollieren, er weiss, was er da macht, aber er glaubt immer noch nicht wirklich, dass die Leute ihn nicht angestarrt haben. Und das ist das Problem. Er ist stur und rassistisch noch dazu.

05.03.2019 20:06 • x 1 #6


Grinch


Zitat von pisa9555:
2 emotionale Krüppel. Vielen Dank.


Sorry, aber 2 instabile Persönlichkeiten fielen mir so schnell nicht ein. @mitsubi

Wir lesen das und machen uns ein Bild. Was willst du denn hören/lesen?

05.03.2019 20:10 • x 1 #7


Arnika

Arnika


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Der Typ ist doch gaga, du weißt, dass er gaga ist und die Beziehung mit ihm ist gaga. Was fehlt dir denn an dem Spinner?

05.03.2019 20:10 • x 3 #8


Grinch


Zitat von Arnika:
Der Typ ist doch gaga, du weißt, dass er gaga ist und die Beziehung mit ihm ist gaga.


Sie ist eben auch GaGa

05.03.2019 20:12 • x 1 #9


pisa9555


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Was denkst du denn, wie es bei Medizinstudenten zugeht? Dass die alle komplett ohne Prüfungsangst sind und nicht zittern, wenn sie ihren ersten Schnitt machen? Ziemlich naiv. Die meisten Medizinstudenten haben Angst vor dieser Verantwortung und die meisten können nicht gut lernen, weil der Druck so hoch ist. Weisst du eigentlich, wie viele Studenten unter einer Angststörung leiden? Du hast mich kein einziges mal gefragt, wie sich meine Angststörung denn auswirkt. Das würde auch erstmal eine gute Ärztin ausmachen. Erstmal alle Möglichkeiten durchgehen und dann bitte schlussfolgern. Meine Angststörung zeigt sich vor allem in Prüfungssituationen, aber nicht gegenüber Patienten. Ich habe mehrere Praktika im Krankenhaus gemacht und wäre er nicht gewesen, hätte ich auch keine Zweifel gehabt. Ich habe deutlich im Text geschrieben, dass ich auf der einen Seite Medizin studieren möchte, aber auf der anderen Seite die Beziehung mit ihm nicht aufs Spiel setzen wollte und ich mich eben unter Druck gesetzt gefühlt habe, das kann jedem passieren, der verliebt ist, je nachdem, was für Werte und Vorstellungen man von seinem Leben hat.

Ahja, und warum? Ich finde Menschen ziemlich Gaga, die meinen, so ziemlich normal zu sein und andere so abwerten müssen. Und du hast keine Probleme oder warum treibst du dich hier rum? Wenn dein Liebesleben so toll wäre, warum bist du dann hier im Forum?

05.03.2019 20:17 • x 1 #10


Grinch


Zitat von pisa9555:
Prüfungsangst


Ist was anderes als Sozialphobie und die ist selten allein. Zumeist nur ein Symptom einer Primärerkrankung.
Du solltest nun schon wissen was du denn hast.

05.03.2019 20:22 • x 2 #11


pisa9555


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OMG, sag mal, du willst glaube ich nichts verstehen, oder? Ja, ich habe eine Sozialphobie, da ich in sozialen Situationen Panikattacken bekomme, überwiegend, aber nicht nur in Prüfungssituationen. Ich meinte damit, dass es sich nicht überall in meinem Lebens auswirkt. Ich muss doch hier nicht alle Symptome einer sozialen Phobie erfüllen, um sicher zu gehen, dass ich das habe. Ne Prüfungssituation kann auch sowas wie Vorträge sein oder mündliche Prüfungen, schon mal davon gehört, dass gerade dort Menschen mit einer Sozialphobie leiden, da sie Angst haben, negativ von anderen bewertet zu werden Angst haben, dass andere das Zittern sehen und dadurch von anderen abgewertet werden. Bitte lese dir nochmal genau durch, was eine soziale Phobie ist. Du sprichst hier von Komorbidität , dabei geht es aber eher darum, dass durch die soziale Phobie noch zusätzliche Symptome wie Depressionen auftreten können. Ich muss mich doch hier nicht rechtfertigen, ob Medizin das richtige für mich ist oder nicht, wo ist denn dein Problem? Es geht hier um Beziehungsfragen und nicht um Karrierefragen. Ich weiss, was ich kann und dass ich intelligent genug bin, um das Studium durchzuziehen, ich muss meinen Beruf nicht nach meiner sozialen Phobie ausrichten. Das würde einen doch nur noch unglücklicher machen, wenn man seine Träume nicht lebt. Aber du kannst glauben, was du willst. Ist ja auch dein gutes Recht

05.03.2019 20:29 • #12


Arnika

Arnika


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Also jetzt mal ernsthaft. Und dein Studium interessiert mich Null: Der Typ ist doch gaga. Er ist rassistisch, hat eine sehr strange Form narzisstischer Paranoia, will, dass sein Weibchen ihr Studium abbricht, damit er sie möglichst rasch und unkompliziert kontrollieren und befruchten kann, redet irgendwas Kindisches von Strikes daher, lebt auf einem anderen Kontinent, du bist seit min 4 Monaten schwer irritiert von dem Typen - und das zu Recht - und eierst dennoch mit dem Spinner herum und fragst dich, ob die Trennung richtig war? Mich wundert, was dir an dem Heini überhaupt gefällt. Mich würde an deiner Stelle eher grausen.

Glaubst du, dass das Liebe ist und wünscht du dir echt und ernsthaft mit einem Mann, der so ist, dein Leben zu verbringen? Die nächsten 70 Jahre und Kinder mit so einem
Typen? Dann, Süße, hat Grinch recht, dann bist du gaga.

Oder kurz: Ja, die Trennung war das einzig Richtige!

05.03.2019 20:32 • x 3 #13


pisa9555


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Danke, dass du so rational an die Sache rangehst. Wahrscheinlich die Vorstellung, endlich mal in einer Beziehung zu sein, aber ich kann ihn ja nicht zurechtbiegen, wenn er nicht an sich arbeiten möchte. Vielleicht fasziniert mich dieses vordergründige Selbstbewusstsein von ihm, dass ihm jeder hinterherrennt usw. Er ist es ja anscheinend gewohnt, aber tief in ihm drin, ist er glaube ich ziemlich unsicher, wer weiss, was seine Ex-Freundinnen für Probleme hatten. Aber du hast recht, ich wünsche mir einen gesunden Mann, dem ich 100 Prozent vertrauen kann und mich für ihn in der Öffentlichkeit nicht schämen muss. Das ist ihm ja auch nicht fair gegenüber. Ich glaube, es ist einfach ein enormes Fantasievertrauen, er ist gar nicht derjenige, den ich mir für mich wünsche, ich projiziere da irgendetwas auf ihn, was er einfach nichts ist. Es ist halt so, dass wir nicht nur schlechte Momente hatten und irgendwas hat uns ja auch verbunden, ich bin mir sicher, dass bei ihm auch irgendwie Gefühle im Spiel waren, sonst wäre er mich ja nicht ständig besuchen gegangen, aber letztendlich überwiegen seine fiesen und egoistischen Anteile. Ich nehme mich da selbst nicht raus, weil ich mich fragen muss, warum ich mich von so einem Typen faszinieren lasse, deswegen muss ich auch dringend an mir arbeiten und mein Beuteschema ändern

05.03.2019 20:40 • #14


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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soll-ich-schluss-machen-oder-konvertieren-t51953.html

Das ist doch auch Dein Thread, oder?

05.03.2019 20:57 • x 1 #15




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