Zitat von UngutesGefühl: Hier würde es mich sehr interessieren, ob das, was einem fehlte, im laufe der Jahre verloren gegangen ist, oder ob es neue Wünsche/Bedürfnisse waren?
Frage an die EP: Ist es euch nach dem Auffliegen/Beichten der Affäre wie Schuppen von den Augen gefallen, wenn euch der Partner das als Begründung liefert? Oder ist euch der Umstand erst nach längeren drüber Nachdenken klar geworden.
Meine Frage an die AP. Besonders die, die eine längere Beziehung zu dem nicht freien Partner hatten. Hattet ihr nie Zweifel, das ein Mensch, der einen andren Menschen belügen und verletzen kann, euch nicht auch das gleiche anzutun kann? Insbesondere wenn ihr tatsächlich die Rollen tauscht und der Partner zu euch zieht? Überkommen eich in dunklen Stunden manch mal zweifel?
Zitat von UngutesGefühl: Ich frage mich oft, wenn ich hier Beiträge lese, ob die eine oder andere Affäre vermieden werden könnte, wenn beide Partner offen miteinander sprechen würden. Ihre Wünsche & Bedürfnisse einander deutlich machen würden.
Dann erkenne ich aber sehr oft, dass die Begründung der Fremdgeher vor allem dazu dient, nicht alleine Schuld zu haben.
Und gerade die Schuldumkehr scheint hier ein probates Mittel zu sein, dessen man sich gerne bedient.
Hm, und was wäre, wenn der Ansatz nicht stimmt? Wir alle gehen irgendwie davon aus, daß Affären etwas sind, was es zu vermeiden gilt. Warum eigentlich?
Das ist neben einer Provokation durchaus ernstgemeintes Hinterfragen von Bewertungsmaßstäben.
In meinen Augen wird der Erfolg einer romantischen Zweierbeziehung dadurch definiert, daß einer von beiden stirbt.
Wir definieren zB ehe als erfolgreich, wenn sie damit endet, daß der Tod scheidet. Das bedeutet aber auch, daß zunächst einmal tatsächlich jemand versterben muß.
Wenn dies aber der Erfolgsmaßstab ist, könnte man freundlich formuliert auch Beamtenmikado spielen oder in weniger freundlichen Fällen bekommt der, der ein (das) toxisches Spiel besser spielt am Ende den Gewinn, sowohl den moralischen als auch den finanziellen.
Affären sind ganz vieles und ja sie werden auch aus extrem gemeinen Motiven heraus geführt. Wenn wir mal die Schlawiner, Filous und notorischen VollkofferInnen weglassen, hast Du zwei Leute, die in recht jungen Jahren oder weniger jungen Jahren eine Wette eingehen oder romantisch gesehen sich eben etwas versprechen, von dem beide zu dem Zeitpunkt eigentlich glauben, sie wollen es halten.
Danach passiert (ein) Leben.
Und zwar eins bei dem Neuverhandlung, nicht mal kulturell drin ist. In unseren Breitengraden kommst Du überhaupt nicht in die Neuverhandlung ohne Ansatz zu schaffen.
Mein bisheriger Eindruck war immer, eine Affäre ist der Versuch einer Neuverhandlung eines damals gegebenen Versprechens, weil wir alle außerhalb von Schuldzuweisungen nur in Sprachlosigkeit von durch ein Versprechen manifestierten Fakten gefangen sind, welches sich eben nur mittels neuer Fakten aufbrechen lässt.
Weißt Du, was sich meine?