Also, meine Frau hat sich die Jahre über emotional von mir entfremdet.
Ich bin ihrer Aussage nach ein "bester Freund", aber mehr nicht.
Ich wollte das aber alles so nicht sehen und habe immer Hoffnung auf Besserung gehabt.
Die letzten Wochen habe ich mich dann immer mehr zurückgezogen.
Und wenn ich nicht so sensibel wäre, dann hätte es auch passieren können, das ich einfach ohne ein weiteres Wort gegangen wäre.
Ich hätte dann wohl auch keinen Kontakt mehr haben wollen.
Es ist alles sehr kompliziert in meinem Kopf und der Kontaktabbruch wäre für mich reiner Selbstschutz gewesen.
Ich glaube da sind bei ihm viele Ängste mit im Spiel.
Die können wahrscheinlich so stark werden, dass er dann so handelt.
Entschuldigen kann das sein Verhalten nicht.
Ich finde es schrecklich, was Du erlebt hast.
Ich fühle da wirklich mit Dir.
Ich habe 6 Jahre Lang immer wieder versucht zu meiner Frau durchzukommen (wir haben ja noch zusammen gewohnt).
Aber das was ich wollte war einfach nicht mehr da.
Und wir hatten eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung unserer Probleme.
Ich bin derjenige der darunter leidet (obwohl ich mittlerweile glaube, dass auch sie darunter leidet).
Was mich zurückhält so ein Verhalten an den Tag zu bringen, ist der Respekt vor einem anderen Menschen.
Nichts rechtfertigt so ein Verhalten.
Das ist wie mit Gewaltverbrechen, viele Menschen spielen in Gedanken damit, jemandem anderen weh zu tun,
aber die meisten machen es dann nicht, weil diese Grenze nicht überschritten werden darf (zum Glück).
Im Kopf ist aber alles möglich.
Und Dein Freund hat wohl solche emotionalen Grenzen nicht.
Lass den Schmerz zu, kämpfe nicht gegen ihn an.
Dann wird es Dir vielleicht leichter fallen ihn los zulassen.
Ich habe lange dafür gebraucht, weil ich mit niemandem darüber geredet habe.
Ich wollte meine heile Welt.
