Zitat von Begonie:Lieber Ratsuchender,
ich denke, Du solltest Dich daran gewöhnen, dass Du erst Mal an allem schuld bist.
Du hast die Ehe in den Sand gesetzt, Du hast sie gezwungen, einem Verkauf des Hauses zuzustimmen, Du bist schuld, wenn sie mit ihrem Geld nicht auskommt usw. usw.
Eine bequeme Sichtweise für sie, denn sie hat nun ihren Sündenbock, auf den sie immer wieder eindreschen wird. Von Selbstreflexion ist nichts zu bemerken. Schuld an ihrem Leben, wenn es ihr gerade wieder mal nicht passt, hat die Umwelt und allen voran Du.
Also gewöhne Dich daran und sieh das alles wie ein klimatisches Tief an. Es kommt, es zieht aber auch weiter. Heißt, versuche, Dich nicht so tangieren zu lassen und erkenne es als das was es ist. Die klassische Schuldumkehr, die ihr das Leben leichter macht.
Und wenn sie wieder rumlamentiert, dann sag doch einfach: Du hast doch Deinen PC und Deine vielen Freunde da draußen!
Sie merkt, dass sie Dich berührt und dass Du unter der kühlen Fassade aufgebracht und auch traurig bist und das wird sie ausnützen. Je weniger sie an Dich rankommt, desto besser für Dich.
Begonie
Sich daran gewöhnen wird er sich wohl nicht können und muß es auch nicht. Solche nicht gerechtfertigten
Vorwürfe strahlen ja auch auf die Elternebene aus und die endet ja nicht mit der Scheidung. Ich halte es
daher für richtig, ohne sich auf ein eskalierendes Streitgespräch einzulassen, fair und unaufgeregt klar zu
stellen wer und mit welchen Entscheidungen und Verhaltensweisen für den Istzustand hauptsächlich verant-
wortlich ist und was sie denn getan hat um die Ehe und Familie noch rechtzeitig zu retten.
Sie wird, wenn sie nicht damit konfrontiert wird und auf den Stand der Realität gebracht wird, weiter so ihm gegebenüber wie auch anderen gegenüber argumentieren und sich dabei vermutlich sogar im Recht fühlen
und ihn weiter für alles verantwortlich machen. Der TE hätte ja nur das alles akzeptieren müssen und alles
wäre - aus ihrer Sicht - in Ordnung.
Ihr das so dauerhaft durchgehen zu lassen, halte ich für nicht richtig und auf Sicht gesehen auch nicht
für klug. Sie lebt noch in einer Komfortzone, die jedoch bald endet. Sie glaubt wahrscheinlich, trotz Tren-
nung, immer noch der TE sorgt - auch Interesse für die Kinder - immer noch und weiterhin für sie. Erst
wenn sie schmerzhaft merkt, dem ist nicht mehr so und sie muß auf eigenen Füßen stehend für eine
eigene Wohnung und eigenem ausreichenden Einkommen als "Alleinerziehend" sorgen muß, wird sie
vermutlich erst das volle Ausmaß zu spüren bekommen. Das alles wird sie vermutlich lange (z.T. wohl
immer noch) weitestgehend ausgeblendet haben.
Für mich bleibt es ein Rätzel wie eine erwachsene Frau, die mit ihrem Mann eine Familie mit Kindern
gegründet hat und mit beiden Beinen im Leben stehen sollte, sich so verhalten kann.