Zitat von Sommersonne1: Ich kann es einfach nicht verstehen, dass die Kinder nicht das sehen was vorher war.
Du hast über Jahrzehnte etwas gelebt, was Dich nicht größer machte, nicht erfüllte - sondern Dich immer durchsichtiger werden lies. War deine Ehe zu Anfangs noch hoffnungsvoll mit Liebe getragen, wurde sie im laufe der Zeit immer schwerer zu ertragen, zu überleben.
Du hast bestimmt nicht wenige Versuche unternommen, wenigstens einen Zustand zu erreichen, wo du nicht, energielos und selbst verletzt, da durch musst - und er hat bestimmt ab + an, auch versucht, seine Handlungen zu ändern, halbherzig, nur damit du nicht wieder mit dem "ollen" Zeug anfängst.
Wo wer von Euch auch immer begann unzufrieden zu werden, lässt sich nicht mehr feststellen - aber wenn man die Unzufriedenheit bemerkt, will man sie immer ändern.
Ich mag mich nicht mehr erinnern, wie oft ich ihn bat, dies oder das endlich zu tun oder zu unterlassen - hat ihn nie wirklich lange dazu gebracht dies auch aktiv zu tun, nehme an, dir erging es ähnlich - aber ich hätte nicht deinen Weg gewählt, es final zu ändern, wobei ich dich keinesfalls hierfür verurteile. Man handelt immer mit dem, zu der Zeit, verfügbarem Wissen, weil dieses Wissen, die Basis für zukünftige Handlungen ist.
Heute, weißt du wieder mehr und würdest anders handeln als damals

Aber deine Kinder sind jung an Jahren, jung an Erfahrungen und jung an Prozessen, die erst im Laufe eines langen Ehelebens auftreten. Sie können nicht wissen, wie viele Situationen es gab, wo du verzweifelt bist, an der Unbeweglichkeit deines Gattens. Wo du, dich nicht mehr spüren konntest, wo du dich gefühlt hast, als der einsamste Mensch in einer Gruppe von vielen. Dieses ihnen begreiflich zu machen - ist Sisyphos.
Du kannst es Ihnen nur sehr schwer aufzeigen, weil sie dieses Gefühl nicht nach empfinden können, weil selbst ja noch nie erlebt.
Und gebe es Gott, das sie das nie erleben müssen, weil es ein Leben zerstören kann.
Deine Kinder, wuchsen im Glauben auf - das ihre Eltern gut sind. Das deren Ehe gut ist, sie kennen das nicht anders, als wie es war - und glauben, das es gut war - auch wenn es für dich das nicht war. Aber für sie ist es gelebte Normalität.
Die du gekündigt hast.
Auch wenn es für Dich eine enorme Verbesserung gab, ist der Preis, den du dafür zahlst, ein sehr hoher Einsatz. Rückgängig zu machen ist er nicht. Und das willst du auch nicht mehr. Du willst dein neues Leben nicht gegen das alte tauschen.
Und dafür ist es leider notwendig, das du nun auf Eierschalen und Glassplittern läufst, damit deine Kinder, insbesondere der Älteste, erkennt, das dieser Schritt für Dich lebensnotwendig war, sonst wärst du verzweifelt. Wie du es auch drehst und wendest, es ist wie in deiner Ehe - der Zustand wird sich erst bessern, wenn eines deiner Kinder handelt.
Du hast Jahre gebraucht, dich zu lösen - gestehe deinen Kindern aber bitte auch die Zeit hierfür zu, das Sie sich dir zuwenden, wenn es ihnen möglich ist. Wenn nicht - liegt es an dir, dies zu akzeptieren.