lindycoll
Mitglied
- Beiträge:
- 312
- Themen:
- 3
- Danke erhalten:
- 553
- Mitglied seit:
Ich habe gelesen, dass die Trennung von einem Menschen mit narzisstischen Zügen ( der einem den Selbwert raubt und Schutt und Asche hinterlässt) zu den schwersten Dingen im Leben gehört, den man emotional leisten kann. Ich hatte sehr viel Glück, dass ich nicht lange in diesem Treibsand war und schnell den Schlussstrich zog.
Ich habe riesen Respekt vor den Menschen, die nach vielen Ehejahren es schaffen sich aus diesem Treibsand herauszuretten. Ich wurde schon nach wenigen Monaten Beziehung zu einem psycho Wrack.
Ich bin so gut wie durch mit dem Kummer. Schmerzhaft - so sehe ich das heute- war eigentlich an der ganzen Sache vielmehr die Ent-Täuschung, weniger der Liebeskummer. Denn von Liebe konnte nach so kurzer Zeit niemals die Rede sein. Ich war liebessüchtig und völlig destabilisiert.
Ich habe die verlorene Macht wieder erlangt mit der Feststellung, dass mein Ex starke narzisstische Züge hat. Ob er auch in medizinischer Sicht nun ein verdeckter N. ist oder nicht interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht. Mich interessiert, welche kranke Dynamik durch sein Verhalten und mein Verhalten entstanden ist in nur so kurzer Zeit. Ich will ihn seit diesen Erkenntnissen auch nicht mehr zurück.
I do not want the narcissist to return because he is a narcissist. You will have then begun to seize the power."
Ich habe meinen verlorenen Selbstwert erlangt in der Nacht an Weihnachten. Wir begegneten uns zufällig auf einer Feier ( nach Monaten der Trennung) und es lief was. Er war plötzlich nicht mehr so zurückhaltend wie ich ihn die ganzen letzten Monate (auch in der Beziehung) erlebt habe. Er stellte mich auf`s Podest, stellte mich mal wieder allen möglichen Menschen vor ( ich weiß nicht mal was der diesen Menschen erzählt hat wer ich bin " das ist meine Ex?) und ließ mich weder aus den Augen noch von seiner Hand. Ich habe dem ganzen keinerlei Bedeutung zugemessen, wusste, dass es jede Sekunde nur um ihn geht und ich ihman diesem Abdend nichts bedeutete. Mit dieser Erkenntnis war es alles so einfach und irgendwie machte es sogar ein wenig Spaß ihn dabei zu beobachten und sein konträres Verhalten endlich zu verstehen, und den Wechsel seiner unsichtbaren Masken zu sehen ( ich habe mich ja wie eine besessene mit dem Thema befasst)
Ich hatte mich aber bereits so innerlich von ihm distanziert, dass es mir nur noch um eins ging, ein letztes Mal von dem Mann begehrt zu werden, der mich die ganze Beziehung lang Glauben ließ, ich sei körperlich nicht anziehend, aber mit mir geheiratet hätte.
Ich ging mit zu ihm , holte mir meinen Selbstwert wieder und ging. ( Ich kann verstehen, wenn es für andere komisch klingt, aber das war tatsächlich wie Balsam für meine Seele, das zu bekommen, was er mir nahm) Der sechsuellen. Rückzug in der Beziehung, den er mir nicht erklären konnte ( oder wohl eher besser nicht erklären wollte) war eine größere Kränkung als ich vermutet hatte und hinterließ auch lange Zeit nach der Trennung große Spuren bei mir.
Warum ich trotzdem damals in der Beziehung bei ihm blieb ?
Jaa, das war meine Aufgabe der letztem Monate herauszufinden, warum um Himmelswillen ich trotzdem nicht losließ von diesem Mann, der mich nicht mehr anfassen wollte und diese komme her und geh weg Spiele spielte. Ein täglicher PN-Austausch mit einer sehr wertvollen Person für mich aus diesem Forum und viele Bücher haben mir geholfen vieles zu verstehen.
Es geht mir auch wieder gut. Ich kann mich wieder auf mein Leben konzentrieren und habe wieder Spaß an den Dingen und denk nicht mehr in solchen Situationen an ihn.
Klar, es gibt Momente, in denen ich mich auch an ihn zurückerinnere. Meistens sind es aber konkrete Situationen, die ich immer wieder durchgehe. Das hilft mir, zu verstehen, was mich dazu gebracht hat, dass sich die Dinge überhaupt so entwickeln konnten.
Mir ist sehr viel klar geworden. Auch was mein Anteil war. Heute würde ich mehr Acht auf mich geben. Ich habe zum Beispiel für mich herausgefunden, dass ich geneigt bin, mich gerade auf die Männer zu fokussieren, die gar nicht bereit sind , sich auf irgendwen einzulassen und nicht sonderlich interessiert sind an dem Leben des anderen teilzunehmen ( tatsächlich waren alle meine Freunde bisher solche Typen, der Letzte war dann das Extremste was man erleben kann) und die die sich auf mich eingelassen hätten, interessierten mich nicht ( und das möchte ich bei meiner Partnerwahl nun beachten und ich muss mich von den unbewussten Mechanismen lösen )
Ich hatte ihm viel zu früh vertraut. Ich stand ihm viel zu früh zu nah. Ich war grundlos zu optimistisch und ignorierte alles, was mir mit ihm im Weg stehen konnte.
Heute sehe ich ihn als niemanden Besonderen mehr. Ich habe auch kein Mitgefühl für ihn. Das was er getan hat, werde ich nicht verzeihen, er hat mich emotional missbraucht. GsD lief es nur ein paar Monate so.
Mittlerweile hat er auch jegliche Attraktivität verloren. Der Mann, der mich einmal mutig und sympathisch angequatscht hat, war der Mann den ich bei der ersten Begegnung kennengelernt habe, der Mann, der am Ende nur noch Probleme sah und keine Lösung suchte für all seine Probleme, der nicht imstande war Gefühle entgegenzubringen, egal wem gegenüber ( seine Familie und Freunde interessierten ihn auch nicht), der unglaublich unmännlich wirkte und auch nicht wirklich irgendetwas für andere tat , war der Mann den ich bei der letzten Begegnung sah. Man lernt den Menschen immer in diesen beiden Momenten kennen und beide Seiten gehören zu ihm. Die schlechte Seite gefällt mir nicht. Ich bin es mir nicht wert, meine wertvolle Zeit mit einem Menschen zu verbringen, der niemals in der Lage sein wird, irgendwen zu lieben. Schlimmer noch, der gehen kann ohne auch nur einmal auf den Menschen zurückzublicken.
Ich bin froh, dass es nun endlich vorbei ist.