Zitat von Plentysweet:Weil Grund zum Einpacken und Einknicken hätte jeder von uns sicher genug. Nur das bringt m.E. nichts
Nur eines: Man ist vor weiteren Enttäuschungen gefeit.
Darum bin ich wohl die letzten Jahre, wie Du so schön sagst, eingeknickt. Resigniert würde es besser beschreiben.
Gestern hat mich ein Arbeitskollege spontan abgeholt und mich erst zu einem Billiardspielhaus (oder wie nennt man die Häuser?

) und dann in eine Cocktailbar geschleppt, wo wir ein paar "gehoben" haben. Er wollte sich für die Zeit bedanken, im Betrieb, habe ihm hin und wieder ausgeholfen. War ganz nett, er ist noch recht jung (21), in der Bar und davor waren überwiegend Leute in seinem Alter, ich war da zwar sowas wie der Dino, aber Dino-Hünen werden nicht blöd angemacht.

Das erste mal seit Jahren, dass ich meine vier Wände wegen einer Ausgehaktion verließ. Ist nen toller Kollege, aber der weiß auch zum Glück nicht, dass ich sonst nie irgendwo hingehe.
Nun, ich schrieb mal: Echte Hilfe bei Liebeskummer und Co. sind keine Selbsthilfe und Selbstwert in erster Linie, sondern fremde Hände, die einen an die Hand nehmen und mitnehmen. Ich bin froh, dass ich damit recht hatte. Denn zum ersten Mal seit zig Jahren habe ich etwas erleben können und dürfen, was es nicht mehr gab. Der Kollege hat keine Ahnung, was das bei mir auslöst. Er kann den Wert, dass wir zusammen unterwegs waren, nichts ansatzweise erfassen. Muss er auch nicht, für uns beide war es ein toller Abend.
Es hat sich bestätigt: Selbstwert und Selbsthilfe können nicht ansatzweise Hilfe durch andere Menschen ersetzen, auch wenn diese Menschen nicht mal wissen können, dass sie genau in diesem Moment etwas getan haben, wo man selbst nicht zu imstande ist oder war. Dieses eine Erlebnis gestern Abend, so klein es auch gewesen sein mag, nur ein bisschen Billiardspielen und ein paar Cocktails "schlürfen", können u.U. einen gewaltigen Schub bedeuten. Alleine oder Arbeit am Selbstwertgefühl können das einfach nicht schaffen. Einfach rausgehen und machen. Es hat bei mir Jahre gedauert. Vielleicht gibt es ja doch noch ein wenig Hoffnung auf Lebensqualitätsverbesserung. Und wenns nur in minimalen Schritten ist.

Ergänzung:
Ich bin kein Rechter, aber das "Führerprinzip" hilft hier mehr als alles andere: F..befiehl, wir folgen. Anweisung und Umsetzung. Keine Zeit daran zu denken und zu verschwenden, was alles nicht klappen könnte, was negativ ist und und und. Einfach rein, erledigen und raus, fertig. Funktioniert besser als jedes Therapeutengesabbel!
