Hallo Einsicht,
man sollte einen guten Spagat zwischen Sturheit und Kompromissbereitschaft schaffen. Dabei ist jeder anders, denn jeder hat andere Grenzen und Dinge, die einem wichtig sind.
Ich denke, wenn man etwas mit macht oder zu
viel Verständnis zeigt, obwohl es einem weh tut (egal, ob das bei mir das Heulen über die Ex oder bei dir das Abgewandte ist), sollte die Grenze bei jedem überschritten sein. Dann sollte man handeln, z.B. indem man dem Partner klar macht, dass man kein Psychologe oder bester Freund ist. Vor allem sollte man (und eigentlich nicht erst dann) vermehrt auf sich selbst achten!
Ich hatte mich auch von ihm distanziert und abgewartet, ob und was von ihm kommt. Das führte dann dahin, dass wir eine Woche gar keinen körperlichen Kontakt hatten (kein Kuss, keine Umarmung, keine gemeinsam Übernachtung). Während ich mal wieder gewartet hatte und Rücksicht zeigte, sagte er mir irgendwann mal "Ich weiß nicht, ob dir das schon aufgefallen ist ist, aber ich gehe erstmal etwas auf Distanz". Gehts noch? Auch wieder eine Situation, in der ich hätte handeln sollen. Das geht gar nicht!
Irgendwann kam er wieder an mit Küssen, Umarmungen usw. und erklärte das später damit, dass er zu viel gedrunken hatte... ja, wer's glaubt... Gleichzeitig hatte er festgestellt, dass es auch freundschaftlich funktioniert. Ja klar... indem man wieder im Bett landet.... und alles OHNE mit mir zu reden!
Weißt du, Einsicht, es gehören IMMER zwei dazu und wenn man merkt, dass etwas nicht stimmt und der andere nicht redet, sollte man das ansprechen.
ANSPRECHEN, und nicht wieder sagen "Du kannst immer mit mir reden und bitte sag mir, wenn was nicht passt". Nein, das tun die nämlich nicht! Und auch da zeigt man wieder einmal zu viel Verständnis, die nicht angenommen wird.
Wie gesagt, zu einer Beziehung gehören zwei. Man muss nicht gleich alles ansprechen, aber wenn man das Gefühl hat, sollte der andere es tun.
Und auch einfach so eine Distanz einzuleiten, ohne den anderen einzuweihen, geht GAR NICHT!
Ich habe immer nix gesagt... egal in welcher Situation... sondern habe den Schmerz und die unerfüllten Bedürfnisse ausgehalten. Das war sowas von FALSCH!
So kommt auch nie ein klärendes Gespräch zustande, sondern irgendwann macht der Partner Schluss, weil er alles mit sich selber ausgemacht hat.
Ich hatte immer Angst gehabt, das anzusprechen, weil ich Angst vor den Antworten hatte.
Aber ich denke, dass so ein (und wenn es aufgezwungen ist) klärendes Gespräch viel glätten kann, denn so kommt auch der grübelnde Partner mal auf andere Meinungen und Ansichten und weiß, woran er ist.
Durch warten, aushalten, zu viel Verständnis und Nichtreden kommt es immer mehr zu Missverständnissen und wie soll man da noch
gemeinsam und miteinander leben!?
Ich denke nicht, dass er zu der Ex zurück geht und auch die Ex will nicht mehr.
Die lebten nach der Trennung noch über ein Jahr zusammen. Da hätte es genug Möglichkeiten gegeben.
Ich denke sehr viel über die Beziehung nach.
Ich habe darauf geachtet, dass sowohl er als auch ich meine Freiheiten haben und auch seine Hobbys immer akzeptiert, denn ich will niemanden verbiegen oder einschränken.
Er hat sich auch oft an mich angekuschelt und gequatscht. Dabei habe ich ihn gekrault. Er hat es geliebt.
Ich habe ihn auch gerne massiert und gestreichelt.
Ich habe es auch sehr gerne gemacht, aber auch immer ein bisschen in der Hoffnung, dass ich das auch mal bekomme... mh... anstatt mal zu reden, was ich mag...
Ich dachte immer, dass wir auf Dauer schon eine gute Beziehung führten, weil wir uns viel miteinander beschäftigt haben: auf der Couch gesessen und gequatscht, gekuschelt, gemeinsam ausgegangen und im Cafe gequatscht, viel in die Augen geschaut...
Bei uns nieselt es schon den ganzen Tag.
Aber das passt mir gut. Es muss nicht immer schönes Wetter sein
