Zitat von thegirlnextdoor: Wahrscheinlich ist ihm eher viel zuviel, dass die TE extra ihren Mann aufgegeben hat und es jetzt in die Vollen gehen könnte.
Ziemlich sicher sogar, denn es bringt ihn nun in eine Bringschuld. Es kommt bei ihm so an: Dir zuliebe und nur wegen Dir habe ich meine Ehe aufgegeben, noch dazu eine langjährige.
Jetzt könnte er zugreifen, scheut aber davor zurück, weil er genau weiß, was auf ihn nun zukommt und von ihm verlangt wird, auch wenn es nicht ausgesprochen wird.
Er müsste nun "liefern", seinen Worten Taten folgen lassen und davor hat er Angst, denn im Hinterkopf ist da immer: Dir zuliebe habe ich ..., also erwarte ich...
ich verstehe das, ich würde so was auch nicht wollen. Ich habe es aber auch mal so ähnlich wie Du erlebt: ich habe mich fremdverliebt und sah in dem Anderen DEN Partner, der so gut zu mir passen würde. Wir waren ja auch füreinander geschaffen, aber nur die ersten Monate.
Dann sagte ich es meinem Mann, denn das Gewissen meldete sich und ich sagte mir: Du musst jetzt ehrlich sein, denn Du kannst nicht ständig lügen und verschweigen.
Mein Mann reagierte völlig souverän. Er meinte: ein Wunder, dass es jetzt erst passiert.
Heißt, auch er hatte gesehen, dass es um unsere Ehe nicht mehr gut stand, Verschuldet von beiden.
Er ließ mich zu dem anderen fahren.
Ich sagte es dem Neuen, dass ich mit meinem Mann gesprochen habe, was auch als Zeichen an ihn gedacht war, wie ernst es mir war.
Und was passierte? Erntete ich etwa Begeisterung von ihm oder Freude? Nein, ich erntete den ersten leisen Rückzug, dem noch viele Rückzugsmanöver folgen sollten. Er reagierte nicht freudvoll, sondern fast kühl und abwartend. Heute ist mir klar, dass ich ihn überfordert hatte. Er wollte nicht der "Ehezerstörer" sein, er wollte sich die Verantwortung für mein Lebensglück nicht aufladen, denn das verlangte viel zu viel von ihm.
Man riskiert viel, man gibt viel und merkt nicht, dass man den neuen damit schlichtweg überfordert und in eine Schuldhaltung treibt. Wegen mir hat sie sich getrennt, also erwartet sie von mir jetzt, dass ich sie glücklich mache. Und wenn nicht, dann heißt es oder wird gedacht: Dir zuliebe habe ich... und jetzt?
Eigentlich klar, dass es so nicht funktionieren kann.Geben erwartet eine Gabe vom anderen, der diese aber nicht geben kann, weil sie ihm als zu groß erscheint.
Sei ihm nicht böse. Aus seiner Warte ist sein Verhalten völlig verständlich. Da Du ihn liebst, willst Du ja sicher, dass es ihm gut geht, auch wenn es Dir schlecht geht.