Bin noch nicht mit allen Kommentaren durch, trotzdem....
Ich würde mich in meiner Meinung aus meinem letzten Beitrag gerne korrigieren.
Den aus dem was du mit dem Update detaillierter geschildert hast, glaube ich nicht mehr an manipulative Erpressungsversuche, sondern an einen extrem verzweifelten Menschen im akuten emotilnalen Notstand.
Zitat von OdeV: Ich habe ihr gesagt, dass ich mit der Situation nicht klarkomme und dass ich das Gefühl habe, dass zwischen uns immer noch eine Mauer aus Lügen steht. Mein Bauchgefühl sagt mir das auch.
Ich kann und will so nicht weitermachen. Dass mein Vertrauen weg ist.
Finde ich sehr gut.
Zitat von OdeV: Sie ist dann sofort in Tränen ausgebrochen, hat eine Wein-/Panikattacke bekommen und konnte in den nächsten 20 Minuten kein Wort sprechen.
Als sie sich nach 20 Minuten gefangen hatte, meinte sie: „Ich kann über das alles nicht reden, ich will es nicht, mir wird dann sofort schlecht. Ich hasse mich dafür, ich schäme mich für das, was ich da gemacht habe! Versteh mich, ich habe meine Lektion gelernt, obwohl ich so etwas nie machen wollte. Ich bin das nicht, ich wollte das nicht. Ich kann mir nicht erklären, warum ich das gemacht habe.
Fallen mir direkt zwei Sachen ein:
1.
Mein Therapeut hat mir von einem Paar erzählt das mal bei ihm war. Der Mann kam auch nach sehr vielen Jahren nicht damit klar, dass die Frau am Anfang der Beziehung eine zeitlang heimlich mit einem anderen Mann geschrieben hat. Das Vertrauen des Mannes war verloren und auch nach intensiven Therapiestunden war es der Frau nicht möglich plausibel erklären zu können warum sie das gemacht hat. Es war ihr schlichtweg einfach nicht möglich ihrem Partner die Antworten zu geben die er sich gewünscht hätte. Das war für ihn super frustrierend, denn wieso sollte er sich darauf verlassen können das sich so etwas nicht noch einmal wiederholt. Stattdessen hat er (mein Therapeut) sich mit dem Mann die Beziehung und das Verhalten der Frau im Hier und Jetzt angeschaut, d.h. wie geht die Frau heute mit bestimmten Situationen um, wie sieht ihre Kommunikation heute aus, etc. und so konnte der Mann trotzdem feststellen, dass sich viele Dinge positiv verändert haben und sie im Verhalten und in ihren Entscheidungen ganz anders ist als es zu Beginn der Beziehung der Fall war.
....klingt jetzt abgedroschen, aber das Beispiel sollte mir dazu dienen zu verstehen, dass es durchaus Menschen gibt die schlichtweg
nicht in der Lage sind ihr Verhalten zu erklären. Im Fall der Frau hingt ihr Verhalten eigentlich mit den Erfahrungen aus der vorherigen Beziehung zusammen.
2.
Mein Mann und ich rutschten Ende 2023 in eine Krise. 2024 war dann absoluter Krisenarlarm angesagt. Wir sind heute über den Berg, aber die "Aufräumarbeiten" sind noch nicht ganz abgeschlossen.
Im Zuge unserer Krise kamen dann einige unschöne/unbequeme Tatsachen zu Tage...Für meinen Mann war der Prozess sich bestimmte Fehler einzugestehen und zu reflektieren warum er sich in bestimmten Situationen so verhalten hat extrem schwer. Er war nicht nur mit den Konsequenzen im Außen belastet, sondern ihn erschütterte auch der Umstand das sein Verhalten nicht zu dem Selbstbild passte das er von sich selbst hatte. Die Selbstreflektion und die Erkenntnisse die er dadurch gewonnen hat oder mal anders formuliert das Verständnis darüber welchen (emotionalen) Schaden er der Beziehung oder mir zugefügt hatte, löste in ihm sehr starke Schamgefühle und Selbsthass aus, teilweise heute noch. Die Sätze die deine Frau sagte, habe ich auch alle von meinem Mann gehört.
Ich glaube es wird sehr unterschätzt was für eine extreme Last und Blockade Scham-und Schuldgefühle sind bzw. auslösen können.
Auch hier bei uns hat es lange gedauert, bis es möglich war über seine Anteile sprechen. Es löste heftige Weinattacken und körperliche Symptome aus.
Bis mein Mann bei uns in der Lage war Verantwortung zu übernehmen und dabei zu bleiben, dauerte es fast 2 Jahre. Wer das nie gelernt hat und/oder wenn die Scham zu groß ist, nähern sich die Betroffenen dem Schrecken in sehr kleinen Schritten.
Zitat von OdeV: Dann habe ich ihr gesagt, wie ich mich fühle, wie ich zum Clown gemacht wurde und dass ich mich immer noch so fühle. Ich bin mir auch jetzt sicher, dass ich von ihr angelogen werde, um den Schaden zu begrenzen.
Dann habe ich ihr gesagt, dass ich das so nicht hinnehmen kann und dass ich die Trennung möchte.
Falles es auch im Gespräch mit deiner Frau so formuliert wurde, möchte ich mal ein großes Lob an dich aussprechen das du in der Mitteillung bei dir bleibst, d.h. bei deinen Gedanken und Gefühlen bzw.wie es dir damit geht.
Zitat von OdeV: Da ist sie völlig ausgeflippt, hat wieder Panik bekommen und eine Weinkrise. Sie hat sich am Boden hin und her geworfen und geschrieben.
Zitat von OdeV: Sie zitterte wie verrückt, Tränen flossen wie aus dem Wasserhahn.
Sie sagte: „Mach, was du willst. Schrei mich an, schlag mich, beleidige mich.” Dabei dachte ich mir: „Was zum Teufel redet sie denn da?” Mach alles, ich bin mit allem einverstanden. Ich weiß, dass du mir nicht vertraust. Ich werde alles tun, damit du mir wieder vertraust.
Wenn du willst, werde ich einen GPS-Tracker tragen, dann weißt du immer, wo ich bin. Ich werde nicht ohne dich rausgehen. Ich kann im Käfig leben, ich brauche nichts von draußen
Zitat von OdeV: Sie weinte die nächsten 40 Minuten heftig und konnte kein Wort sprechen.
Das ist keine bewusste/manipulative emotionale Erpressung das ist pure Verzweiflung.
Ein Mensch im absoluten emotionalen Ausnahmezustand.
Jemand der sich selbst komplett entwürdigen würde um seine Familie nicht zu verlieren. Jemand der wirklich alles über sich ergehen lassen würde um Vergebung zu finden.
Wie weit deine Frau gehen würde und was sie alles von dir erdulden würde ist wirklich erschreckend. Das ist alles andere als gesund.
So aus eigener Erfahrung, rückblickend wie ich mich in meinem akuten emotionalen Notstand verhalten habe oder was ich im emotionalen Ausnahmezustand meines Mannes beobachtet habe. Solche Reaktionen und Ausfälle sind schwer vorzutäuschen, sie sind echt und sie sind erschreckend heftig.
Als Außenstehender mag das total überzogen sein, aber als Mensch der sich in der Krise befindet fehlt die normale Regulation und irgendwie bahnen sich die Emotionen ihren Weg.
Zitat von OdeV: Nach ca. einer Stunde, als sie wieder irgendwie stotternd reden konnte, meinte sie:
„Ich will das nicht. Ich will kein Leben ohne dich.
Wenn du die Trennung willst, dann weise mich bitte ins Krankenhaus ein und kümmere dich um unsere Kinder, weil Mama es nicht schaffen wird.“
Ich wollte die Trennung nicht, ich wollte sie nie. Was ich getan habe, war verrückt. Ich war nicht Herr über meine Sinne und Handlungen. Ich könnte mich deswegen jetzt umbringen.
Deine Frau ist in einem emotionalen Notstand. Es bringt nichts das Gespräch ein paar Tage ruhen zu lassen.
Ich rate dir dringend deiner Frau die Möglichkeit freizuräumen sich stationär in einer Klinik betreuen zu lassen. Jetzt(!) nicht erst in drei Wochen, nicht erst "wir waren mal ab und reden dann nochmal drüber".
Zitat von OdeV: Wenn ich dich verliere, dann ist mein Leben vorbei. Ich will ein Leben mit dir, nur mit dir. Alles andere interessiert mich nicht. Ich bitte dich, tue das nicht.
Es gibt bestimmt Menschen - Männlein wie Weiblein- die nach dem Auffliegen gut schauspielern können, Reue vortäuschen und auf die Tränendrüse drücken in der Hoffnung aus mildernde Umstände.
Ich glaube bei deiner Frau trifft das nicht zu.
Wie du bereits in einem deiner letzten Posts geschreiben hast, gibt sie sich sehr viel Mühe. Das heißt sie redet nicht nur Worte, sondern versucht auch aktiv durch Taten dein Vertrauen zurück zu gewinnen und die Beziehung aus der Krise zu holen. Ihre Bemühungen kommen aber nicht bei dir an. Ich für meinen Teil denke tatsächlich das sie ihre Lektion gelernt hat.
Zitat von OdeV: Dann habe ich das Gespräch abgebrochen.
Ich habe ihr gesagt, dass sie sich erst einmal fangen und beruhigen soll. Wir werden wieder darüber reden, wenn es ihr besser geht und sie in der Lage ist, darüber zu reden.
Sehr gut, dass du das Gespräch abgebrochen hast als es zu emotional wurde.
Wie gesagt (siehe oben) ist es aus meiner Sicht erstmal ratsam die Frau zu stabilisieren und ihr den Raum dafür zu geben.
Deine Meinung wird sich in 3-4 Wochen nicht geändert haben, es entsteht dir also kein Nachteil.
Ich glaube auch nicht das sie Zeit gewinnen will, sie ist einfach am Ende. So einfach ist das, denn letztendlich steht sie im Trämmerhaufen ihrer Familie und die Gewissheit die Schuld daran alleine zu tragen ist hart bzw. für sie emotional noch nicht tragbar.
Nein, du musst natürlich keine Rücksicht nehmen, wenn du nicht willst. Da es sich aber um die Mutter deiner Kinder(oder Kindes) handelt, würde ich es dir empfehlen. Es erwartet auch niemand das du aus Mitleid mit ihr zusammen bleibst.
Zitat von OdeV: Mich macht das alles so fertig und verrückt.
Mache ich das richtige? mache ich es falsch?
bin ich zu streng damit - das ich das nicht verzeihen und weiterleben kann (damit & mit Ihr).
Was tue ich Ihr damit an?
Es ist nicht leicht für mich, Sie so zu sehen...
Verständlich, wen würde sowas kalt lassen....
Heftige Zeit für euch beide.
Ob du zu streng bist ihr das nicht verzeihen zu können oder deswegen nicht mit ihr als Partnerin leben kannst, steht hier keinem zu zu beurteilen. Den letztendlich ist es deine Entscheidung, dein Leben und viel wichtiger deine Gefühle. Deine Gefühle kann dir niemand absprechen, aber Gefühle können sich ändern oder uns fehlleiten. So ganz zuverlässig sind Gefühle auch nicht immer, aber unwichtig oder außer Acht zu lassen sind sie auch nicht.
Es ist in Ordnung eine zweite Chance zu geben und genau so in Ordnung ist es sich gegen eine zweite Chance auszusprechen.
Hilft dir natürlich jetzt nicht weiter
🙈 Du warst dir mit der Trennung also schon so sicher, dass du die Paartherapie komplett ausschließt?