Zitat von 6rama9:
Wir alle wissen, wie wir die Gefühle abschwächen und letztendlich loswerden: Indem wir millionenfach erprobte Methoden einsetzen. Beispiel gefällig?
1. Aus den Augen aus dem Sinn: Konsequenter Abstand
2. Analyse des eigenen Verhaltens: Was hat mich in die Situation gebracht. Warum habe ich so reagiert. Was fehlt mir.
3. Verdeutlichung der negativen Konsquenzen
4. Versachlichung und Rationalisierung der anderen Person: Bewusstes Aufziehen der kritischen Brille.
5. usw usw... es gibt 1000e Ratgeber (man muss halt mindestens einen dazu lesen)
6...
7....
999. und am wichtigsten: Entlieben wollen. Wo der Wille fehlt, kann es auch nicht zum Entlieben kommen. Da jammert man doch häufig lieber.
Und dann gäbe es noch Option 1000: Die nukleare Option, nämlich den gegenwärtigen Partner informieren. Dann hat man auch eine starke extrinsiche Motivation sich zu entlieben, wenn einem kein Essen mehr gemacht wird oder nur noch ungewachene Unterhosen da sind.
Ich finde es so wahnsinnig kurios, dass Menschen glauben, ihr Wille und ihr Geist wäre nicht in der Lage eine simple Verliebtheit zu überwinden. Ich empfinde das als geradezu beleidigend für einen Menschen mit freiem Willen und Verstand.
Traurig wenn deine Motivation bei deinem Partner zu bleiben unter anderem darin besteht dass Dir Essen gemacht wird und deine Unterhosen gewaschen werden - bekommst du das nicht selber hin?
Zudem waren meine Argumente nicht alle auf meine Situation bezogen, sprich ich habe ja nicht vor mich zu trennen, auch wenn mir das weiterhin beharrlich unterstellt wird.
Ich bleibe aber dabei, dass ich es ziemlich anmaßend finde, wenn ihr über andere urteilt, die sich aufgrund einer geänderten Gefühlslage von ihrem Partner trennen möchten.
Anmaßend weil man eben nicht pauschal sagen kann, dass es in so einem Fall immer die falsche Entscheidung oder gar verwerflich ist, die Beziehung zu beenden.
Zumal werden hier wieder mal Tatsachen verdreht bzw. heruntergespielt, ich habe nie von einer simplen Verliebtheit gesprochen, welche man auch meiner Meinung nach selbstverständlich überwinden kann und sollte.
Natürlich entscheide am Ende ich selbst mit meinem Verstand wie ich mit der Situation umgehe, dennoch kann ich noch so viele Maßnahmen ergreifen, analysieren oder alle Konsequenzen durchgehen, das ändert aber dennoch nicht automatisch etwas an meinen Gefühlen weil diese eben NICHT rational sind und nicht von meinem Verstand sondern von meinem Herz ausgehen.
Es wird immer davon gesprochen, dass eine Trennung verwerflich ist, da man andere Menschen unglücklich macht.
Aber mal allgemein betrachtet (nicht auf mich bezogen):
Wenn zwei Menschen sich lieben und zusammen sein möchten, dies aber aufgrund ihres Pflichtgefühles gegenüber ihrem jeweiligen Partner bleiben lassen, werden genauso Menschen unglücklich gemacht: die zwei Liebenden die unglücklich in ihrer alten Beziehung bleiben, als auch die jeweiligen Partner die ahnungslos in einer lieblosen Schein-Beziehung stecken, gerade das fände ich gegenüber seinem Partner viel unfairer als sich von ihm trennen.