Zitat von colao:Was waren denn so eure emotionalen Highlights, (mal abgesehen von den Kindern) ? Welcher Urlaub war der Tollste? Womit konntest du sie und sie dich zum Lachen bringen mal zwischendurch? Was war "euer" Ding? Sowas muss nichtmal 100% einer Beziehung ausmachen, sogar fifty fifty oder weniger reicht, aber viel zu wenig ist eben auch ganz schlecht.
Wir waren ja vor den Kindern schon 8 Jahre zusammen, davon 2 verheiratet. Wir sind beide auf der ruhigen, nachdenklichen, introvertierten Seite. Das weiß ich von mir und ich bleibe fest dabei, dass das auch das eigentliche Wesen meiner Frau ist. So war sie in ihrer Kindheit und Jugend, so war sie alle Jahre mit mir, bis zum verhängnisvollen Jahr 2020. Insofern lief bei uns viel über Nähe, Beisammensein, gemeinsame Gespräche. Künstliche äußere Reize haben wir nicht wirklich gebraucht, um glücklich zu sein. Toll waren unsere Reisen... 3 Wochen USA-Westen... 2 Wochen Hawaii, das war wohl unser beider absolute Lieblingsreise... China und Hongkong... Rio de Janeiro... dutzende Städtetrips innerhalb Europas... 4 Kreuzfahrten...
Wir haben uns immer vereint, seelenverwandt und untrennbar gefühlt in unserer Andersartigkeit gegenüber dem Durchschnitt. Wir waren beide immer froh, wenn wir von lauten Parties mit Alk... und vielen Leuten wieder weg waren und einfach nur uns zu zweit im Arm halten konnten. Uns hat immer die Intensität des Gefühls getragen, dass es ein Wunder ist, dass wir beide uns gefunden haben.
Wahrscheinlich ist das alles langsam in den Hintergrund getreten, als es mit den gesundheitlichen und Kinderthemen bei uns anfing. 2013: mehrer OPs bei mir, 2014: Schwierigkeiten beim Kinderwunsch, 2015: Zwillingsgeburt mit schweren Komplikationen bei meiner Frau, 2016: Krankenhausaufenthalt mit monatelangen Einschränkungen bei meiner Frau, 2017: OP mit Beinahe-Ableben bei mir, parallel dazu 2015-2018 extreme Anstrengung durch Zwillinge (jeder, der welche hat, weiß, wovon ich spreche).
Zitat von colao:Schade nur, dass sie dir das scheinbar nicht an den Kopf geworfen hat oder du auch ihr.
Exakt. Das ist nicht nur schade, sondern tragisch. Da hätten wir ganz viel auf dem Weg wieder reparieren können. Thema Intimität - sie sagte einmal zu mir unter Tränen (so etwa 2018), dass sie danach kein körperliches Verlangen empfinde und ihr das schrecklich für mich Leid tue. Danach wollte ich sie nicht bedrängen, aber so ging die Intimität stetig zurück. Nur ein Beispiel.
Zitat von colao:Kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, dass man 3! Kinder mit jemandem hat, mit dem man nicht eigentlich geplant hat, zusammenzubleiben. Dann hätte sie auch früher gehen können.
Genau, wobei wir 2 Kinder haben, nicht 3. Aber trotzdem. Und nach der Geburt der Kinder haben wir ja noch einige weitere Schritte getan, die im Zweifel nicht hätten sein müssen. Allen voran der Haustausch mit meinen Eltern vor einem Jahr (!). Ohne diesen Tausch hätten wir bei einer Trennung etwa 80% weniger Ärger und Frust, als jetzt.
Zitat von colao:Gar keene Beziehungsleichtigkeit lässt halt auch ausbluten. Sowas muss man in Angriff nehmen und nich totschweigen.
Das mit der Beziehungsleichtigkeit stimmt, das schreibe ich mir hinter die Ohren, sollte ich jemals wieder eine Beziehung führen dürfen in diesem Leben. Aber Kritik bleibt an meiner Frau, dass sie ein mögliches Fehlen dieser Leichtigkeit nie moniert hat. Was soll ich sagen - mit Zwillingen ist es nicht ganz so einfach, häufig diese Leichtigkeit herzustellen. Hinzu kommt, dass meine Frau sich nur seltenst von meinen Eltern helfen lassen wollte, z.B. damit wir zu zweit etwas unternehmen können. Sie wollte die Kinder nicht aus der Hand geben! (Ihr Vater wohnt weit weg, ihre Mutter ist lange verstorben).