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Erkenntnisse nach Trennung von einem Narzissten

lindycoll

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Über 3 Monate nach der Trennung ist die Hölle vorbei.

Ich habe gelesen, dass die Trennung von einem Menschen mit narzisstischen Zügen ( der einem den Selbwert raubt und Schutt und Asche hinterlässt) zu den schwersten Dingen im Leben gehört, den man emotional leisten kann. Ich hatte sehr viel Glück, dass ich nicht lange in diesem Treibsand war und schnell den Schlussstrich zog.

Ich habe riesen Respekt vor den Menschen, die nach vielen Ehejahren es schaffen sich aus diesem Treibsand herauszuretten. Ich wurde schon nach wenigen Monaten Beziehung zu einem psycho Wrack.

Ich bin so gut wie durch mit dem Kummer. Schmerzhaft - so sehe ich das heute- war eigentlich an der ganzen Sache vielmehr die Ent-Täuschung, weniger der Liebeskummer. Denn von Liebe konnte nach so kurzer Zeit niemals die Rede sein. Ich war liebessüchtig und völlig destabilisiert.

Ich habe die verlorene Macht wieder erlangt mit der Feststellung, dass mein Ex starke narzisstische Züge hat. Ob er auch in medizinischer Sicht nun ein verdeckter N. ist oder nicht interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht. Mich interessiert, welche kranke Dynamik durch sein Verhalten und mein Verhalten entstanden ist in nur so kurzer Zeit. Ich will ihn seit diesen Erkenntnissen auch nicht mehr zurück.

I do not want the narcissist to return because he is a narcissist. You will have then begun to seize the power."

Ich habe meinen verlorenen Selbstwert erlangt in der Nacht an Weihnachten. Wir begegneten uns zufällig auf einer Feier ( nach Monaten der Trennung) und es lief was. Er war plötzlich nicht mehr so zurückhaltend wie ich ihn die ganzen letzten Monate (auch in der Beziehung) erlebt habe. Er stellte mich auf`s Podest, stellte mich mal wieder allen möglichen Menschen vor ( ich weiß nicht mal was der diesen Menschen erzählt hat wer ich bin " das ist meine Ex?) und ließ mich weder aus den Augen noch von seiner Hand. Ich habe dem ganzen keinerlei Bedeutung zugemessen, wusste, dass es jede Sekunde nur um ihn geht und ich ihman diesem Abdend nichts bedeutete. Mit dieser Erkenntnis war es alles so einfach und irgendwie machte es sogar ein wenig Spaß ihn dabei zu beobachten und sein konträres Verhalten endlich zu verstehen, und den Wechsel seiner unsichtbaren Masken zu sehen ( ich habe mich ja wie eine besessene mit dem Thema befasst)

Ich hatte mich aber bereits so innerlich von ihm distanziert, dass es mir nur noch um eins ging, ein letztes Mal von dem Mann begehrt zu werden, der mich die ganze Beziehung lang Glauben ließ, ich sei körperlich nicht anziehend, aber mit mir geheiratet hätte.

Ich ging mit zu ihm , holte mir meinen Selbstwert wieder und ging. ( Ich kann verstehen, wenn es für andere komisch klingt, aber das war tatsächlich wie Balsam für meine Seele, das zu bekommen, was er mir nahm) Der sechsuellen. Rückzug in der Beziehung, den er mir nicht erklären konnte ( oder wohl eher besser nicht erklären wollte) war eine größere Kränkung als ich vermutet hatte und hinterließ auch lange Zeit nach der Trennung große Spuren bei mir.

Warum ich trotzdem damals in der Beziehung bei ihm blieb ?

Jaa, das war meine Aufgabe der letztem Monate herauszufinden, warum um Himmelswillen ich trotzdem nicht losließ von diesem Mann, der mich nicht mehr anfassen wollte und diese komme her und geh weg Spiele spielte. Ein täglicher PN-Austausch mit einer sehr wertvollen Person für mich aus diesem Forum und viele Bücher haben mir geholfen vieles zu verstehen.

Es geht mir auch wieder gut. Ich kann mich wieder auf mein Leben konzentrieren und habe wieder Spaß an den Dingen und denk nicht mehr in solchen Situationen an ihn.

Klar, es gibt Momente, in denen ich mich auch an ihn zurückerinnere. Meistens sind es aber konkrete Situationen, die ich immer wieder durchgehe. Das hilft mir, zu verstehen, was mich dazu gebracht hat, dass sich die Dinge überhaupt so entwickeln konnten.

Mir ist sehr viel klar geworden. Auch was mein Anteil war. Heute würde ich mehr Acht auf mich geben. Ich habe zum Beispiel für mich herausgefunden, dass ich geneigt bin, mich gerade auf die Männer zu fokussieren, die gar nicht bereit sind , sich auf irgendwen einzulassen und nicht sonderlich interessiert sind an dem Leben des anderen teilzunehmen ( tatsächlich waren alle meine Freunde bisher solche Typen, der Letzte war dann das Extremste was man erleben kann) und die die sich auf mich eingelassen hätten, interessierten mich nicht ( und das möchte ich bei meiner Partnerwahl nun beachten und ich muss mich von den unbewussten Mechanismen lösen )

Ich hatte ihm viel zu früh vertraut. Ich stand ihm viel zu früh zu nah. Ich war grundlos zu optimistisch und ignorierte alles, was mir mit ihm im Weg stehen konnte.

Heute sehe ich ihn als niemanden Besonderen mehr. Ich habe auch kein Mitgefühl für ihn. Das was er getan hat, werde ich nicht verzeihen, er hat mich emotional missbraucht. GsD lief es nur ein paar Monate so.

Mittlerweile hat er auch jegliche Attraktivität verloren. Der Mann, der mich einmal mutig und sympathisch angequatscht hat, war der Mann den ich bei der ersten Begegnung kennengelernt habe, der Mann, der am Ende nur noch Probleme sah und keine Lösung suchte für all seine Probleme, der nicht imstande war Gefühle entgegenzubringen, egal wem gegenüber ( seine Familie und Freunde interessierten ihn auch nicht), der unglaublich unmännlich wirkte und auch nicht wirklich irgendetwas für andere tat , war der Mann den ich bei der letzten Begegnung sah. Man lernt den Menschen immer in diesen beiden Momenten kennen und beide Seiten gehören zu ihm. Die schlechte Seite gefällt mir nicht. Ich bin es mir nicht wert, meine wertvolle Zeit mit einem Menschen zu verbringen, der niemals in der Lage sein wird, irgendwen zu lieben. Schlimmer noch, der gehen kann ohne auch nur einmal auf den Menschen zurückzublicken.
Ich bin froh, dass es nun endlich vorbei ist.

16.01.2019 17:22 • x 8 #1


mitsubi

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Ich weiß genau, was Du meinst und fühlst. Mir ging es exakt genau so. Wenn man erstmal wirklich verstanden hat, was da mit dem anderen los ist, bringt einen das ein Stück wieder zu sich selbst.
Seit meiner Erfahrung mit einem solchen Mann, mag ich den Begriff Ar. - Engel. Manchmal muss man solchen Leuten begegnen, um die Augen geöffnet zu bekommen für das eigene Thema.
Fühl Dich gedrückt :)

16.01.2019 17:32 • x 2 #2


lindycoll


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Zitat von mitsubi:
Begriff Ar. - Engel.


Hahaa jaa der Begriff ist mir auch hängengeblieben :-) aber momentan sind meine favorisierten Begriffe noch verlogene Missgeburt und erbärmliche Kreatur. Irgendwann wechsel ich aber noch zu Ar. :D

16.01.2019 18:31 • #3


lindycoll


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Hallo ihr Lieben,

ich hatte vorgestern ein Erlebnis und wollte mir einmal eure Meinungen dazu anhören.

Ich hatte gestern das erste Date mit einer neuen Bekanntschaft nach der Trennung von meinem N.

Bei diesem Treffen fühlte ich mich schon vor dem Treffen ganz anders als bei dem N damals. Bei letzterem war ich ein sehr optimistischer, positiver, fröhlicher und offener Mensch. Ich war jahre lang single. Ich habe gelernt "mit mir selbst zusammen zu sein, mir selbst zu genügen und unabhängig zu sein". Das dachte ich zumindest. Bis der N. halt kam.
Er spiegelte mich, meine Träume und Wünsche so perfekt, dass ich mich sofort auf die Illusion , den Richtigen nun endlich gefunden zu haben und mein Glück meinen Seelenverwandten gefunden habe kaum fassen konnte.

Das führte leider schnell dazu, dass ich in diese paradoxe Dynamik hineingeriet und mich mit dem wenigen, was er mir zum Schluss gab zufrieden gab und gar nicht mehr wirklich darauf schaute, ob s mir ohne ihn vielleicht doch besser gehen würde, ich fühlte mich wie eine Zapfsäule, die so viel Energie abzapfen ließ und allein schon durch die geringste Aufmerksamkeit und Nettigkeit und in den selten Nähemomenten den magischen Energiestrahl des N. spürte, der mich wieder ein wenig auffüllen konnte, aber diese kurze Energiespende nahm er mir dann auch sofort wieder weg,indem er Dramen erzeugte, triangilierte und abwertete.

Durch diese Erfahrung und deren Folgen ( Zerlegung meines Selbstwerts) und die Erkennentnisse über meine Anteile ( meine Partnerwahl auf Distanzmenschen zu richten) fühle ich mich verändert.

Zurück zu dem Date mit der neuen Bekanntschaft vorgestern:

Er machte einen ganzen Normalen Eindruck auf mich, versuchte mich mit keiner Heldengeschichte oder Opfergeschichte zu berühren, erzählte einfach mit einer Tonlage die Dinge wie ich es auch tue. Der N. erzählte mir beim ersten Date schon die vertraulichsten Dinge und war sehr gut darin, sein bisheriges Leben als einziges Drama zu präsentieren, wobei er es aber war, der die sinkende Schiffe immer retten konnte und seine Familie und sich nun dahin brachte, wo sie jetzt stehen.. Ich bekam den Eindruck, wow Märchenprinz, fürsorglich, männlich, hilfsbereit, familienmensch. Nur anhand der Geschichten allein entstand schon ein volles Bild von ihm, was ich natürlich heute für sehr naiv betrachte-

Der neue Mann schrieb mir auch kurz nach dem Treffen dass er es nett fand , bis heute schreibt er ohne langes Zögern und Rumwarterei. sagte dass er Lust hat mich in Kürze wieder zu sehen. Alles also ganz normal. Er ist interessiert und zeigt es ohne Übertreibungen.

Mein Narzisst dagegen hatte mir damals - direkt geschrieben , dass er sich noch stundenlang hätte weiter mit mir unterhalten können und bedankte sich für das Treffen. So höflich wie er damals noch war. Am nächsten Morgen schickte der N. mir direkt ein Bild von seinem selbst gekochten Frühstück und mir mitzuteilen dass er nachher seine Nichten (1 und 3 ) besucht, schickte mir mittags sodann Bilder davon wie er mit den rumtobt und sagte mir am Abend, dass er mich am liebsten am nächsten Tag schon wieder sehen will und gar nicht warten möchte. Also er versorgte mich am 2. Tag des Kennenlernen (1.) mit viel Aufmerksamkeit und (2) gab mir schon direkt Einblick in sein Leben, dass ich dachte oh toller Onkel und kochen kann er auch....

Der Neue fragt, ob ich Sonntag Lust habe diesmal nicht brunchen sondern abendessen zu gehen, ich sage Sonntag geht nicht, er schlägt vor, dass wir uns dann unter der Woche spontan treffen könnten, er sich freuen würde. Keine Bilder, kein sich Inszene setzen mit irgendwas, keine Fotos.

Der N. hatte mich schon zu Beginn sehr verreinnahmt mit seiner Aufmerksamkeit und ich rückte langsam aber sicher Richtung Treibsand... ich gewöhnte mich schnell an die Dosis Aufmerksamkeit und war schon nach kurzer Zeit morgens fast schon traurig, wenn er mal erst mittags schrieb..

So das mal als Gegenüberstellung.

Was passierte nach dem Treffen mit dem neuen Mann? Ich heulte allein noch im Auto Rotz und Wasser und konnte nicht mehr aufhören, habe seit Weihnachten keine Träne mehr wegen des N. vergossen und es hörte kaum auf. Ich stellte fest , dass das Treffen, das erste Kennenlernen mit meinem N. etwas EINMALIGES war , ich weiß noch, wie ich Freunden und Familie nach dem Treffen von ihm erzählte, aufgeregt war und, von dem ich dachte "das ist er fürs LEBEN, daran wird sich nichts mehr ändern, mit dem werde ich alt..".. Seit dem ersten Tag unserer Begenung war er schon Thema bei meiner Familie , da ich so früh schon herausposaunte, dass ich da jemanden kennengelernt habe. Völlig untypisch für mich.

Dieses Gefühl, was er bei mir damals erzeugt hat, werde ich NIE NIE wieder erleben. Das wurde mir bei dem Treffen mir dem neuen Mann richtig klar- Denn es wird keinen mehr geben, der mich so perfekt spiegeln wird , das ich denken werde SEELENVERWANDT!

Das ließ mich sehr sehr traurig werden. Es hilft zwar zu wissen, dass der Mann, mit dem ich mich damals wie im Märchen gefühlt habe auch nur eine Märchenfigur war. Nicht real, nur eine erfundene Persönlichkeit. Diesen Mann hat es nie gegeben, gibt es nicht, und wird es auch nie geben. Basta! Aber obwohl man das weiß, nimmt es einen mit, denn bewusst wird es einem erst, wenn man sich wieder mit einem ganz "gesunden" und "normalen" Menschen abgibt, unterhält und austauscht. Es fehlt halt dieses Schicksalhafte, Anziehende und Spannende.

Mit dem Neuen wirkt es alles fast schon langweilig dagegen. Wäre ich nie meinem N. begegnet und hätte nicht schon beim ersten Treffen bei ihm diese Glückgefühle in voller Dröhnung abbekommen, hätte ich das mit der Langeweile nicht so extrem verspürt, weil ich eben verglichen hab-

Ich glaube es ist normal dass ich jetzt vergleiche oder?
Es ist auch normal dass die Erinnerungen jetzt wieder hochkommen und mich traurig machen, denn ich erinnerte mich ausnahmsweise an die "Gefühle" die ich damals verspürte und nicht nur an seine "Worte" , die ich bei der Nacharbeitung der Beziehung mit dem N analysierte. Die Erinnerung an die Gefühle der ersten Momente haben mich nochmal richtig umgehauen. Vielleicht ist es normal und ist nicht zu vermeiden, dass man bei der nächsten Kennenlerngeschichte an solche Dinge mit dem Ex zurückdenken muss. Mit ist klar, dass mein Ex kein Mensch war, sondern eine Illusion, an die kein Mann der Welt rankommen wird in meiner Zukunft.

Ist es jemanden auch so ergangen wie mir, bei dem Versuch sich auf jemanden Neues einzulassen?

22.01.2019 10:20 • x 7 #4


Shade

Gehört das nicht zum narzisstischen System dazu, dass man da fast nicht wieder rauskommt?

Ich hab mal gelesen, dass die meisten erst den Ausstieg schaffen, wenn sie komplett zerstört sind, damit dem Narzissten nichts mehr zu bieten haben und der dann von ihnen ablässt, um sich ein neues Opfer zu suchen, das spannender ist.

22.01.2019 11:17 • x 1 #5


lindycoll


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Zitat von Shade:
Gehört das nicht zum narzisstischen System dazu, dass man da fast nicht wieder rauskommt?


In den letzten Monaten der Verarbeitung liefen vor meinem geistigen Auge viele kleine Filmchen ab, die jedesmal damit endeten, dass ich mir sagte, das kann doch nicht wahr gewesen sein, warum habe ich das geschehen lassen, hingenommen, auf Besserung gehofft...

Wichtig ist dass mn sich selber aus der opfer rolle befreit, sich nicht die schuld gibt :wie konnte ich das zulassen, warum habe ich es nicht gemerkt?. Denn damit macht man sich selber vorwürfe. Es braucht zeit das verarbeiten, man muss versöhnlich mit sich selber sein. Der erste schritt ist die muster hinter dem verhalten zu erkennen, dann kann man sie auch abarbeiten, analysieren und merken, dass man nicht anders konnte. Wenn man sich selber verzeihen kann, kann man vielleicht auch ihm vergeben. Letzteres ist bei mir aber noch lange nicht in Sicht, auch wenn ich weiß, er konnte bzw. kann nicht anders. Es ist nicht böswilligkeit sondern einfach unfähigkeit, empathie zu empfinden, in liebe zu handeln und soziale kontakte zu pflegen; eigentlich ist das schon fast traurig.

Zitat von Shade:
Ich hab mal gelesen, dass die meisten erst den Ausstieg schaffen, wenn sie komplett zerstört sind, damit dem Narzissten nichts mehr zu bieten haben und der dann von ihnen ablässt, um sich ein neues Opfer zu suchen, das spannender ist.


Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb ein N. dich auf die Abschussliste setzt.

(a) Der Partner ist wie du schon sagst nictnmehr in der Lage dem N. irgendwas zu geben, die Energiespeicher sind leer und er ist inferior , d.h auch im Auge des N. wertlos. Mit wertlosen Menschen gibt er sich nicht ab.

(b) Der Partner wird von N. am Anfang auch idealisiert, so wie der Partner ja auch den N. idealsiert. Nach der Hooneymoonphase entdeckt der Narzisst aber die Fehler beim Partner. Ist der Partner kein Co.Narzisst und weiß trotz der Abschwächung noch wer er ist und was er kann und kann er sich von Innen heraus im Kern noch für wertlos sehen, wird er seine Bedürfnisse und Wünsche gegenüber dem N. weiterhin mit Nachdruck geltend machen und den N. kritisieren und konfrontieren. Der N. merkt, dass der Partner kein Energielieferant, sondern ein Energieschlucker wird. Das gibt ihm nichts , nimmt ihm nur. Das Objekt wird entsorgt wie ein paar abgetragene Stiefel, an die denkt man auch nicht mehr auch wenn sie mal sehr schön waren....

22.01.2019 12:56 • x 3 #6


kugelschrei

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Meiner Erfahrung nach ist es ein schier unglaubliches Erlebnis (nicht im positiven Sinne), wenn man ins Netz so einer Person gerät.

Man weiß einfach nicht, wie einem geschieht. Man denkt eine ganze Weile, dass man irgendwie im falschen Film ist, dass es da doch einfach nur Missverständnisse gibt, und dass die andere Person doch irgendwann mal zur Vernunft kommen muss - denn so kann sich doch einfach kein normaler Mensch verhalten!

Nur: Der andere Mensch ist eben nicht normal. Aber da einem das so unfassbar ist, projiziert man eine endlos lange Zeit Normalität in ihn hinein.

Und man selbst verhält sich während dieser ganzen Zeit auch "normal", also freundlich, liebevoll, verständnisvoll - ohne zu merken, dass man mit dieser Strategie aber nichts erreicht, sondern stattdessen emotional nur tiefer und tiefer in die Falle rutscht ...

22.01.2019 14:03 • x 7 #7


lindycoll


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Zitat von kugelschrei:
Meiner Erfahrung nach ist es ein schier unglaubliches Erlebnis (nicht im positiven Sinne), wenn man ins Netz so einer Person gerät.


Hast du auch ähnlich empfunden als du dich das erste Mal wieder mit einer neuen Person gedatet hast?

22.01.2019 15:59 • #8


kugelschrei

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Zitat von lindycoll:
Hast du auch ähnlich empfunden als du dich das erste Mal wieder mit einer neuen Person gedatet hast?


Ja, bisher auch. Es fehlt diese unglaubliche Intensität bei allem, das muss ich schon zugeben. Auch insofern hat einem die Beziehung zu der Narzisstin irgendwie das Leben "vers*ut".

Und Folgendes kann ich noch sagen:

Bei mir hat es nicht gereicht, zu erkennen, dass sie Narzisstin ist, um die Macht wiederzugewinnen. Das habe ich erst durch die Kontaktsperre erreicht.

Aber mir geht es auch so, dass ihre Attraktivität inzwischen völlig verschwunden ist. Das ging mir schon nach wenigen Wochen Kontaktsperre so. Ich kann überhaupt nicht mehr nachvollziehen, was ich an ihr mal so anziehend fand.

22.01.2019 16:11 • x 2 #9


Hypnotized

Bei mir gehen immer alle Alarmglocken an, wenn jemand keine Fehler zugeben und sich nicht entschuldigen kann.

Ist sicherlich kein reines Problem von Narzissten, aber ein guter Indikator für ausgeprägte narzisstische Züge und fehlende Verträglichkeit, fehlende Fähigkeit zur Selbstreflektion, gefährlich niedriger Selbstwert und in jeden Fall ein Zeichen für einen eklatanten Mangel an Respekt.

22.01.2019 16:49 • x 6 #10


kugelschrei

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Zitat von Hypnotized:
Bei mir gehen immer alle Alarmglocken an, wenn jemand keine Fehler zugeben und sich nicht entschuldigen kann.

Ist sicherlich kein reines Problem von Narzissten, aber ein guter Indikator für ausgeprägte narzisstische Züge und fehlende Verträglichkeit, fehlende Fähigkeit zur Selbstreflektion, gefährlich niedriger Selbstwert und in jeden Fall ein Zeichen für einen eklatanten Mangel an Respekt.


Stimmt, sehr gut erkannt und formuliert. Ich sage mir inzwischen auch, dass mir das schon am Anfang hätte auffallen müssen, aber da sind diese Dinge dummerweise so verschleiert:

Zum einen ist am Anfang in einer Beziehung ja sowieso so gut wie alles schön, da kommt es selten zu Diskussionen mit geteilten Meinungen oder fehlerhaftem Verhalten, und wenn doch, dann ist man geneigt, das im Hormonrausch zu übersehen.

Und zum anderen kam das alles - jedenfalls bei meiner Narzisstin - am Anfang so nett und charmant verpackt rüber, da war es schwer, den wahren Kern zu erkennen.

Allerdings merke ich jetzt schon, dass ich an neue Leute in meinem Leben mit extrem ausgefahrenen Antennen zugehe und für alles sensibilisiert bin, was nur irgendwie in Richtung narzisstischer Züge geht ... Ist allerdings vielleicht auch wieder nicht ideal, so ein Misstrauen.

22.01.2019 17:01 • x 2 #11


lindycoll


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Zitat von kugelschrei:
Stimmt, sehr gut erkannt und formuliert. Ich sage mir inzwischen auch, dass mir das schon am Anfang hätte auffallen müssen, aber da sind diese Dinge dummerweise so verschleiert:

Zum einen ist am Anfang in einer Beziehung ja sowieso so gut wie alles schön, da kommt es selten zu Diskussionen mit geteilten Meinungen oder fehlerhaftem Verhalten, und wenn doch, dann ist man geneigt, das im Hormonrausch zu übersehen.

Und zum anderen kam das alles - jedenfalls bei meiner Narzisstin - am Anfang so nett und charmant verpackt rüber, da war es schwer, den wahren Kern zu erkennen.

Allerdings merke ich jetzt schon, dass ich an neue Leute in meinem Leben mit extrem ausgefahrenen Antennen zugehe und für alles sensibilisiert bin, was nur irgendwie in Richtung narzisstischer Züge geht ... Ist allerdings vielleicht auch wieder nicht ideal, so ein Misstrauen.


Man darf nicht vergessen, dass die erste Phase "zu schön ist um wahr zu sein". Es passiert ja gerade nichts kritisches. Nichts worauf man mit dem Finger drauf zeigen kann...
Es sind ja gerade nicht diese offensichtlichen Macken ("sich nicht entschuldigen können", denn das tuen sie ja sogar, nicht etwa weil sie im Ernst glauben, dass sie einen Fehler gemacht haben, sondern NUR, um uns einzufangen und man fragt sich ständig , ok wo ist der Haken, der so ist toll !) Man wird systematisch in einen Vernebelungszustand versetzt.

Das wahre Gesicht hinter der Maske kommt leider erst zum Vorschein wenn man emotional in ihrem Käfig sitzt und als Zapfsäule missbraucht wird. Dann erst gibt er sich auch keine Mühe mehr , die echte Seite hinter der Maske zu verstecken. Nur dann ist es zu spät und man kann nicht einfach sagen Tschüss und Winke Winke. Ich muss mich korrigieren doch, man kann, aber es ist ein Gang durch die Hölle.

Ich merkte bei meinem neuerlichen Date auch, dass ich nicht mehr mit so einer Unbeschwertheit und Leichtigkeit auf die Person eingehen konnte. Fragte lieber bei einigen Dingen ein zweimal nach, wenn mir etwas nicht direkt plausibel vorkam. Ich empfand mich selbst auch nicht so wie ich mich normalerweise kenne. Ich bin offen, warm und begegne den Menschen, die in einer authentischen Art nett zu mir sind, nicht mit Skepsis.

Das hat sich nun aber auch geändert.

22.01.2019 17:31 • x 3 #12


kugelschrei

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Zitat von lindycoll:
Man darf nicht vergessen, dass die erste Phase "zu schön ist um wahr zu sein". Es passiert ja gerade nichts kritisches. Nichts worauf man mit dem Finger drauf zeigen kann...
Es sind ja gerade nicht diese offensichtlichen Macken ("sich nicht entschuldigen können", denn das tuen sie ja sogar, nicht etwa weil sie im Ernst glauben, dass sie einen Fehler gemacht haben, sondern NUR, um uns einzufangen und man fragt sich ständig , ok wo ist der Haken, der so ist toll !) Man wird systematisch in einen Vernebelungszustand versetzt.

Das wahre Gesicht hinter der Maske kommt leider erst zum Vorschein wenn man emotional in ihrem Käfig sitzt und als Zapfsäule missbraucht wird. Dann erst gibt er sich auch keine Mühe mehr , die echte Seite hinter der Maske zu verstecken. Nur dann ist es zu spät und man kann nicht einfach sagen Tschüss und Winke Winke. Ich muss mich korrigieren doch, man kann, aber es ist ein Gang durch die Hölle.


Ja, es ist schon richtig, man kann es nicht mit letzter Sicherheit erkennen, bevor die Aufwertungsphase zuende ist. Man muss einfach lernen, danach, wenn es klar wird, dass man an jemanden mit starken narzisstischen Anteilen geraten ist, konsequent und sofort die Reißleine zu ziehen, auch wenn man emotional dann schon tief im Netz festhängt.

22.01.2019 17:49 • #13


Sternenleuchten

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Hi, interessanterweise kann ich dir auch was dazu berichten. Hab 15 Jahre mit Narz hinter mir, räumlich getrennt seit 7 Monaten, neuen Job gefunden, alles soweit okay (gewesen, Narz hat erfahren wo ich arbeite, ein bissel heftigst verleumdet und schon ist der 3. Job wieder weg, momentan dreht der voll auf). Egal, jedenfalls: sehe einen Kollegen das erste Mal. Komplett verknallt von der ersten Sekunde an. Wirklich mein Typ, die ganze Art, der Charakter, alles. Es entwickelt sich was, er kommt auch vorbei... alles gut. Und da, wo es nun wirklich verliebt weitergehen sollte, kommt der Cut. Auf einmal werte ich ihn insgeheim ab. Von 100 auf 0. Da kommen so Gedanken wie "zu einfach gestrickt", langweilig, irgendwie zu normal... weiß der Himmel wieso und woher das kommt. Er hat sich nicht verändert. Ich kenne mich so überhaupt nicht, so gehässige Gedanken. Normalerweise sehe ich immer das Gute, in das ich mich verliebt habe und das andere, meine Güte, ist nicht so wild. Man wird sehen. Also ehrlich, ich glaub auch das kommt von der vorherigen Beziehung... frage mich ernsthaft wie ich das in den Griff bekommen soll. Ich glaube, wir brauchen alle das Gegenteil eines Narz. Nur, wie programmiert man sich wieder um?

22.01.2019 18:28 • x 3 #14


Karenberg

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Zitat von lindycoll:
Es fehlt halt dieses Schicksalhafte, Anziehende und Spannende.

Mit dem Neuen wirkt es alles fast schon langweilig dagegen. Wäre ich nie meinem N. begegnet und hätte nicht schon beim ersten Treffen bei ihm diese Glückgefühle in voller Dröhnung abbekommen, hätte ich das mit der Langeweile nicht so extrem verspürt, weil ich eben verglichen hab-

Ich glaube es ist normal dass ich jetzt vergleiche oder?
Es ist auch normal dass die Erinnerungen jetzt wieder hochkommen und mich traurig machen, denn ich erinnerte mich ausnahmsweise an die "Gefühle" die ich damals verspürte und nicht nur an seine "Worte" , die ich bei der Nacharbeitung der Beziehung mit dem N analysierte. Die Erinnerung an die Gefühle der ersten Momente haben mich nochmal richtig umgehauen. Vielleicht ist es normal und ist nicht zu vermeiden, dass man bei der nächsten Kennenlerngeschichte an solche Dinge mit dem Ex zurückdenken muss. Mit ist klar, dass mein Ex kein Mensch war, sondern eine Illusion, an die kein Mann der Welt rankommen wird in meiner Zukunft.

Ist es jemanden auch so ergangen wie mir, bei dem Versuch sich auf jemanden Neues einzulassen?



Einer der Gründe, warum ich serienmäßig an Narz. geriet. Da war es zumindest am Anfang außerordentlich spannend und aufregend. Nach der letzten Erfahrung habe ich endgültig genug. Mir ist die ersten Monate nach der Trennung aufgefallen, wenn ich jemanden interessant fand, der/die wieder narz. Tendenzen hatte. Somit gleich wieder Kontaktabbruch meinerseits.
Dann habe ich es mit normal versucht. Gab da zwei nette Kontakte.
Schlußendlich war ich gar nicht in der Lage, es zu einem zweiten bzw. dritten Date kommen zu lassen. Da es nach den Dates kein Feuerwerk in Bezug auf Nachrichten gab bzw. ich widerum nicht ignoriert wurde, verlief sich das schnell wieder. Weil ich nicht wusste, wie nun weiter und mich nicht mehr meldete. Meine ganze Datingstrategie ist im Eimer. :wink:
Zudem fehlte schnell ein gewisser Reiz.

Muss dazu sagen, dass ich nicht online date. Menschen kennenlernen ergibt sich für mich so.

Immerhin fand ich zwei nicht Narz. interessant genug zum daten. Der Rest ergibt sich auch noch.

23.01.2019 08:39 • x 1 #15




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