Isadora
Gast
Tochter und Freundinnen pflegen ihr Familienwochenende und ich pflege meine Einsamkeit, heute ist erst Samstag, der ganze Sonntag steht noch bevor, davor gruselt es mich. Vormittag hab ich die Wohnung sauber gemacht und dann einen Happen gegessen, ich sollte mehr essen hab aber alleine irgendwie nicht den richtigen Appetit, dabei ist der Kühlschrank voll mit Sachen die ICH gerne mag.
Eigentlich wollte ich mich auf der Couch einigeln und ein Buch lesen, aber ich kann mich nicht konzentrieren, geistern zu viele Gedanken in meinem Kopf rum. Fernseher an, die ganzen Programme rauf und runter, Fernseher aus.
Total bescheuert ich war (mir kommt es vor wie vor 100 Jahren) einmal ganz gerne am Wochenende alleine, wusste mich immer zu beschäftigen. Habe das Gefühl als er seine Sachen packte und ging, hat er meine Spontanität und meine Aktivität gleich mitgenommen. Wie konnte ich das zulassen?
Ich war ein Montagsmuffel, die Wochenenden waren mir heilig mit oder ohne ihn und nun freue ich mich auf die Arbeit, Hauptsache raus aus der Wohnung....wenn doch schon Montag wäre. Theoretisch könnte ich ja morgen lange ausschlafen, aber denkste. Ich brauch ja nicht mal einen Wecker, ich weiß dass ich spätestens um 7 Uhr aufrecht im Bett sitze und mir denke "Mist doch nicht schlecht geträumt, das Bett neben mir ist noch immer leer". Ich spendiere mir selbst eine Runde Mitleid und dann geht's ab ins Bad, der Spiegel raunt mir zu "na meine Süße hast auch schon mal fitter ausgesehen" ich denke mir nur LMAA!
Katze gefüttert und Kaffee aufgesetzt und da sitze ich nun an meinem großen Tisch in meiner großen Küche in meiner großen Wohnung und denke wie klein ich doch bin und wie sehr ich Wochenenden HASSE!
