Zitat von Sommersonne1: hab ich tatsächlich schon
machst Du sie noch oder nicht mehr? Ich frage, weil mich das hier sehr berührt hat:
Zitat von Sommersonne1: Du spricht mir aus der Seele.
Meine Tochter hat ja mal zu mir gesagt, dass sie niemals geglaubt hätte, dass ihre Eltern sich scheiden lassen.
Dann frage ich mich aber immer, warum sie nicht mal fragt, warum es so gekommen ist. Ich selber habe ich Schwierigkeiten es zu erklären, ohne dass ich dabei ihren Vater negativ darstelle. Habe dann immer Angst, dass ich es nur noch "schlimmer" mache. Mit ihr bin ich aber im Gespräch, oft fällt es mir dann aber schwer nicht zu weinen, das möchte ich dann auch nicht, weil sie sich nicht um meinen Kummer so viele Gedanken machen soll. Mit ihren Brüdern redet sie aber auch nicht drüber.
Das Problem ist wohl auch die Gesprächskultur, die Kinder haben es nicht gut gelernt. Mein Exmann hat mir oft vorgeworfen, dass ich viel zu viel erzähle. Ich habe sie wohl auch falsch gemacht.
Ich selber komme aus einer schwierigen Familie, wollte immer an meiner Familie festhalten, deswegen habe ich jahrelang vieles akzeptiert, schön geredet, gedacht ich muss für diese Familie und die Kinder durchalten.
Habe mich zurückgenommen und untergeordnet. War im Nachhinein betrachtet sicherlich auch falsch, darüber habe ich eine Depression entwickelt. Es hat mich Jahre gekostet mal für mich selber einzustehen, meine Meinung zu sagen. Erst dann habe ich überhaupt registriert, dass ich etwas ändern muss. Ich habe mich so lange überhaupt nicht getraut, dann kam der andere Mann. Ohne ihn wäre ich wohl nicht gegangen.
Ja, es war falsch, aber er war da.
Jetzt habe ich das Gefühl, wenn ich für mich einstehe, geht alles schief.
Wäre ich vielleicht wegen der Kinder doch lieber geblieben. Dann wären sie wenigstens da
Aber da eben auch viel Leidensdruck zu lesen ist und ich schon auch glaube, dass da noch einiges für Dich unbearbeitet ist, was vielleicht eher nicht zu den Kindern gehört.
Wäre ich vielleicht wegen der Kinder geblieben, dann wären sie wenigstens da, könntest Du nämlich auch ganz anders lesen: Hättest Du Dich viel früher getrennt, wären sie jetzt vielleicht auch da.
Du hast eine Lebensentscheidung getroffen und die sind in der Mehrheit schwer und vielleicht hast Du Dich vor dieser Entscheidung auch lange ein bißchen herumgedrückt, aber Wege dauern nun mal so lange sie dauern.
Was ich aber bei Dir immer wieder so im Thread lese, ist eine Unaufgeräumtheit und ich glaube, daß die daher kommt, daß Du Dir selbst nicht so ganz die Chance einräumen willst, Dich wirklich zu entwickeln.
Du hast den Absprung aus der alten Ehe nur dank eines anderen Manns geschafft, das war halt so. Und neues Beziehungsglück verleiht durchaus auch Flügel, aber es heilt nicht unbedingt nachhaltig, was vorher war. Vor allem eben auch nicht die Dinge, Deine Anteile, die dazu geführt haben, daß es letztlich so weit gekommen ist.
Wichtig für Dich wäre, daß Du es schaffst, mit Deiner Geschichte Frieden und Akzeptanz zu finden. Du für Dich ganz allein. Nicht erst, wenn die Kindern, wenn xyz. Wenn Deine Tochter, Dir sagt, daß sie nie gedacht hätte, daß ihre Eltern sich scheiden lassen, dann ist das ein wunderbar authentisches Statement Deiner Tochter. Wenn Du Dich daraufhin fragst, warum sie nicht mal fragt, warum es anders gekommen ist, dann zeigt das, wie sehr Du noch in der Bedürftigkeit bist mit Deiner Lebensentscheidung Umgang zu finden.
Auf mich macht es häufig den Eindruck, daß Du versuchst, über das Arbeiten an Beziehungen, die Arbeit an Dir selbst zu umgehen. Sicher nicht absichtlich, aber es ist eben nicht zielführend. Und ich kann tatsächlich verstehen, daß sich zB dein Ältester diesem Versuch auch entzieht.
Ich würde Dir daher eben auch raten, da psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.