Rheinländer
Mitglied
- Beiträge:
- 1277
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 4596
- Mitglied seit:
meine Frau ( 46J) beschäftigt sich nach über 30 Jahren Beziehung und davon 22 Jahren Ehe ernsthaft mit dem Thema Trennung. Nachdem wir im Sommer einen der schönsten gemeinsamen Urlaube verbracht haben (ohne die 2 Kinder 18 und 20 Jahre alt) hatte sich ihr Verhalten mir gegenüber deutlich abgekühlt. Ich habe sie daraufhin angesprochen was los sei und sie sagte mir, dass sie nicht mehr könne da sie komplett ausgelaugt sei.
Zum Hintergrund
Vor knapp 5 Jahren ist mein Vater gestorben. Ich bin fast daran zerbrochen und bin erst nach massiver Aufforderung meiner Frau, 2-3 Jahre später zu einem Therapeuten gegangen. Die Besuche halfen/helfen mir das Geschehene zu verarbeiten jedoch hatte ich die Therapie zweimal abgerbrochen, weil ich dachte ich sei soweit auch ohne Medikamente wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Dieses Verhalten hatte meine Frau sehr verärgert. Die letzten Jahre waren sehr von Letargie und Antriebslosigkeit geprägt. Ich hatte nur zu wenigen Dingen Lust und die meisten meisten davon blieben organisatorisch an meiner Frau hängen. Sie hätte gerne auch mal eine Schulter zum Anlehnen gebraucht, die ich ihr aber nicht geben konnte, da ich zu einem Großteil meines Lebens noch mit mir beschäftigt war. Darüberhinaus hatte meine Frau immer das Gefühl mir s.uell nicht zu genügen. Um diesen Umstand zu ändern hat sie in den letzten 2 Jahren massiv abgenommen. Seitdem bekommt sie von ihrer Umwelt massenweise Komplimente (aber eben auch von mir massenhaft), doch änderte das auch nichts an ihrem Selbstwertgefühl mir gegenüber. Das Gefühl mir s.uell nicht genügen zu können ist immer noch vorhanden.
Dieses Gefühl und die Tatsache das ich in den letzten Jahren nicht die starke Schulter war die sie auch dringend benötigt hätte, hat sich in den letzten Jahren massiv angestaut. Leider muß ich gestehen, dass wir bisher keine ausgeprägte Gesprächskultur besitzen. Meistens fressen wir die Dinge in uns hinein und teilen uns dem anderen nicht mit.
Ich habe in den letzten Tagen oft mit meiner Frau gesprochen. Sie ist noch am "sortieren" wie sie sagt. Sie weiß im Moment nicht ob sie mich noch liebt, sagt sie. Ich hingegen liebe sie so sehr. Sie ist die Frau meines Lebens und ich würde alles tun um wieder im Gleichschritt mit ihr zu gehen.
Sie und ich hatten letzte Woche jeweils ein Gespräch mit einem Therapeuten. Sowohl ihr als auch mir wurde geraten eine Paarberatung in Betracht zu ziehen. Ich bin sofort bereit dazu, sehe ich doch eine Großteil der Versäumnisse bei mir liegen und den grossen Willen mein Verhalten diesbezüglich drastisch zu ändern. Meine Frau gibt sich auch willig, doch habe ich das Gefühl, dass sie das nur mir zur Liebe macht und ihrer endgültigen Endscheidung, die Trennung, schon zu 70% gefällt hat.
Mein Therapeut rät mir eindringlich Sie nicht zu bedrängen, doch ist das leichter gesagt als getan.
In 1.5 Wochen hat meine Frau einen Einzeltermin bei meinem Therapeuten (Er kennt sie genau so lange wie mich) und danach sollte dann die Paartherapie starten.
Meine Frau schläft inzwischen im Gästezimmer und auf jegliche Guten Morgen/Auf Wiedersehen/Schlaf gut Küsschen wird verzichtet.
Wir haben derzeit ein ruhiges miteinander ohne Beschimpfungen und können ganz normal miteinander reden. Es fühlt sich nur einfach mehr nach Freundin als nach Ehefrau an.
Soweit in Kurzform der Hintergrung.
Ich möchte meine Frau auf jeden Fall behalten.
Was soll ich tun oder auch nicht um meine Frau zu behalten. Einige der mit meiner Frau diskutierten Punkte gehe ich derzeit schon aktiv an. Sie sieht das, gibt mir auch Rückmeldung, aber so wie das aussieht geht sie davon aus, dass ich mein Verhalten nie endgültig ändern werde.
Wir reden auf jeden Fall sehr intensiv und ich habe schon einige Punkte die im Zusammenhang mit dem Tod meines Vaters waren geklärt. Ein schönes Gefühl.
Nach 30 Jahren Paarzeit kann ich mir ein Leben ohne Sie nicht vorstellen.
Was kann ich nur machen, damit sie sich nicht noch weiter entfernt von mir und wir wirklich eine faire Chance beim Paartherapeuten haben?
