Zitat von UngutesGefühl: Dann erkenne ich aber sehr oft, dass die Begründung der Fremdgeher vor allem dazu dient, nicht alleine Schuld zu haben.
Und gerade die Schuldumkehr scheint hier ein probates Mittel zu sein, dessen man sich gerne bedient.
Mein Mann hat das nicht gemacht. Es war ihm von Anfang an klar, dass ausschließlich er die Schuld an der Affäre trägt. Er hatte lediglich versucht meine Fragen nach dem Warum zu beantworten. Also wie es soweit kommen konnte. Wie es ihm damals ging. Warum er glaubte, dass "das" die Lösung für seine Probleme sei.
Aber letztlich lag das Warum nur in ihm und hatte so gar nichts mit mir als Person zu tun. Nicht mal mit "ihr". Sie war nur gerade da, als er jemand wie sie glaubte zu brauchen.
Heute ist ihm das klar, aber damals war er so unzufrieden mit sich und seinem Leben, dass er das nicht erkennen konnte.
Er wusste damals selbst nicht, was falsch an seinem Leben war, denn objektiv betrachtet hatte er alles, was er immer wollte. Er konnte sich selbst nicht lieben, er wollte nicht mehr leben, er sah keinen Sinn im Leben, hatte aber auch keine Idee, was er oder sich ändern müsse, damit sich das ändern würde.
Dann steckte er in dieser Situation fest und wusste keinen Ausweg mehr.
Ich konnte sehen, wie sehr er litt. Ich spürte, dass die Depression nicht der alleinige Grund für sein Leiden sein konnte.
Natürlich hätte er mit mir reden müssen, aber damals konnte er es nicht. Wir haben es versucht. Immer wieder. Aber er wusste nicht, was er wollte. Es war eine sehr schlimme Zeit für uns alle.