Zitat von Heidi12345: Und mit etwas Abstand und fortschreitender Therapie konnte ich aber auch klarer sehen: ich war nicht alleine verantwortlich oder schuld.
Es sind immer beide Parteien beteiligt, meist sogar zu ziemlich gleichen Teilen, aber das kann man erst aus einer emotionalen Distanz heraus erkennen. Und es nimmt auch Dir einen Schuldanteil, denn nicht Du allein hast die Ehe an die Wand gefahren.
Es gibt Dynamiiken in Beziehungen, die man erst später als weitgehend unbeteiligter Sicht sieht.
Zitat von Heidi12345: Auch hier konnte ich Erkenntnisse gewinnen, die weit in meine Jugend zurückreichen. (Anerkennung durch Eltern durch Leistung bekommen etc.)
Es ist gut, wenn du die Ursprünge Deines Handelns erkennst. Genau das kenne ich auch. Liebe und Bestätigung durch Leistung. Daher habe ich lange Liebe mit Leistung verknüpft, auch in dem Sinn, dass ich mir Liebe verdienen muss. Durch Anpassung, Fürsorge und wie es mir ging, war mir dabei egal. ich habe es gar nicht gemerkt. Da ist auch bei mir viel passiert, dass ich viele Dinge erkenne, die ich in der Kindheit so "gelernt" habe. Es ist faszinierend, was man alles aus der Kindheit ins Erwachsenenleben mit schleift´, dabei ist ja da der Ursprung von allem.
Ein österreichischer Psychologe sagt: Mit 5 ist der Mensch fertig, alles was danach kommt, ist Wiederholung.
Leider wiederholt man meist das innere Dilemma, bis man es auf die bewusste Ebene holt. Ab da wird es leichter und man kann sich auch von mehr eingepflanzten Mechanismen lösen.
Zitat von Heidi12345: Viel spannender ist es, was man durchhält in dieser tiefen Phase, also zu welchen Kraftanstrengungen man so möglich ist.
Ich hoffe, dass wir alle gestärkt aus diesen Tiefschlägen gehen und nicht zuuu viel Schaden bekommen und irgendwann wieder vorbehaltlos lieben und vertrauen können.
Die meiste Zeit fühle ich mich recht aufgeräumt, auch wenn es hier und da mal knatscht im Gebälk, weil mir (noch) nicht in allen Bereichen klar ist, wie mein Leben weitergehen wird.
Aber ich hoffe auf irgendein wegweisendes Zeichen
Doch, daran glaube ich fest. Der Mensch lernt ja nur aus Krisen, denn vorher besteht ja kein Handlungsbedarf. Insofern sind es gerade die Krisen, die einen vorwärts bringen können. Krisen sind nützlich, weil sie zum Innehalten, Nachdenken und einer Neuorientierung führen können, wenn man sie nützt.
Zitat von GarstigeGräte: Ich hätte wahrscheinlich mein Leben lang genau so weitergemacht wie bisher, wäre ich nach der Trennung nicht ganz unten am Boden gewesen.
Stimmt genau. Nur dadurch kam es zu Erkenntnissen über Dich selbst und einer Neuausrichtung. Insofern musste sowas kommen und es stellt sich trotz der Blessuren heraus, dass es einfach notwendig war und das Leben Dir damit auch einen Dienst erwiesen hat. Du machst auf mich einen geläuterten und reifen Eindruck und hast andere Schwerpunkte gesetzt. Es hat Dir auch genützt, trotz allem.