Herbstapfel
Gast
Ich schreibe, weil ich etwas verwirrt bin. Ich war vor 6 Monaten insgesamt 2 Jahre mit meinem Ex zusammen. Eigentlich lief es gut. Am Ende hatte ich aber das Gefühl dass er sich distanziert. Er grub sich in Arbeit ein. Schob statt sich mit mir zu Treffen immer andere, "wichtigere" Dinge wie Arbeit oder Freunde treffen vor. Das bewirkte dass ich begann zu klammern, anstatt mir selbst auch mehr Freiraum zu nehmen und ihm den seinen zu gewähren.
So fühlte er sich offenbar eingeengt, da ich Szenen machte wenn er wieder "etwas anderes" vorhatte. Es folgten dramatische Streite, in denen er mir vorwarf von ihm zu verlangen dass er die Beziehung in das Zentrum seines Seins stellte... Am Ende trennte er sich (zu meiner Überraschung, denn er hatte eigentlich die ganze Beziehung initiiert und bis zu einem gewissen Punkt dachte ich, ich hätte alles unter Kontrolle) . Die Trennung war für mich schwierig. Ich liebte diesen Mann sehr und konnte mich kaum davon ablenken. Es kam nach der Trennung noch zu einigen Treffen, bei denen er sich nicht wirklich sicher zu sein schien was er von mir wolle. Leider waren diese Treffen schwierig, da ich bettelte, klammerte und Szenen machte und u. a. versuchte, ihn mit aller Gewalt (ich weiß das klingt krass) zurückzubekommen. Ich verstand die Welt nicht mehr und war sicher dass er mich noch liebt. Es machte mich wild, dass er offenbar auch niemanden anderen am Start hatte. Nachdem ich das volle Programm mit betteln, ihn anrufen, etc. hinter mir hatte und von ihm nichts mehr kam gab ich es auf.
Irgendwann begegneten wir uns zufällig in einer Kneipe. Wir freuten uns beide über dieses Treffen, tranken zusammen, er begleitete mich zu mir und es blieb nicht dabei. Seit dem treffen wir uns regelmäßig und verbringen Zeit (manchmal ganze Tage) miteinander, dabei kommt es auch zum S.. Die Treffen sind entspannt. Eigentlich läuft alles sehr gut. Bei jedem Treffen scheint ein wenig mehr von ihm aus zu gehen. Ich habe aufgehört ihn "in die Mangel zu nehmen", ihn zu zwingen sich zu bekennen und "die Karten auf den Tisch zu legen". Ich bin allerdings verwirrt. Ich frage mich nun wo das hinführt. Das ganze läuft seit ca. 2 Monaten. Ich habe auch das Gefühl dass ich die Trennung von ihm nun halbwegs verwunden habe und sogar die Nähe geniessen kann. Irgendwie fühle ich mich sehr gelassen. Aber mein Verstand kommt einfach nicht hinterher. Ich frage mich wie ich mit dem Mann, der mir eigentlich das Herz gebrochen hat auf einmal so "gemütlich" zusammensein kann.... Ist das normal? V. a. ist das gesund? Ich würde mich über andere Meinungen freuen, da ich mich kaum traue mit meinen Freunden darüber zu sprechen...
