Zitat von Sternenguckerin:@Armin86 Was wäre, wenn Tanja wirklich jemand anderen als Mann und Partner hätte und eure Partnerschaft für definitiv beendet erklären würde? ...
Das hatte ich ja hier schon geschrieben, Armin, dass deine starke emotionale Abhängigkeit von Tanja auf dein Muttertrauma zurückzuführen ist. Gut, dass das jetzt auch Thema in deiner Therapie ist. Es ist wirklich wichtig, dass du lernst, dass Tanja dir niemals die mütterliche Liebe ersetzen kann (und das auch nicht muss), die dir als Kind gefehlt hat. Könnte sie es, dann wärst du nie fremdgegangen, denn du hattest ja im Eingangsbeitrag beschrieben, dass der Grund dafür "fehlende Liebe und Aufmerksamkeit" von ihr war.
Du suchst im Prinzip nichts als Liebe und bist stark abhängig davon, was typisch für vernachlässigte und misshandelte Kinder ist. Dazu passte auch deine Aussage "schon ein Lächeln von ihr würde mir reichen", obwohl sie dir ins Gesicht gesagt hatte, du seist "ein wertloses Nichts, das verschwinden soll", etc. Misshandelte Kinder sind daran gewöhnt, viel Missbrauch aushalten zu müssen, wenn sie dafür auch nur ein kleines Bisschen Liebe bekommen können.
Ich persönlich fände eine Trennung von Tanja auch am sinnvollsten – um deinetwillen. Es wird für dich kurzfristig erstmal unfassbaren Schmerz bedeuten, ich will das auch nicht kleinreden, es wird sich wirklich so anfühlen, wie es sich für ein Kind anfühlt, wenn es seine Mutter verliert. (Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass du weiterhin viel therapeutische und anderweitige Unterstützung hast. Nimm jede Hilfe an, sei dir das wert.)
Aber ich sehe einfach keine andere Möglichkeit, wie du dich sonst
langfristig aus dieser traumabedingten emotionalen Abhängigkeit zu Tanja lösen könntest. In diesem toxischen Muster zu verharren, bringt ja auch nichts und würde langfristig insgesamt mehr seelisches Leid bringen. Denn Tanja kann dir keine mütterliche Liebe ersetzen und diese Tatsache würde immer und immer wieder nur Probleme zwischen euch verursachen, wie es das bisher auch hat.
Armin, für dein zukünftiges Lebensglück musst du unbedingt lernen, dich selbst zu lieben. Dich selbst nicht nur zu mögen, sondern dich zu lieben! Und damit klar zu sehen, dass das, was in deiner Kindheit geschehen ist, Unrecht war. Dass deine Eltern dich nicht verdient hatten. Dass du bessere Eltern verdient gehabt hättest. Dass du ein Recht auf eine liebevolle und gewaltfreie Kindheit hattest. Mit dieser Selbstliebe kann es dir dann nach und nach gelingen, nicht mehr auf die Liebe von Tanja angewiesen zu sein, um überhaupt lebensfähig und glücklich zu sein. Du hast einen schweren Weg vor dir, aber ihn zu gehen lohnt sich. Du ruhst dann in dir selbst und bist nicht mehr abhängig von äußerer Bestätigung und Liebe, weder von Tanja, noch von sonstwem.