Hallo Mischi,
aus meiner eigenen Erfahrung heraus denke ich die anderen haben Recht damit, wenn sie sagen, dass sich unabhängig vom Geschlecht jeder wünscht einen Partner zu finden, der auch er selbst ist.
Dabei würde ich das für eine Beziehung erforderliche individuelle Maß des Selbstseins jedoch einschränken und
die Grenze da setzen,
wo das Selbstsein des anderen mich in meinem Selbstsein zu sehr einschränkt oder anders ausgedrückt,
wo ich dem Selbstsein des anderen nicht standhalten kann.
Ich denke der Dreh-und Angelpunkt, wo das passiert ist bei jedem anders und selten finden sich Menschen so zusammen, dass sie sich in diesem Punkt annähernd treffen ohne sich gegenseitig zu quälen.
Naja und dann besteht ja die Schwierigkeit die sich
ändernden Umweltbedingungen (z.B. Fremdgehen, Kinder, neue Arbeitsbedingungen usw.) immer wieder so auszugleichen, dass man sich an diesem Punkt trifft.
Natürlich gibt es auch Beziehungen, wo das so gar nicht stimmt... in denen einer überwiegend dominant ist und der andere sich völlig unterordnet und das auch auf ewig klappt.... in dem Fall muss der dominante Part aber so auf seine sonstigen Lebensumstände fixiert sein, dass ihm dieses Ungleichgewicht nicht wichtig ist.... vielleicht verlagert er dann seinen geistigen Austausch aus der Beziehung heraus in ein andere zwischenmenschliche Verhältnisse. Den unterliegenden Partner darf das natürlich auch nicht stören. Hierin würde ich aber aus heutiger Sicht nicht gerade die anzustrebende Partnerschaft sehen und ich glaube nicht, dass du solch eine unterlegene Rolle übernehmen wolltest.
In meiner letzten Partnerschaft war mein Partner aus meiner Sicht übrigens zu sehr er selbst. Sein Selbstsein ging im Laufe der Zeit und mit sich verändernden Lebensbedingungen so weit, dass mein Selbstseins zu kurz kam und so war ich irgendwann völlig platt von ihm. In dem Moment kippte dann auch die Beziehung, weil wir den Dreh-und Angelpunkt nicht mehr finden konnten. Danach hab ich das Problem natürlich erstmal nicht erkannt und auch dieses Verhalten des "zu-lieb-seins" an den Tag gelegt, weil ich es ja nun so gewohnt war..... und ich bin auch immer damit gescheitert, was aber mit dem Hintergrund des oben Gesagten auch logisch ist.
Was bleibt also zu tun ? Ich persönlich versuche gerade einfach wieder erstmal mein Selbstsein zu stabilisieren, alles andere kommt dann schon - hoffe ich

.
Versuch nicht aufzugeben, es wird sich auch für dich eine Partnerin findet, mit der du im Gleichgewicht stehst und den Balanceakt ohne drüber nachzudenken schaffst.
Liebe Grüße
Susa3