Zitat von Kaetzchen:Udi, 1857 hat Gustave Flaubert den grandiosen Roman "Madame Bovary" veröffentlicht. Das war damals ein Skandalbuch und wurde verboten, weil es angeblich Frauen Flausen in den Kopf setzt. Nämlich die Flausen, dass Leidenschaft, Anziehung und Abenteuer wünschenswert sind, während eine langweilige Vernunftehe mit einem gut situierten Mann zu Depressionen führt. Auch wenn die Dame sich am Ende umbringt zeigt der Roman doch, dass Frauen einfach schon immer so waren. Sie suchen Gefühle, Leidenschaft und Drama im Leben und in romantischen Beziehungen, während Männer meistens nur 6 suchen
Das ging jahrelang gut, weil die Kirche die beiden Bedürfnisse gedeckelt und bestimmt hat, dass künftig jeder nur noch einen Mann/eine Frau abbekommt und mit dem/der bis zu seinem Lebensende klarkommen muss. Die jahrelange Monogamie war also nicht natürlich, sondern von Moral und Gesellschaft aufgedrückt. Das hat sich heute geändert, und da gehen beide Geschlechter eben ihren tatsächlichen Vorlieben nach. Frauen müssen keine Vernunftehe mehr eingehen, um gut versorgt zu sein, sondern können es sich leisten, sich mit jemandem zu verbinden, der Gefühle in ihnen weckt. Und diesen zu verlassen, sobald er das nicht mehr tut. Und Männer müssen nicht mehr fürchten, fürs Fremdgehen gesteinigt zu werden (jedenfalls bei uns nicht) und oftmals nicht mal Sorge vor einer Scheidung haben und können ihren Trieben auch ungehinderter nachgehen.
Wenn man sich anschaut, was im alten Rom so getrieben wurde hat man doch einen ganz guten Eindruck davon was Menschen eigentlich "wollen", wenn nicht die Gesellschaft/Religion/Moral den Finger draufhält. Mit lebenslanger Monogamie hatte das jedenfalls wenig zu tun
Und so wie Homo6uelle heute ungehindert ihre Neigung ausleben können, was noch vor 40 Jahren nicht der Fall war, können auch Frauen heute ungehindert ihre eigentlichen Wünsche ausleben. Schon die Story von Adam und Eva zeigt, dass es eigentlich die weibliche 6ualität war, die die Kirche dazu bemüßigte, solche rigorosen Grenzen zu setzen, um Sodom und Gomorrha zu verhindern. Und nicht der vermeintlich "schlimme", triebgesteuerte Mann. Schließlich hat Eva den Apfel gepflückt
Ja ja, die Römer, die trieben es nicht nur auf dem Schlachtfeld wild.
Von Vernunftehen halte ich heutzutage genauso wenig, wie ich es für Beziehungen in früheren Jahrhunderten tun würde, wobei da sicherlich die Voraussetzungen im Leben etc. gänzlich andere waren .Da wurden Menschen miteinander verheiratet, um Kriege zu vermeiden oder Herrschaftstitel zu sichern über Generationen hinweg. Im Grunde gibt es da heute noch, wenn auch in abgewandelter Form. Aber gänzlich weg ist es wohl nicht.
Es ist doch schön, wenn eine Frau ihre s.-Wünsche auslebt - wenn sie die dann mit mir erlebt, kann das ganz schön prikelnd werden. Ein Feuer aus Ekstase und Gier.
Dumm wird´s, wenn Frau meint, dafür einen anderen "Gockel" nehmen zu müssen. Dann schaut Mann traurig drein - im umgekehrten Fall die Frau natürlich auch.
Ich hatte ja gerade erst eine Verabredung (ich hasse das Wort "Date") mit einer Bäckereiverkäuferin zum "Eisschlabbern", das war sehr aufschlussreich und hat vieles hier bestätigt, was einige Foris hier geschrieben haben.
Die besagte Dame ist Ende 30 (das genaue Alter wollte sie nicht nennen, ist auch okay, ergab sich so aus dem Gespräch). Sie ist gebunden (hat einen Verlobten), ist noch recht "frisch zugezogen" in der Stadt und will Leuten und Leben kennenlernen. Ob sie Kinder hat, weiß ich nicht, habe ich aber auch nicht weiter angesprochen.
Sie war in einigen Themenbereichen recht offen, es zeigt sich aber schon jetzt, dass wir "freizeittechnisch" doch sehr unterschiedliche Interessen haben. Ist ja auch okay, ich muss mit ihr nicht jeden Tag verbringen. Ich hielt sie ein wenig auf Abstand, ich kam mir vor, als ob es eine Art "Spiel" war. Mal kam sie näher, mal ich. Eine für mich komische, neue Situation. Hatte ich bisher so nie wahrgenommen oder bemerkt, geschweige gewollt. Nun bereitet es mir Vergnügen.
Heute Morgen dann rief sie an (wir tauschten die Telefonnummern aus beim Treffen), sie bedankte sich nochmals für das schöne Eisessen und fragte mich, ob man das nicht wiederholen könne, ggf. mit einer anderen Aktivität.
Nun bin ich da etwas zwiegespalten, da ich ihren Verlobten nicht kenne (von dem weiß ich nur, dass er angeblich beruflich viel auswärtig unterwegs sei) und mir sicher bin, dass dieser nichts von dem Treffen wusste bzw. weiß. Es ist irgendwo ein Spiel mit dem Feuer, will sie wirklich nur "Freizeitbegleitung" oder denkt die eventuell in anderen Sphären? Aber ich mache mir erst einmal keinen Kopf darum. Ich habe ihr mitgeteilt, dass sie sich gerne etwas überlegen kann, was man unternehmen könne und habe mal so in den Raum geworfen, sie könne ja auch vielleicht mal ihren Verlobten mitbringen, ich vielleicht dann auch den einen oder anderen Bekannten, dann könnte man ja als Gruppe was machen. Sie ließ das erst einmal offen und würde sich dann melden in Kürze. Mal schauen, ob da was kommt.
Was auch neu für mich ist: Ich führe Verabredungen mit einer vergebenen Frau.

Hätte mir das einer vor ein paar Monaten gesagt, ich hätte dieses niemals geglaubt. Nun ist es so, wie es ist.
Ich spinne mir aber nicht irgendwelche Beziehungsgeschichten zusammen oder so, ich genieße die Zeit und schaue aus einem guten Abstand, wie sich was entwickelt. Heißt: Der Freizeitspaß steht im Vordergrund. Mal gucken, was da so passieren wird. Auf jeden Fall bin ich unter Menschen, habe wieder mehr Spaß am Leben und scheine mich diesbezüglich auch ein wenig zu entwickeln.
Von daher ist´s gut, wie es ist.
