Zitat von OdeV: Ich habe mich stark zurückgezogen, im Sinne, dass ich keine Intimität zulasse (ich kann es nicht und will es auch nicht), aber ich gehe auch der Zweisamkeit aus dem Weg … aus mehreren Gründen.
Ekelst du dich vor deiner Frau?
Zitat von OdeV: Ich kann mich damit nicht abfinden, was sie gemacht hat. Das spricht gegen alle meine Werte und mein Leben!
Ich weiß, dass sie mich immer noch anlügt, ich fühle es. Zumal das, was ich auf ihrem Handy gefunden habe, nicht mit ihrer Geschichte übereinstimmt.
Das ist schon sehr eindeutig.
Es ist okay, wenn du ihr nicht verzeihen kannst das kommt vor.
Ist den der Schmerz weniger geworden oder ist der Schmerz und die Wut in unveränderbarer Intensität vorhanden?
Zitat von OdeV: Ich lebe nur noch vor mich hin, habe keine Energie und keine Lebensfreude.
Sie bemüht sich sehr, aber ich blocke alles ab!
Das mit dem abblocken ist eine starke Form des Selbstschutzes. Was auch völlig verständlich ist. Allerdings, wenn du das jetzt paarst mit deinem Rückzug und dem Unwillen die Blockade langsam wieder abzubauen, dann beraubst du euch der Möglichkeit das überhaupt jemals eine positive Veränderung eintritt.
Ihr dreht euch innerhalb der Gülle-Suppe dann nur im Kreis und das ist verschwendete Zeit.
Zum ersten Satz, dass du nur noch vor dich hinlebst, keine Energie und Lebensfreude mehr hast. Mein Therapeut hat es mir damals so erklärt. Die Wut die entsteht, wenn der Partner zu oft oder zu extrem die eigenen Grenzen überschritten hat, dient eigentlich der Ablösung aus der Beziehung. Das ist eigentlich die Trennungswut die wir brauchen um uns aus einer Beziehung lösen zu können. Ignorieren wir diese Trennungswut bzw. gehen diesem Gefühl nicht nach verschwindet die Wut nicht einfach, sondern wandelt sich um. Trennen wir uns also nicht, obwohl fast alles in uns danach schreit, wandelt sich die Trennungswut unbewusst in Wut auf uns selbst um und endet meist in depressiven Episoden. Jetzt mal kurz und umgangssprachlich zusammengefasst.
Ich finde das passt zu dir, den du bleibst obwohl deine tiefsten Überzeugungen und Werte verletzt wurden. Du bleibst, obwohl du merkst du kannst und möchtest nicht verzeihen und irgendwo tief in dir verurteilst du dich unbewusst womöglich selbst dafür zu bleiben und damit auch selbst deine eigenen Werte zu verraten. Das löst dann unter anderem die depressiven Tendenzen aus.
Pass also bitte auf dich auf.
Zitat von OdeV: Ich habe ihr vor ein paar Tagen gesagt, dass ich das nicht mehr kann und will.
Ich möchte mich trennen und die Scheidung.
Als du die Sätze ausgesprochen hast, wie hat sich das für dich angefühlt?
War da Leere, Erleichterung, der Wunsch dein Gegenüber damit zu verletzten, der Wunsch das endlich hinter dir zu lassen, Zuversicht auf eine neue Zukunft, etc.?
Nebenbei: Ich finde es sehr gut und stark das du dich so klar mitgeteilt hast.
Zitat von OdeV: Sie will das nicht, flippt sofort aus, weint, wird hysterisch, droht damit, sich etwas anzutun, und sagt, sie werde das nicht überleben. Ich soll den Gedanken vergessen, denn wir sind füreinander bestimmt.
Ob ihr füreinander bestimmt seid oder nicht bestimmt nicht sie alleine, du hast da auch noch Mitspracherecht.
Es gab schon unzählige andere Menschen die dachten sie würden eine Trennung nicht überleben und haben es dann doch schaffen müssen und erfolgreich verarbeitet.
Zu den Drohungen: Das ist natürlich sehr hart und extrem manipulativ. Es signalisiert "Du allein bist schuld, wenn ich mir etwas antue."
Ihre Entscheidungen sind aber nicht deine Schuld. Statt dich von solchen Aussagen schockieren zu lassen, würde ich ihr verdeutlichen, dass du solche Aussagen ernst nimmst. Die Drohnung dich nicht von deinem Vorhaben abhält du aber gewillt bist bei Bedarf dritte Personen (andere Familienmitglieder, Ärtzte, etc. ) zu informieren und Hilfe für sie zu holen.
Zitat von OdeV: Was soll ich machen? Wie kann ich mich trennen und einen sauberen Cut machen?
Falls du dir unschlüssig in Bezug auf die Trennung bist, dann stelle ihr ein Ultimatum: Die letzte Chance ist eine Paartherapie mit offenem Ende.
Hier könnte dann eben versucht werden, ob sich noch etwas retten lässt. Danach hängt der weitere Vorgang eben vom Ausgang der Therapie ab.
Falls die Trennung von dir eindeutig favorisiert wird, dann folgendes:
- Geh zu einem Anwalt für Familienrecht und lass dich beraten.
- Überlege dir wie du (räumlichen) Abstand gewinnen kannst.
- Sprich die Trennung aus.
- Bleib standhaft in deinem Vorhaben.
- Informiere bei weiteren Drohungen zur Selbstverletzung dritte Personen.
- Beschränke den Kontakt auf das nötigste und lass dein Anwalt alles regeln.
Je weniger du dich nach der Trennung mit
ihren emotionalen Baustellen beschäftigst, desto klarer kannst du dich auf deine emotionalen Baustellen fokussieren.
Eine einseitig gewünschte Scheidung ist nie einfach und daher womöglich auch nicht ganz sauber.
Was bringt es aber sich nach der Trennung in ewige Rechtfertigungsgespräche verwickeln zu lassen. Du merkst du kommst nicht über das Geschehene hinweg. Das ist schade, aber es ist okay. Niemand ist verplichtet darüber hinwegzusehen. Statt dich wegen der Kinder an einen Menschen zu binden mit dem du dein Leben nicht mehr teilen willst, ist es besser sich zu trennen. Dann zieh die Trennung auch bitte durch.
Zitat von OdeV: Aber dann frage ich mich auch: Ist es die richtige Entscheidung? Werde ich damit glücklicher?
Was verursacht meine Entscheidung? Kinder?
Keine Ahnung ob es auf lange Sicht die richtige Entscheidung ist.
So als Außenstehende:
Die Entscheidung zur Trennung finde ich richtiger als ...
-die Entscheidung in einer Ehe zu bleiben in der dir die Bereitschaft fehlt emotional zu unvestieren
- die Entscheidung in einer Ehe zu bleiben in der du dich nicht sicher fühlst