Mandoline
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Und ja, ich finde Floskeln auch nicht besonders hilfreich und oft fehl am Platz. Nach langjährigen Beziehungen oder Ehen steht man nach einer Trennung vor einem riesigen Scherbenhaufen und weiß nicht, wie man diesen bewältigen kann/muss. Von der emotionalen Seite her, ist man teilweise gar nicht in der Lage, irgendetwas zu regeln. Man befindet sich sozusagen in einer Schockstarre. Fängt dann das Gehirn wieder zum Arbeiten an, beginnt nicht selten ein Rosenkrieg, der für beide Partner sehr anstrengend und nervenaufreibend ist. Jeder ist auf seine eigene Art und Weise verletzt und möchte dem anderen ebenfalls "Schmerzen" zufügen.
Ich habe eines für mich persönlich gelernt: Man kann die Fehler aus der Vergangenheit nicht rückgängig machen, aber man kann immer versuchen es für die Zukunft besser zu machen. Das soll nicht bedeuten, dass dies einfach ist, nein, es bedeutet an sich zu arbeiten und sich zu reflektieren.
Wenn Rheinländer und CSH ehrlich mit sich selber sind, dann sind doch eure Beziehungen schon lange mehr schlecht als recht gelaufen. Warum begnügt man sich mit schlechtlaufenden Beziehungen? Warum kann man nicht schon bevor es zur Trennung kommt versuchen, die Beziehung zu retten.
Es gab immer wieder Hinweise in euren Ehen, dass etwas nicht stimmt. Warum sind die Partner nicht bereit ernsthaft an Beziehungsproblemen zu arbeiten und dann erst aufwachen, wenn es zu spät ist?
Ich denke, dass man schon viel früher um eine Beziehung kämpfen muss und nicht erst, wenn diese schon den Bach runter geht.
CSH, bei dir finde ich es schon hart, dass du sagst, dir ist nie etwas bei deiner Frau aufgefallen, dass sie depressiv war und ihr Umdenken nach einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik kam.
Sowas kann doch nur passieren, wenn man nebenher lebt und sich eigentlich für den Partner nicht mehr interessiert. Der Partner, der sich aus langjährigen Beziehungen trennt, hat meist einen langen Leidensweg schon in der Beziehung hinter sich, was ein sehr schleichender Prozess sein kann und auch extrem schmerzhaft. Und es wundert mich immer wieder, warum sowas nicht wahrgenommen wird. Jahre des Kampfes und Verzweiflung, dabei wird aber nichts geändert, man steckt in einer Einbahnstraße….Dann löst sich einer emotional aus der Beziehung und für den anderen kommt dann das aus heiterem Himmel….angelblich….Ich glaube das nicht, dass eine Trennung aus langjährigen Beziehungen aus heiterem Himmel kommen, ich denke, dass hat sich schon lange vorher abgezeichnet…..Aber sich dies einzugestehen, ist doch sehr schwer….
Man kann keinen allgemeingültigen Rat erteilen, jede Situation ist anders. Wenn man die Beziehung retten will, sollte man sich dafür einsetzten. Wenn der Partner für sich die Beziehung als beendet sieht, sollte man das Kämpfen aufgeben und dies als Chance für einen Neuanfang sehen. Wir sind noch nicht zu alt, um uns eine neues Leben aufzubauen.
Natürlich muss man durch den Trennungsschmerz hindurch. Das ist eine besch…Zeit, weil man nicht mehr funktioniert, weil einem nichts mehr Spaß macht, weil Gedanken ständig kreisen, man kann nicht essen, man kann nicht schlafen…nichts geht mehr richtig…..Man muss diese schei….Gefühl aushalten…..und man muss die Zeit für sich arbeiten lassen…..
Bitte diese Zeilen nicht falsch verstehen, es soll weder Kritik oder Bevormundung sein. Dies ist meine persönliche Ansicht der Dinge, die muss keiner teilen, nur so habe ich es persönlich oft erlebt und habe erst vor einiger Zeit einen Mann kennengelernt, der einen mehr als bescheidenen Ehe führt, von seiner Frau verachtet wird, keinerlei Gefühle mehr im Spiel sind. Er aber sein Heim, das er sich aufgebaut hat in den letzten 30 Jahren, nicht verlassen will. Die Angst vor einem Neuanfang so groß ist, er sein verkrokstes Leben als Martyrium und Bestimmung ansieht. Wie kann man an materiellen Dingen festhalten, wenn man überhaupt nicht mehr glücklich ist? Man an der Situation nichts ändert, aber trotzdem dauernd jammert, wie schlecht es einem geht?
Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann weiß man doch, was falsch gelaufen ist, oder? Und keiner ist alleine an einer Trennung schuld (meine Meinung).
Grüße
Madoline
