Marol
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Ich habe mittlerweile den Kontakt zu ihr abgebrochen, weil ich keine Lust mehr hatte, mich erklären zu müssen, warum ich mit diesem Thema nicht so einfach von heute auf morgen abschließen kann......
Jetzt jedenfalls die Geschichte.......
Sie, vor Zwei Jahren ein blühendes, lebenslustiges Wesen, lernte einst einen sprühenden, lebenslustigen, Partner kennen…
Und dann…
"Ein paar Handschuhe"
Ich war weiblich, verwegen, ich war frei und hatte lange blonde Haare.
Mein Mann lernte mich kennen, ich lernte ihn kennen. Ich machte ihn mit vielen „weiblichen Mitteln“ an. Egal wo ich ihn traf, war er schon fast wieder auf „dem Sprung“ und nicht da. Allerdings verband uns der gemeinsamer Traum von Bonny & Clyde.
Es ist nun ca. 2 Jahre her, die 12 Monate davor war ich einfach nur vollkommen platonisch verknallt in ihn.
Damals war ich eingefleischte Single- Frau, trug schwarze Lederklamotten, tolle Schuhe und toll Dess. und hatte blonde lange Haare.
Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe.
Dann trug ich „das kleine Schwarze“, toll Strümpfe und High- Heels.
Hausarbeit war ein Vergnügen, dem ich wann auch immer mit Bravur nachging.
Und ich mochte mich und mein Leben.
So also lernte er mich kennen.
" Du bist meine Traumfrau. Du bist so weiblich, so toll und so frei."
Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, da wir beschlossen zusammen zu ziehen.
Warum auch nicht, ich war weiblich, toll, fast frei und ich hatte lange blonde Haare.
Allerdings nur bis zum Einzug.
Kurz danach hörte ich ihn sagen: "Du könntest wenigstens öfter Wäsche und den Haushalt machen, schließlich brauche ich saubere Kleidung zum anziehen und will mich privat und beruflich entfalten und in der Wohnung wohlfühlen."
Stunden, - nein Tage später und endlose Tränen weiter gab ich nach und wusch öfter die Wäsche und putzte nun für Zwei, denn schließlich liebte ich ihn, und was soll` s,
ich war weiblich, toll, fast frei und meine Hände taten weh vom waschen und putzen.
Und ich war soooo lieb.
"Schatz ich liebe Dich so wie Du bist" hauchte er.
Das Leben war in Ordnung obwohl an meinen Händen schon schmerzhafte Risse und Hornhaut entstanden.
Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins bis mein Mann eines Tages mit einer neuen Geschäftsidee vor mir stand. Er holte verbal aus, und berichtete mir von seinem neuen Leben in Berlin (bei dem Wort läuft es mir schon eiskalt den Rücken runter) und seinen neuen Bekannten und neuen Zielen und sagte:" Akzeptier das einfach mal als gegeben."
Tage, Wochen, nein Monate und endlose Papiertaschentücher weiter gab ich nach, und putzte und wusch. Es folgten schier endlose Diskussionen, um Mitbeteiligung an den häuslichen Dingen des Alltags und Auseinandersetzungen, um einen offenen und Ehrlichen Umgang miteinander.
Aber ich war weiblich, toll, fast frei und meine Hände taten weh vom waschen und putzen, mein Mund bildete schon Fusseln vom vielen Reden.
Dann folgte der größte Kampf. Der Kampf um Anerkennung und Bestätigung.
Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn mit herabgesetztem Selbstwertgefühl im Putzkittel lässt es sich nicht sehr gut kämpfen. Außerdem drückten gewisse Lügen die mir aufgetischt wurden, was mich auch mürbe machte.
Aber was soll` s, ich war weiblich, spießig, fast frei, toll, meine Hände taten weh vom waschen und putzen, mein Mund bildete schon Fusseln vom vielen Reden und mein Selbstwert war am Boden.
Mit den Monaten folgten viele Kämpfe, die ich allesamt in einem Meer von Tränen verlor.
Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte mich noch mehr zu verkriechen, trank lieblichen Rotwein und ging schon lange nicht mehr Sonntag` s spazieren.
Was soll` s dachte ich, ich bin Nichts, gefangen, fühlte mich mies und ich war weiblich, spießig, fast frei, wenig toll, meine Hände taten weh vom waschen und putzen, mein Mund bildete schon Fusseln vom vielen Reden und mein Selbstwert war am Boden, war erheblich gealtert und weniger wert als ein Staubfussel.
Eines schönen Tages stand mein Mann mit gepackten Koffern vor mir und sagte:
"Ich verlasse Dich."
Völlig erstaunt fragte ich ihn nach dem Grund.
"Ich liebe Dich nicht mehr, denn Du hast Dich so verändert. Du bist nicht mehr die Frau, die ich mal kennen gelernt habe."
Vor kurzem traf ich ihn wieder.
Seine "Neue" ist eine langhaarige Blondine, bis vor kurzem war sie eine eingefleischte Single- Frau, trug schwarze Lederklamotten, tolle Schuhe und sicherlich toll Dess., die mich mitleidig ansah.
Heute ist ein wunderschöner sonniger Tag und ich werde mich jetzt erst mal in das Unkraut stürzen
LG Marol
