Ich möchte dir auf deinen Wunsch hin, nicht schreiben, wie ich ihn sehe
,eher möchte ich dir schreiben, wie du bist, was mit dir ist..bzw wie mein Eindruck dazu ist..
Ich weiss, dass wir alle eine unterschiedliche Vorstellung vom Leben haben, eine unterschiedliche Vorstellung von normal und unnormal. Doch kann es dir auch hilfreich sein, wenn du merkst,welche Gefühle deine Geschichte bei anderen auslöst..
ich möchte erstmal die Sätze von dir benennen, die mir gezeigt haben, dass die Situation extrem ist:
-im august war ich sehr einsam und hatte Sehnsucht nach liebe
-wie in trance fuhr ich zu dem laden
-er sprach mich an und es war sofort klar: wir gefallen uns außerordentlich gut.
- der S. war der beste meines Lebens und ich war sofort süchtig nach ihm.
-und da bekam ich angst vor meinen starken Gefühlen.
-dann war er plötzlich verschwunden. 2 Wochen lang und ich drehte beinahe durch.
-als er zu mir kam, strahlte er über das ganze Gesicht und ich habe alles vergessen.
-ich wollte ihm unbedingt beweisen, das ich eine gute Frau bin
-dann musste er zurück und ich war todunglücklich.
eigentlich könnte ich durch den ganzen Text gehen und noch mehr Sätze kopieren, aber diese haben mich schon erschreckt. Du wirkst hörig, süchtig, nicht einmal wirklich liebend.
Zudem weiss ich, dass du ja sicherlich auch Geld in die Prüfung zur Tierheilpraktikerin gesteckt hast, und nun besteht das Risiko, dass du die Prüfung nicht schaffst. Das ist auch ein Merkmal einer SUcht: das Leben spielt kaum noch eine Rolle, nur er.
Ich weiss gar nicht so richtig wo ich anfangen soll.
Egal, was ich von diesem Mann halte, wichtig erscheint mir, dass du dich betrachstest. Dich betrachtest, wie du dich verändert hast. Super, tolle Diät, aber wahrscheinlich hast du viele psychosomatische Beschwerden, die nicht gesund sind.
Dass er dich so schnell durchdrehen lässt, negativ wie positiv, zeigt, dass er in dir einen Knopf drücken kann.
Ich habe einiges zu Liebe gesucht und niergendwo stand, dass Liebe weh tut, dass Liebe einen so druchdrehen lässt.
Unerwiederte Liebe kann sehr schmerzhaft sein, aber das man sich selber dafür aufgibt, das bezweifel ich als gesund.
Deine Ursprungsfrage war, ob wir dir helfen können, dich von ihm zu lösen.
Möchtest du dich von ihm lösen? als erstes musst du den Schritt gehen und wirklich realisieren: dieser Mensch stürzt mich in den Abgrund, ich muss mich lösen.
wenn du dieses wirklich klar für dich hast, kannst du Wege aus der Abhängigkeit finden. Ich schreibe bewusst Abhängigkeit, denn so, wie du dich ihm gegenüber verhälst, ist es nicht nur Liebe.
Diese Panik, die du so oft schilderst, das Durchdrehen, sind deutliche Anzeichen für eine Abhängigkeit.
ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass ich bezweifel, dass du Liebe zu ihm spürst. Denn du spürst die Liebe zu dir nicht. Wenn du dich selber lieben würdest, wärst du diesen Weg nicht gegangen.
ich spekuliere einfach mal rum und vermute, dass ihr bei eurem Se* keine Kond. benutzt. Ich gehe davon aus, das ich Recht habe, das würde zu dem ganzen passen.
Und wenn es so ist, wirst du vielleicht an dem Risiko merken, wie wenig du für dich übrig hast.
Du hast deinen schönen Traum vom Mann, Haus, Garten, Tiere geschildert, hast aber so wenig Selbstliebe, dass du dir einen Menschen suchst, der dir das nicht bieten wird.
ich kann nur ehrlich sein, ich war erschrocken, als ich las, dass du 40 bist. Es wirkt eher wie ein ganz unbedarftes junges Mädchen.
Glaub mir, auch ich glaube an schicksalhafte Begegnungen...
aber du schwebst auf einer Wolke, die mit der Realität nichts zu tun hat..
ich würde dir raten, zur psychologischen Beratungsstelle zu gehen und mir Hilfe zu holen. Auch würde ich mich im Netz schlau mache.
evtl. googeln von "Liebessucht" oder ähnlichem..
auch kann ich das Buch "Liebe und Abhängigkeit" empfehlen. es befasst sich sehr gut mit solchen destruktiven, ja sogar zerstörenden Beziehungen..
@Julia and all:
ich muss zugeben, dass ich diesen Spruch "wo die Liebe hinfällt" langsam schlecht ertragen kann.
Nein, die Liebe fällt nicht einfach irgendwohin...
dieser Satz wird gern gesagt, von Menschen, die nur die Möglichkeit haben, sich als Opfer zu sehen.
Ich muss sagen, dass ich einen tollen Partner hatte, bei dem Liebe irgendwann nicht mehr reichte und der dann aber dennoch noch mit mir zusammen blieb.
Und da erkenn ich doch ganz klar meine Anteile. Ich habe mich mit dem zufrieden gegeben, was mir nicht reichte. ich habe mich damit zufrieden gegeben, dass ich Liebe wollte, diese aber nicht bekam.
ICh, ich, ich...
und nich er, er , er...
Ich habe mir die Illusion gemacht, er hat mir nichts vorgemacht.
und die Liebe fällt nicht einfach irgendwohin..
Wir suchen uns bewusst die Männer, die uns nicht gut tun.. Ganz bewusst, oder wenn wir nicht reflektiert sind, unbewusst... um irgendwelche alten, unverarbeiteten Muster aus der Kindheit zu durchbrechen...
Als Beispiel: diese Panik, die einen überkommt, wenn man an die Zeit ohne ihn denkt: die fühlt sich an, als müsste man sterben... man hat wirklich das Gefühl, man hält die Gefühle nicht aus.
Dieses Gefühl entstammt aus der Zeit, in der man ein kleines Baby war und evtl von seinen Eltern nachts nicht gehört wurde, oder einer längere Zeit im Krankenhaus war? das Baby schreit, hat Angst, dass niemand kommt. Und wenn niemand kommt, stirbt das Baby.
das Baby ist kongnitiv gar nicht so weit um zu verstehen, dass schon jemand kommt. es hat Existenzängste.
Und wenn wir im Erwachsenen-Alter solche extremen Gefühle haben, nur weil ein anderer Mensch nicht da ist, dannn hat das mit diesem Menschen wenig zu tun. Wird aber oft als RiesenLiebe interpretiert.
Juli: wenn deine Freundin an diesem Tag zuhause gewesen wäre, hättest du ihn nicht getroffen. Würdest du dann auch dieses extreme Loch spüren?