mitsubi
Gast
Nachfragen und Hinterfragen wird wohl noch erlaubt sein
Ich halte ziemlich viel von Wissenschaft und gerade deswegen beeindruckt es mich erstmal wenig, wenn von Studien gesprochen wird. Leider ist es ziemlich einfach, auf Kosten der Steuerzahler sowie zulasten ernstzunehmender Wissenschaftler, Studien in internationalen Umlauf zu bringen, die einfach wenig bis nichts aussagen. Ich verweise hier mal auf predatory journals, falls Interesse besteht.
Ich bestreite überhaupt nicht, dass überwiegend Männer in Führungspositionen sind und lt. Artikel sind sie überwiegend verheiratet. Ich hinterfrage nur, dass sie in Führungspositionen sind, weil sie verheiratet sind. Bei Männern zwischen 40-49 ist die Wahrscheinlichkeit einfach höher. Da Du geschrieben hast, es sei ein Manko für männliche Führungskräfte nicht verheiratet oder liiert zu sein, würde dies folgendes heißen: hat der Personalentscheider die Wahl aus zwei gleich qualifizierten Männern gleichen Alters, würde die Wahl auf den verheirateten fallen.
Ich hab mir die zitierte Studie aus Frankfurt nicht angeschaut. Mir fiel nur auf, dass es darin um den Lebensstil der Führungskräfte ging und ebensolche auch befragt wurden. Die werden jedoch nicht wissen, ob sie wegen ihres Beziehungsstatus Manager wurden, denn nur grenzdebile Personaler würden diesen Grund tatsächlich nennen. Personaler oder Unternehmen wurden aber nicht befragt. Daher besteht wie erwähnt eine Korrelation zwischen Posten und Beziehungsstatus, aber eine Kausalität nicht. Die stellst Du her, aus Deinen Erfahrungen mit Personalern. Ich bin selbst Personalerin und kann Dir sagen, in meiner bisherigen Branche hat man hinter verschlossenen Türen nicht applaudiert, wenn eine Führungskraft heiratete oder Kinder bekam.
Auch halte ich es für völlig natürlich, dass eine gesunde Beziehung das Wohlbefinden fördert. Das stellt wohl niemand in Abrede. Das mit den gesunden Beziehungen ist aber ja immer so eine Sache, sehen wir ja hier ganz gut. Die Studie aus Dänemark stellt ebenfalls Korrelationen her, keine Kausalität und netterweise wird darauf hingewiesen, dass es ebenfalls eine Korrelation zum Sozial-bzw Bildungsstatus gibt.
Du hast jetzt vielleicht 5mal die Augen verdreht. Sorry for that. Mir geht es einfach darum, zwischen wissenschaftlichen Herleitungen und persönlichen Eindrücken zu unterscheiden sowie selbst bei der Wissenschaft lieber einmal genauer hinzuschauen.


