×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

616

Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

S
@PapaEmeritus
Vor 30 Jahren bin ich zu den erwachsenen Kindern von Alk. Eltern/teilen gegangen. Mein Vater hat viel getrunken. Da wurde mir bewusst, dass ich mir das Leben abdrehe, wenn ich meine Gefühle nicht zulasse. Ich war nur rational. Ich hatte auch keine Empathie, weil ich meine Gefühle ja nicht kannte. Irgendwann ging ich mal über einen Flur und vor mir lief ein Mann. Da dachte ich zum ersten mal, dass dieser Mensch auch Gefühle haben müsste, so wie ich sie jetzt bei mir kannte. Da fing es langsam mit der Empathie an. Ich verstehe, was du meinst. So lange man nicht an seinem eigenen Tiefpunkt ist, fängt man nicht an sich zu hinterfragen. Das habe ich durch die 12 Schritte der AA`s gelernt, die wir auch angewendet haben. Weil ich das für mich erlebt habe, denke ich, dass andere das auch können.

#151


S
@Scheol
Vor 30 Jahren war ich ca. 10 Jahre bei den erwachsenen Kindern von Alk. Eltern/teile. In dieser Zeit habe ich auch eine Therapie gemacht, die leider wegen Schwangerschaft der Therapeutin abgebrochen wurde. Dann war ich vorletztes Jahr in einer psychosomatischen Klinik, wegen einer Nervenreizung. Die ist weg. Dort sind zu den Bildern, die ich aus meiner Kindheit hatte, die damaligen Gefühle und eine massive Traurigkeit aufgebrochen. Die Nervenreizung ist seit dem weg. Danach habe ich mit mit ambulanter Therapie begonnen.

x 1 #152


A


Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

x 3


PapaEmeritus
Abgesehen davon, ist die „innere Kind“ Theorie maximal ein therapeutisches Modell, und kein psychologischer Fakt. So etwas wie das innere Kind gibt es nicht als eigene Entität. Die Theorie, dass alles, was uns beschäftigt, auf unsere Kindheit zurückzuführen ist, gilt längst als überholt. Ca. 50 % unserer Persönlichkeit sind genetisch bedingt, Erziehung und Kindheit haben kaum einen Einfluss auf unsere Persönlichkeitsentwicklung. Man geht heute von der sogenannten 50 - 0 - 50 Prozent Regel aus. 50 % genetische Disposition, 50 % sogenannte „nicht geteilte Umwelt“, also Erlebnisse außerhalb des Elternhauses. 0 % Erziehung (wobei das etwas vereinfacht ausgedrückt ist, der Einfluss liegt geschätzt bei ca. 10 %.)

x 3 #153


S
KI sagt auch, das innere Kind habe keine physische Realität. Trotzdem kann ich in mir den Elternanteil (Gebote), den eigenen Erwachsenenanteil (bei mir mit mittlerweile ganz eigenen Werten) und den Kindanteil fühlen.
Das habe ich gefunden:
Schutzmechanismen entwickeln sich als Überlebensstrategie, primär in:
Kindheit
Traumatischen Erlebnissen
Wiederholten emotionalen Belastungssituationen

Zentrale Entstehungsmechanismen
1. Konditionierung
Unbewusste Reaktionsmuster als Lernprozess
Wiederholte negative Erfahrungen prägen Verhaltensmuster
Gehirn entwickelt Vermeidungsstrategien

Aber ich will es nicht unbedingt besser wissen.

x 1 #154


PapaEmeritus
@Sincerite

Diese Schutzmechanismen KÖNNEN sich entwickeln, müssen es aber nicht. Wenn wir durch Kindheitserlebnisse alle in unserer Persönlichkeit gestört würden, würde diese Welt gar nicht mehr funktionieren. Die meisten Menschen entwickeln sich ja aber trotz widriger Umstände vollkommen normal.
Grundsätzlich ist das aber alles egal und nur trockene Theorie. Du musst dir bewusst sein, was du willst, und was nicht. Und ob das jetzt erlebte irgendwas mit deiner Kindheit zu tun hat, sollte man auch hinterfragen. Das musst du natürlich selbst wissen, es ist dein Leben und es sind deine Entscheidungen. Helfen oder gar heilen kannst du so einen Menschen eh nicht, das können nicht mal Therapeuten, da geht’s maximal darum, Verhaltensweisen in Bahnen zu lenken. Vorausgesetzt die begeben sich in Therapie. Schau auf dich, auf das, was du willst. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du für so einen Menschen irgendwann nur noch ein müdes Schulterzucken übrig haben wirst.

x 3 #155


S
@Sincerite
Zitat:
Danach habe ich mit mit ambulanter Therapie begonnen.

Sehr gut.

Zitat:
Etwas Reflektion habe ich bei ihm auslösen können, .

Das ist völlig egal was er ,……
Außerdem glaube ich das bei einem Manipulator nicht wirklich.

Wichtig ist was du daraus lernst und mit nimmst.

x 2 #156


S
@PapaEmeritus und @Scheol
Trotz meiner bisherigen Entwicklung meiner bisherigen Kenntnisse war ich mit dieser Beziehung überfordert. Mein Schutzmechanismus, nichts zu sagen, hat gegriffen. Ich habe bisher begriffen, dass das Abtropfenlassen mich nicht davor bewahrt hat, völlig desillusioniert und ausgelaugt und verletzt daraus zu kommen. Eure Antworten haben mir geholfen, etwas klarer zu werden, mehr zu mir zu stehen, mehr zu akzeptieren, dass er so ist, wie er ist und dass das nichts mit mir zu tun hat. Ich möchte nicht mehr, dass jemand so mit mir umgeht. Deshalb möchte ich ihn auch nicht mehr als Partner zurück. Ich möchte ihn aber auch nicht hassen. Ich danke euch für eure Geduld. Das was ihr mir gegeben habt, kann die Therapie nicht leisten. Ob ich morgen oder übermorgen auch noch so klar bin, kann ich nicht versprechen Zwinkerndes Gesicht

x 1 #157


PapaEmeritus
@Sincerite

Klingt gut. Und ja, du musst dir bewusst sein, das Verhalten hat im Großen und Ganzen Nix mit dir zu tun. Das Verhalten ist intrinsisch, also in der Person angelegt. Genauso wie bei dir bis zu einem gewissen Maß Empathie angelegt ist, Konfliktlösungsstrategien etc..

x 2 #158


A
Zitat von Sincerite:
Diese Ignoranz gegenüber der Seele und des Wertes dieser Frauen, die auf einem bestimmten Platz in dem System des Mannes funktionieren sollten, egal wie es ihnen damit geht, habe ich wiedererkannt. Auch den subtilen Druck.

Du hast Missbrauch und Gewalt erlebt. Um sich davon zu erholen bzw. sich von so einer Beziehung ganz zu befreien, gelten andere Regeln.

Deshalb überleg dir gut, ob du mit einem Täter Kaffee trinken solltest.

x 2 #159


Plague
Zitat von PapaEmeritus:
Erziehung und Kindheit haben kaum einen Einfluss auf unsere Persönlichkeitsentwicklung.

Die typische Argumentation, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Ich negiere mal eben die maßgeblichen Einflussfaktoren und schon brauch ich mich auch nicht mehr um diesbezügliche Prävention und den Schutz der Betroffenen zu kümmern. Ich muss auch nicht den Mythos der heilen Familie in Frage stellen sowie die irrationale Annahme, dass Eltern zu sein ein Naturtalent ist.

Stattdessen machen wir dann einfach nur Genom-Sequenzierungen bei allen Reproduktionswilligen.
Finden wir dabei die passenden Allele für problematische Persönlichkeitsstrukturen gibt's keine Lizenz zum Kinderkriegen oder wir klonieren vorher schnell weniger problematische Sequenzen rein. Da gibt's bestimmt bald auch was von Ratiopharm, Eli Lilly, AstraZeneca, Pfizer oder BionTec.

Die oben genannte Argumentation erinnert auch sehr stark an die seit 20 Jahren andauernde Diskussion um die Einführung der kPTBS ins DSM. Hier geht es auch nach dem Motto "Was nicht sein darf, gibt es nicht." Die dahinterliegenden Gründe sind die gleichen wie oben und darüberhinaus mehr als offensichtlich.

BTW:
Das gleiche Muster haben seit gestern in der US-Klimapolitik:
Ich negieren mal eben sämtliche wissenschaftlichen Grundlagen zum Klimawandel und entledige mich dadurch einer Menge - nach meiner eigenen Ansicht - unnötigen Ausgaben für Klimaschutzmaßnahmen. Außerdem garantiert mir das auch noch ein paar Wählerstimmen mehr aus der Kohleindustrie.

x 1 #160


A
Zitat von PapaEmeritus:
Abgesehen davon, ist die „innere Kind“ Theorie maximal ein therapeutisches Modell, und kein psychologischer Fakt. So etwas wie das innere Kind gibt es nicht als eigene Entität. Die Theorie, dass alles, was uns beschäftigt, auf unsere Kindheit zurückzuführen ist, gilt längst als überholt. Ca. 50 % unserer Persönlichkeit sind genetisch bedingt, Erziehung und Kindheit haben kaum einen Einfluss auf unsere Persönlichkeitsentwicklung. Man geht heute von der sogenannten 50 - 0 - 50 Prozent Regel aus. 50 % genetische Disposition, 50 % sogenannte „nicht geteilte Umwelt“, also Erlebnisse außerhalb des Elternhauses. 0 % Erziehung (wobei das etwas vereinfacht ausgedrückt ist, der Einfluss liegt geschätzt bei ca. 10 %.)

Ich fand das auch spannend, interessant, dass du das hier einbringst, Danke, dafür. Darüber kann man durchaus gehaltvoll diskutieren.
Ich habe mein Wissen darüber aus deinem damaligen Zeit-Artikel. Ca. 12 Jahre muss der her sein.
Ich dachte damals, dass das im Grunde ja zwei Seiten hätte.
Einerseits erleichternd, - weil hoffnungsvoll.
Andererseits ernüchternd - weil hoffnungslos.
Wenn Erziehung keinen bis wenig Einfluss hat.
Weil Kinder, die geboren werden, im Grunde dann eine Black-Box sind. 😶

x 1 #161


Plague
Zitat von Arella:
Wenn Erziehung keinen bis wenig Einfluss hat.

Das Problem ist halt, dass sämtliche therapeutischen Ansätze zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen samt und sonders auf der Grundlage beruhen, dass Erziehung und andere Lernerfahrungen im Laufe des Lebens maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung der Persönlichkeit haben.

Folgt man stringend dieser Argumentation, dürften diese ganzen therapeutischen Ansätze, egal aus welcher Richtung sie genau kommen, quasi wirkungslos sein. Dummerweise oder besser Gott sei Dank sind sie das aber nicht. Ansonsten dürfte die einzige Therapie nur noch im Einsatz der Genschere bestehen.

x 4 #162


Plague
Zitat von PapaEmeritus:
ist die „innere Kind“ Theorie maximal ein therapeutisches Modell, und kein psychologischer Fakt. So etwas wie das innere Kind gibt es nicht als eigene Entität.

Diesen Anspruch hatte der Ansatz nie.
Das innere Kind ist nur eine Metapher, eine Anthropomorphisierung der Summe früher emotionaler Verletzungen und Bedürfnisfrustrationen, weil der gemeine Patient in der Therapie mit dieser abstrakten Definition wenig bis gar nichts anfangen kann.

x 1 #163


PapaEmeritus
@Plague

Guten Morgen.
Das ist übrigens nicht meine Meinung, sondern das sind Erkenntnisse aus jahrzehntelangen Studien. Die Kern-Persönlichkeit ist schwer beeinflussbar.
Und es ist ja nicht so, dass die typischen Therapiemodelle bei „Störungen“ wie Narzissmus große Erfolge bringen.
Was man auch immer mehr in Bedeutung bringt, ist die evokative Gen-Umwelt-Korrelation. Ein Mensch ruft durch sein genetisch bedingtes Verhalten/genetisch bedingte Persönlichkeitsmerkmale ein bestimmtes Verhalten seiner Umwelt hervor. Mit zunehmendem Alter wählen und gestalten Menschen ihre Umwelt selbst passend zu ihren genetischen Anlagen.

x 2 #164


Plague
Zitat von PapaEmeritus:
Und es ist ja nicht so, dass die typischen Therapiemodelle bei „Störungen“ wie Narzissmus große Erfolge bringen.

Du greifst die therapieresistenteste PS heraus und bewertest damit sämtliche PS? - Interesssant ...

Ich stelle nur mal die nachgewiesene Wirksamkeit von DBT, TFP u.ä. bei der Borderline-PS dagegen.
Der DBT liegt ein bio-psycho-soziales-Modell zu Grunde, das insbesondere die Bedeutung frühkindlicher Erziehungserfahrungen wie Invalidierung und emotionaler Missbrauch betont.
Die Effektstärkenmaße, die die Forschergruppe um Martin Bohus seit Jahren vorgelegt hat, sprechen eine sehr deutliche Sprache.

Zitat von PapaEmeritus:
die evokative Gen-Umwelt-Korrelation

Es geht ja auch nicht darum, einen evtl. genetischen Einfluss komplett zu negieren, sondern um die Interkation von Gen und Umwelt sowie realistische Schätzungen für die jeweiligen Einflüße.

Zitat von PapaEmeritus:
Erkenntnisse aus jahrzehntelangen Studien

Die Verhaltensgenetiker arbeiten mit Zwillingspaaren - eineig und zweieig, getrennt oder gemeinsam aufgewachsen. Außerdem beschränkt sich die Ausprägung der untersuchten Persönlichkeitsmerkmale nur auf PS oder nicht PS. Zwillingspaare mit einer Ausprägung, die den Anforderungen einer PS genügt, sind damit schon eher selten. Jetzt betrachten wir auch noch die entsprechenden Stichprobengrößen dieser Studien und fragen uns, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dabei einen Effekt zu finden, falls er wirklich existiert (beta-Fehler bzw. Power-Problematik).
Da ich persönlich eine Ausbildung genossen habe, die auch darauf ausgerichtet war, solche Studien methodenkritisch zu lesen, habe ich da eine differenziertere Meinung.

x 3 #165


A


x 4