Hallo Ihr Lieben,
ich weiß erst seit 3 Tagen, dass ich Tochter einer narzisstischen Mutter bin und ich ein Leben lang seelisch missbraucht wurde. Ich habe mich beim Lesen des Artikels "Töchter narzisstischer Mütter" sofort wiedergefunden und mich mächtig erschrocken.
Ich bin schon seit längerem in Therapie und Thema war gerade, warum ich immer ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle gegenüber meinen Eltern habe, wenn es mir mit gut geht und ich Spaß habe. Darüber bin ich auf seelischen Missbrauch durch die Mutter gestoßen. Sie hatte mich erst diese Woche wieder hart angegriffen, dass ich am Wochenende meinem Hobby nachgegangen bin und unter der Woche nicht Vollzeit arbeite (momentan sind es 34 Std.): Also "faule Tochter, die es sich zu gut gehen lässt, hat sie nicht verdient".
Mein Vater hat angerufen, nicht aber meine Mutter, um sich zu entschuldigen? HAHA, ich weiß, sie sitzt jetzt zu Hause und schmollt und jammert, dass ich sie ignoriere.
Ich stehe ganz am Anfang - 44 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern, Scheidungskrieg und nun diese Erkenntnis ... Einerseits bin ich so erleichtert, ich habe jahrelang die Schuld bei mir gesucht, warum ich nicht geliebt werde, nicht gefalle und es meinen Eltern/Mutter nie recht machen konnte, warum sie mich immer noch so angreift und demütigt. Ich sehne mich nach wie vor so sehr nach ihrer Liebe und Anerkennung. Mein Vater ist stummer Befehlsempfänger.
Keine Ahnung, wieviele Psychobücher ich schon gelesen habe, alle auf meine Unzulänglichkeiten gepolt. Symptome, aber nicht die Ursache. Jetzt habe ich sie und bin erleichtert und sooo schlimm traurig, dass ich ganz neu anfangen muss.
Ich verstehe nicht, dass ich jetzt erst darauf gekommen bin

, vielleicht, weil ich immer mehr über die einzelnen Handlungen nachgedacht habe, anstatt sie in einen krankhaften Kontext zu meiner Mutter zu stellen und einen Oberbegriff zu finden.
Ich habe seit frühester Kindheit Tagebuch geführt, insofern habe ich so viele Erlebnisse ihres Missbrauchs ganz aktuell vor Augen: Der bevorzugte jüngere Bruder gehört auch dazu. Mein schlimmstes Trauma neben den so vielen kleinen war der Selbstmordversuch meiner Mutter - ich war 11 Jahre alt - ich habe sie gerettet, ich saß allein mit ihr auf dem Wohnzimmerboden und habe sie wie ein Baby gehalten ...
Es ist nie zu spät --- fange ich mal an, das aufzuarbeiten.
LG MariaElisa
[Das Herz bleibt ein Kind - Fontane]