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Erfahrung mit Antidepressiva ?

Alinia

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Liebe Foris,

nach einer schlimmen Beziehung bin ich in ein Depri-Loch gerutscht.

Habe Antidepressiva verordnet bekommen; habe aber auch gehört, dass das auch nach hinten losgehen kann.

Daher meine Frage: Hat jemand Erfahrung damit , kann es einem wirklich aus dem Loch heraushelfen, aus dem Gedankenkarussel, aus der Traurigkeit , evtl. sogar auch noch aus dem Kleben an alten schönen Momenten etc. ?
(Bei mir liegt hier Citalopram).

LG Alinia

28.08.2013 18:03 • #1


Depression


74121
Hallo Alinia,

kein Problem. Kannst Du problemlos nehmen. Hab ich selbst einige Jahre genommen. Citalopram ist ein gutes Medikament. Macht auch nicht abhängig oder so. Wenn es Dir besser geht, kannst Du es problemlos wieder absetzen.

Es hebt die Stimmung, dass Du Dich wieder besser fühlst. Es wirkt aber erst so nach 14 Tagen Einnahme. Wenn Du dann aber merken solltest, dass Du es nicht verträgst, dann teil dies bitte Deinem Arzt mit.

Weißt Du wie viel Milligramm Du davon am Tag nehmen sollst?

28.08.2013 18:20 • x 1 #2



Erfahrung mit Antidepressiva ?

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Alinia


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Lieber Gast Depression,

danke für Deine Antwort !

Ich soll mit einer halben anfangen, dann stigern auf eine ganze,
welche Dosis-Packung ich aber bekommen habe, weiss ich nicht genau, ich meine, es wären 40 mg.
Dass ich die Packung nicht finde, liegt übrigens an meinem Depri-Loch-bedingten Sauhaufen hier in der Whg .

Als Du es genommen hast, hast Du das richtig gemerkt, dass Du in besserer Stimmung warst ?
Ich kann nmir das gar nicht recht vorstellen, denn es wäre zu schön, um wahr zu sein, und habe auch etwas Angst, dass dieses Mittel vllt. schlafende Hunde bei mir weckt, ich dann zB wegen meinem Ex so wütend oder ähnliches werde, dass es mir noch schlechter geht...

LG Alinia

28.08.2013 18:26 • #3


Depression


74121
Hallo Alinia!

Du nimmst also 2 mal eine halbe Tablette. Also wenn das dann zusammen die 40 Milligramm am Tag wären, dann wäre das schon in Ordnung. Das ist so eine mittlere Dosis. Wenn es jedoch 80 Milligramm am Tag wären, dann wär das schon ein bisschen viel. Dann wär das schon fast die Höchstdosis.

Aber ich glaub bei Dir sind es bestimmt 2 mal 2O Milligramm also am Tag dann 40 Milligramm.

Du darfst Dir von den Tabletten aber auch keine Wunderdinge versprechen. Sie stabilisieren Deinen Gemütszustand einfach, dass Du aus Deinem Loch raus kommst. Es kann aber schon sein, dass ein Restanteil gedrückte Stimmung bleibt. Dann muss Dein Arzt eventuell die Dosis erhöhen oder anpassen.

Es wird Dir dann aber nicht so gut gehen, dass Du jeden Tag Party machen kannst. LACH! Und auch keine Sorge. Irgendwie aggressiv oder so wirst Du dabei nicht.

Grüßle

28.08.2013 18:35 • #4


Alinia


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Danke nochmals.

Schade, dass es keine Wundertablette ist , aber immerhin, Stabilisierung klingt ja schon mal gut, denn selbst das kann ich mir gar nicht vorstellen im Moment (((

28.08.2013 18:40 • #5


Depression


74121
@Alinia

Alles Gute wünsch ich Dir. Schau nur nach vorne und nicht zurück. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr verändern. Nur die Zukunft kannst Du anders gestalten.

Wenn Du noch Fragen hast, schreib einfach.

Gruss

28.08.2013 18:47 • x 1 #6


Alena-52


74121
willkommen

AD wirken auf den gestörten hirnstoffwechel und citalopram ist ein serotonin-wiederaufnahme-hemmer.

so problemlos würde ich chemie nicht sehen, denn sie ist körperfremd und kann anfangs einige nebenwirkungen verursachen. oft müssen verschiedene AD probiert werden bevor eins anschlägt.
sie können zwar symptome lindern, aber nicht die ursache heilen.

bei leichten bis mittelschweren depressionen hilft johanniskraut -hoch dosiert - gut, es wird heut oft auch oft schon in kliniken eingesetzt.

bewegung an frischer luft, am besten regelmäßig sport, besonders viele vitamine und mineralstoffe, kreative beschäftigung, atem- und meditative bewegungsübungen unterstützen zusätzlich.

ob du dich für AD entscheidest muss du selbst wissen, manchmal kann es durchaus notwendig sein sie zu nehmen, besonders wenn sie endogene ursachen haben.

alles gute für dich !

28.08.2013 18:51 • x 4 #7


BG


74121
hallo alinia,

wenn du die anti depressiva nimmst damit sie dir aus deiner momentanen
depression zu helfen, finde ich das in ordnung.

doch du schreibst selbst: was ist mit meinem 'problem' ex?

viele menschen die ich kenne, nehmen anti depressiva bis es ihnen besser geht, dann hören sie damit auf und leben 'normal' weiter.

doch kaum ist das nächste 'problem' da, sind sie wieder in der depressiven phase und das o.g. wiederholt sich.

ich finde psychopharmaka insoferner gut, indem sie eine begleitende aufgabe haben.

das heisst für mich: wenn du die tabletten nimmst, dann arbeite auch an dir und schaue, dass du für dich lernst so mit unangenehmen lebensituationen umzugehen, dass du nicht wieder in eine so tiefe depressive phase stürzt, dass du medikamente benötigst, um wieder heraus zu kommen.

es gibt auch gut wirkende natürliche stimmungsaufheller.
auf die könntest du anfänglich auch zurückgreifen und schauen, ob sie bei dir helfen.

oder hat der psychiater bei dir eine krankheitsbedingte störung diagnostiziert?

bg

28.08.2013 18:52 • x 1 #8


Alinia


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@ gast depression:

Alles Gute wünsch ich Dir. Schau nur nach vorne und nicht zurück. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr verändern. Nur die Zukunft kannst Du anders gestalten

Danke für diesen Satz - hat mich wirklich berührt ... ich weiss das zwar, so ganz hinten irgendwo im Hinterkopf verschüttet, aber wenn ich das dann direkt geschrieben bekomme, dann wirkt es, Danke !

@ an die anderen lieben Antworter:

Ja, weiss ich, an mir arbeiten muss und will ich trotzdem. Und auch an der Verarbeitung der schlimmen Beziehung, in der ich viel zu lange geblieben bin, und die wie eine Gehirnverwüstung wirkt.

Ich glaub schon, dass ich die AD nehmen muss, denn bei mir geht nix mehr, mit der Ausnahme, hier zu schreiben ((.

28.08.2013 19:07 • #9


Gast 1222


74121
Liebe Alina,

ich habe eigene Erfahrungen mit Antidepressiva. Ich habe viele gängige Medikamente ausprobiert, um meine Angststörung zu bekämpfen. Leider gehöre ich zu den Menschen, die sie gar nicht vertragen. Ich habe sie wegen starken Nebenwirkungen wieder abgesetzt.
Ich kann dir nach bestem Gewissen sagen, dass es oft nicht so einfach ist. Aus meiner stationären Erfahrung weiß ich, dass es vielfach lange dauert, bis das richtige Medikament gefunden ist. Viele besuchen die Klinik, um sich richtig einstellen zu lassen, heißt ein Medi zu finden, dass erträgliche NW hat bei einer effektiven Wirksamkeit.
Ich persönlich halte auch gar nichts davon, einfach ein paar Pillen zu nehmen, ohne therapeutische Begleitung. Es kann sicher für viele Menschen eine Hilfe und wahrer Segen sein, doch man sollte vor allem das Arbeiten an der Ursache in den Vordergrund stellen. Sich etwas einwerfen und hoffen, dass die Mittel es schon richten werden, halte ich nicht für den optimalen Weg.
Die Medis werden normalerweise sehr langsam hochdosiert und brauchen bis zu sechs Wochen, bis sich der Wirkspiegel aufgebaut hat. Die Medikamente machen zwar in diesem Sinne nicht abhängig, viele dürfen aber nicht einfach abgesetzt werden, da es sonst zu starken Absetzsyndromen kommen kann. Wenn man sich zu einer solchen Behandlung entschliesst dann ist es ungeheuer wichtig, dass man die Einnahme nicht sofort einstellt, wenn es einem wieder besser geht. Und während der Einnahme sollte man, wie schon gesagt, an der Ursache arbeiten. Sonst kommt das böse Erwachen, wenn die Tabletteneinnahme beendet ist. Viele Menschen haben Angst, die Tabletten wieder abzusetzen, weil sie befürchten, dass dann alles zurück kehrt. Sie fühlen sich also in gewisserweise doch abhängig. Dieses Problem hat man nicht, wenn man es schafft aus eigener Kraft an seinen Problemen zu arbeiten und sie zu bewältigen. Dann kann man sich sicher sein, dass der Erfolg nicht von Aussen abhängt. Dennoch möchte ich ganz klar hinzufügen, dass es für viele depressive Menschen, die ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel haben, eben eine riesen Stütze ist und ein großes Glück, dass es die Medis gibt.
Lg

28.08.2013 19:41 • x 1 #10


Depression


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@Alina

Also schön, dass Dir der Satz gefallen hat. Freut mich.

Ich hab da noch einen kleinen Tipp für Dich wenn Du Gedankenkarussell hast wegen Deiner Beziehungsgeschichte.

Die Citalopram helfen Dir normalerweise tagsüber, damit Du stabilisiert wirst. Nachts und gegen Gedankenkarussell helfen die wenig.

Also mir haben da zusätzlich für die Nacht noch 15 Milligramm Mirtazapin geholfen. Der Kopf schaltet ab und das Gedankenkarussell ist weg und man kann vernünftig durchschlafen. Die helfen auch wenn Du Panikattacken oder Angst oder Unruhe hast.

Bei Bedarf sprich doch mal mit Deinem Arzt drüber.

Gruss

28.08.2013 19:48 • x 1 #11


peppina


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Hallo Alina!
achte gut auf dich!

ich kenen einige Menschen, auch mich, die auf Antidepressiva kein bisschen gut ansprangen..

ich war super-sensibel.
wenn mich jemand falsch anegshen hat, bin ich beinah zusammen gebrochen..

wie gesagt, ich kenne einige, die das kein bißchen gut vertragen haben..

29.08.2013 12:16 • x 1 #12


Alinia


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@ peppina:
Lieben Dank für Deinen Hinweis.

Ja, ich werde versuchen, gut auf mich zu achten, ist aber nicht so einfach, nach einer psychischen Gewaltbeziehung... a pro pro, ich habe von Dir auch schon andere Beiträge gelesen, und ich meine, Du hättest auch von solchen Beziehungen geschrieben, oder ? (Ich hoffe, ich verwechsele Dich nicht, ist ja ganz schön voll hier).
Solche Beziehungen hinterlassen einfach nur einen Scheiterhaufen in einem selbst, oder ?
Ich fühle mich, als stände ich vor dem Nichts , ein schrecklicher Gefühlszustand...

Hast Du es mittlerweile geschafft, es zu überwinden ?

Und: Es tut mir leid, dass Du die AD nicht gut vertragen hast.

LG Alinia

29.08.2013 12:27 • #13


Alinia


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@ gast 1222:
Danke Dir auch für Deine Mühe für Deine Zeilen.

Ich hoffe, Du hast Deine Angst-Geschichte nun auch ohne die AD in den Griff bekommen.

Jedenfalls gut zu wissen, dass es nicht so einfach sein kann, mit den AD, dann lege ich nicht gleich zu viele Hoffnungen da rein.

LG Alinia

29.08.2013 12:29 • #14


peppina


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hallo Alina!

doch, doch.
du hast ganz richtig gelesen.

es ist zwar schon enige Jahre her, aber es war einfach nur heftig.

ich war bei der psychologischen Beratungsstelle, dann beim Therapeuten.
ohne wäre es gar nicht gegangen.
dann hat mir ein Forum mehr als toll geholfen.



einfach, weil es dort vielen so geht und man sich total angnommen fühlte.. und man bekommt biele praktische Tipps von Leidensgenossen.

ich kannmir vorstellen wie es dir geht.
es ist sehr traumatisch.
die ersten monate habe ich solche körperlichen Beschwerden gehabt, ich hatte ganz viele Trigger.

ich empfehle dir. schreiben, schreiben, schreiben..dabei verarbeitest du ganz viel..
ich sende dir ganz liebe grüße

29.08.2013 12:31 • x 1 #15



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