@random: Klingt nach einem soliden Plan. Die Verbindung zwischen Entschuldigung und Umgangswunsch sollte davei nicht zu offensichtlich werden und die latente "nach der Wartezeit bin ich weg"-Drohung würde ich lassen, weil sie sich sonst sagen könnte, "super, jetzt nur noch ne Weile hart bleiben und er löst sich in Luft auf". Too risky.
Aber um an Deinem guten Szenario anzuknüpfen, vielleicht so:
Gelegenheit abwarten oder bewusst schaffen, wo man ein paar Minuten ungestört bei einander steht/sitzt. Dann als Mann die Stimme senken, leiser und ganz "gefühlig" werden, so mit gesenktem Blick und gelegentlichem Augenaufschlag (ja, meine ich ernst. Da gibt's so einen "ich hab jetzt was zu gestehen, durch das ich mich verletzlich mache"-Move, in dem normalerweise Liebesbekenntnisse gemacht werden).
Und dann ein "Ich hab in letzter Zeit viel über uns nachgedacht. *Kunstausstellung* Warum das damals auseinander ging und wie man es hätte retten können. *Pause* Ganz kleinlaut: Wir waren doch mal so verliebt. Schande, echt. *Augenaufschlag* Und dann fällt mir jedes mal wieder mein Fehltritt ein. Was für eine Sch.eissaktion. ich Vollidiot. Das hattest Du echt nicht verdient. Und ich kann heute gar nicht mehr glauben, wie schei.sse ich mich da benommen habe und wie sehr ich Dir damit weh getan habe. Das tut mir so furchtbar leid. Ich würde es so gern ungeschehen machen. Und ich kann es auch nie wieder gut machen. Nur mich bei Dir *Augenaufschlag* aus ganzem Herzen entschuldigen. *Pause* Das hätte nie passieren dürfen. *Pause* Und es tut mir so leid und ich schäme mich so, dass ich Dir das damals angetan habe."
Und wird sie dann weich und "verständig", würde ich noch ne Weile auf den guten alten Zeiten (also den wirklich guten, den ganz am Anfang" rumreiten. "Weißt Du noch ..."
Und auch mal ein "Ich würde mir wünschen, dass wir wieder ruhiger miteinander sein könnten. Aber ich weiß natürlich, dass ich mir da selber an die Nase fassen muss. Da war mal soviel Liebe. So wie zuletzt, sollte es einfach nicht sein."
Aber auf keinen Fall in irgend einer Form an sie als Ex oder als Mutter appellieren. Auch nicht indirekt, mit einem "für das Kind sollten wir doch, blabla", denn dann riecht sie den Braten sofort.
Und wenn sie auf die Entschuldigung kalt reagiert, nur ein Danke sagt, aber eben kalt, dann sofort das Feld räumen und dabei verschämt-reuig aussehen.
Und es an einem anderen Tag nochmal versuchen.
Aber wenn sie auf das Gefühlige mitgeht und durch die Entschuldigung weicher wurde, dann würde ich noch eine Weile über die guten alten Zeiten reden, dann darüber, wie toll euer Kind ist und dass sie das Beste ist, was ihr beiden je zustande bekommen habt. Und dann erstmal ein kleines Zugeständnis bei ihr abholen, z.B. "Du, nächste Woche hab ich am Mittwochnachmittag frei und würde so gerne mit der Kleinen in den Zoo (o.ä.)." Dann siehst Du, ob sie dem weich-gefühligen Kaaa das Kind gönnen kann, oder ihm immer noch eins reinwürgen will. Damit testet man erstmal die Wirkung der neuen Ansprache.
Dann erstmal mind. ne Woche vergehen lassen und an die gefühlige Ansprache anknüpfen, z.B. indem Du ihr bei einer Übergabe ein Kompliment machst. (Kopf schräg legen dabei nicht vergessen)
Und dann wieder einen Moment abpassen, in dem Du mit ihr allein bist und sie gerade nicht gestresst ist. Evtl. sie zu einem Kaffee oder Abendessen einladen und ihr dann geknickt-gefühlig "gestehen", dass Du so unglücklich über die Kindesregelung bist und weißt, dass Du da nichts verlangen kannst, aber Dich fragst, ob sie Dir da trotzdem helfen kann. (Und wieder: Bloß nicht "tu es fürs Kind", sondern "kannst Du mir helfen?") Ich würde so gerne...
Und ob es denn Zeiten gibt, wo es auch für sie okay wäre, wenn das Kind bei Dir ist.
Und sagt sie nein, dann frag auf jeden Fall, was Du tun kannst, um es dennoch möglich zu machen (evtl. kommt dann ja ein Wunsch, eine "Bedingung" von ihr, die Kaaa gar nicht auf dem Schirm hatte und locker und leicht erfüllen kann).
Und sollte während der Finte die Ex es darauf anlegen, Kaaa einen mitzugeben, dann "gönn" ihr diese Verletzung und zieh Dich kleinlaut und geknickt "sanft" zurück. Da kann dann noch ein "okay, das muss ich jetzt akzeptieren. Das ist für mich sehr schwer, denn ich vermisse sie jeden Tag. Aber ich kann und werde das noch aushalten, bis es besser werden kann. Tu mir nur einen Gefallen, ruf mich immer dann an, wenn die Kleine doch mal spontan abgeholt oder betreut werden muss, bevor du die Oma anrufst, ja?" und dann einfach Thema fallen lassen.
Und dann probier es an einem anderen Tag nochmal. So ein Rachewunsch kann mit xMal "Kopf unterm Arm" manchmal befriedigt werden. Und langsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Und man zieht der Ex damit auch indirekt den Zahn, der vielen von uns Müttern nach der Trennung wächst, "Wäre er wirklich an dem Kind interessiert, würde er sich doch gaaanz anders verhalten. Der will doch nur rumstänkern und nerven. Ums Kind geht es ihm doch gar nicht."
@random, was sagst Du?