Zitat von monchichi_82:Das ist eine allgemeine Aussage die geht weder gegen dich, noch gegen sie. Die Therapeutin hat in der Hinsicht Recht, dass sich Menschen selten bis gar nicht um 180 Grad drehen. Wenn ich jemanden kennenlerne dann ist er so wie er ist, den kannst du nicht verändern. Du bist so wie du bist, deine Frau ist so wie sie ist. Mehr sagt das nicht aus. Das steckt vorerst keine Wertung dahinter.
Ich bin selbst verheiratet, ich würde auch nicht direkt meine Ehe in die Tonne treten aber solche Situationen haben durchaus einen Klärungsbedarf weil das absolut nicht in Ordnung ist. Fremdknutschen und denn vllt. noch in die Klinik fahren und ihm freundlich die Hand schütteln - nee. Alles was Gut und Recht ist aber das geht zu weit.
So ein stationärer Aufenthalt ist eine Sondersituation. Man ist abgeschirmt von der Außenwelt, ist nicht mit dem Alltag und dessen Problemen konfrontiert, man kann nur auf sich achten (das ist auch von den Fachärzten und Therapeuten so gewünscht). Das ist ein Grund warum Beziehungen und Freundschaften die in stationären Aufenthalten geschlossen werden draußen kaum Bestand haben. Wird man entlassen kommt man direkt wieder in die Belastung, ist wieder mit seinem gewohnten Umfeld konfrontiert und das muss man dann aushalten.
Ihr seid seit 10 Jahren zusammen. Wenn sie über diese Sachen nicht hinweg kommt warum hat sie dich dann vor 2 Jahren geheiratet? Ich heirate doch niemanden mit dem ich mich unwohl fühle, wo ich den Eindruck habe ich werde schlecht behandelt, ich kann dem anderen nicht vertrauen.
Es kann auch nicht sein, dass du für den Rest deines Lebens als Sünderlein am Pranger stehst. Ihr müsst einen gesunden Mittelweg finden und weg kommen von diesem ewigen "du bist Schuld, du hast dies und das getan, du bist Schuld das es mir so geht". Du legst dann auch noch eines drauf "ich habe sie schlecht behandelt, ich bin Schuld, ich habe dies und das getan". Ihr dreht euch damit nur im Kreis aber bewegt euch keinen Meter vorwärts. Habt ihr in der Beziehung gemeinsame Ziele, gemeinsame Rituale? Versucht beide die positiven Dinge zu betrachten anstatt dir selbst ständig eins auf die Nuss zu geben. Damit ziehst du dich auch noch in diesen Strudeln mit hinein und schadest dir selbst.
Du wärst nicht der Erste der mit einer Borderline Partnerin irgendwann selbst auf der Therapeuten Couch sitzt und du legst dir mit diesem Denken den besten Grundstein dafür.
Ich merke auch, dass es mir psychisch durch diese Geschichte schlechter geht (also die Zeit seitdem sie in Therapie ist). Ich muss sagen davor kam ich mit ihrer Krankheit ganz gut zurecht. Zwar nicht immer aber ist ja klar.
Wir hatten eine gemeinsame Zukunft vor mit eigenem Haus, zwei Kindern , zwei Hunde. Das war immer unsere Traumvorstellung. Ich verdiene auch nicht schlecht, daher hatten wir vor in näherer Zeit auch Kinder zu bekommen und ein Haus zu bauen. Unsere gemeinsamen Urlaube waren meist sehr schön. Das schönste was wir gemeinsam erlebt haben war letztes Jahr Irland. Ihr hat es so gut gefallen, dass sie dort hin auswandern würde. Mich hat es einfach nur gefreut, dass sie wieder glücklich sein konnte zumindest mal für 2 Wochen. Wir gehen beide sehr gern wandern und lieben die Natur.
Zum Thema Heirat. Sie hatte davor gezweifelt, ob es das richtige ist, obwohl sie noch ein Jahr davor unbedingt wollte, dass ich sie endlich heirate und hat sich über den Antrag auch so sehr gefreut. Ich habe dann um sie gekämpft und sie hat mich geheiratet. Jetzt sagt sie, dass das aber eher nen Fehler war und sie damals nur eingeknickt ist.
Ist es vielleicht sinnvoll wenn ich ihr sage, dass sie auch mit dem Therapeuten über die Gefühle zum Mitpatienten reden sollte, weil als ich sie gefragt habe, hat sie gesagt, dass sie das nicht getan hat. Ich habe halt Angst, dass sie sich nicht auf ihre Therapie konzentrieren kann wenn es jemanden gibt bei dem sie etwas fühlt und der dann auch noch die ganze Zeit um sie rum ist.
Ich habe auch in anderen Foren viel darüber gelesen, dass selbst nicht mal Freundschaften halten nach dem Klinikaustritt. Gerade eine Beziehung halte ich auch für nicht sinnvoll, da beide die selben Probleme haben und wahrscheinlich sehr gut miteinander reden können und dies die verbindet, aber man braucht wenigstens eine stabile Seite in der Beziehung. Ansonsten ziehen die sich gegenseitig runter, sobald man im Alltag angekommen ist. Unabhängig davon was ich jetzt über meine Frau und den anderen denke, rein objektiv.